Westsahara: Wie internationale Institutionen den Streit sehen

Der Status von Westsahara bleibt eine der am längsten ungelösten Territorialfragen in der modernen internationalen Politik. Während sich die politischen Narrative je nach Rednerseite unterscheiden, vermitteln die Positionen großer internationaler Institutionen ein klareres Bild davon, wie das Thema im Allgemeinen auf globaler Ebene dargestellt wird.

Erste, Die Vereinten Nationen klassifizieren die Westsahara weiterhin als ein Gebiet ohne Selbstregierung, was bedeutet, dass sein endgültiger Status noch nicht durch einen anerkannten Prozess der Selbstbestimmung festgelegt wurde. In der UN-Terminologie gilt das Gebiet immer noch als Teil des umfassenderen Prozesses der Dekolonisierung, weshalb es oft als der letzte ungelöste Kolonialfall in Afrika bezeichnet wird.

Eine wichtige historische Referenz ist die Gutachten 1975 vom Internationalen Gerichtshof herausgegeben. Das Gericht prüfte die historischen Ansprüche Marokkos und Mauretaniens hinsichtlich der Souveränität über das Gebiet vor der spanischen Kolonisierung. Das Gericht gelangte zu dem Schluss, dass zwischen bestimmten sahrauischen Stämmen und benachbarten Herrschern zwar historische Loyalitätsbande bestanden, diese Bindungen jedoch keine territoriale Souveränität darstellten und daher das Selbstbestimmungsrecht des Volkes der Westsahara nicht außer Kraft setzten.

Auch die Stellung der europäischen Institutionen spielte eine wichtige Rolle. Der Gerichtshof der Europäischen Union hat entschieden Mehrere Urteile besagen, dass Handels- und Fischereiabkommen zwischen der Europäischen Union und Marokko nicht automatisch auf die Westsahara anwendbar sein können, da das Gebiet nach internationalem Recht einen gesonderten und unterschiedlichen Status hat. Nach Ansicht des Gerichts erfordert jede das Territorium betreffende Vereinbarung die Zustimmung seiner Bevölkerung.

Regional ist das Territorium international durch die Arabische Demokratische Republik Sahara vertreten, die seit 1984 Mitglied der Afrikanischen Union ist. Diese Mitgliedschaft hat zu einer einzigartigen Situation geführt, in der sowohl Marokko als auch die Saharauische Republik Teil derselben kontinentalen Organisation sind.

Die Anerkennung der Souveränität ist international geteilt. Dutzende Länder – viele in Afrika und Lateinamerika – haben das erkannt Arabische Demokratische Republik Sahara zu verschiedenen Zeiten. Andererseits pflegen viele Staaten Beziehungen zu Marokko und unterstützen gleichzeitig eine ausgehandelte politische Lösung unter UN-Aufsicht, anstatt die marokkanische Souveränität über das Territorium ausdrücklich anzuerkennen.

Eine bemerkenswerte Ausnahme ist die Position der Vereinigten Staaten im Jahr 2020, als sie die Anerkennung der marokkanischen Souveränität über die Westsahara als Teil einer umfassenderen diplomatischen Zusammenarbeit ankündigten Vereinbarung im Zusammenhang mit der Normalisierung der Beziehungen zwischen Marokko und Israel. Diese Entscheidung bleibt politisch bedeutsam, wird aber von den meisten anderen Ländern nicht weitgehend übernommen.

Aus marokkanischer Sicht argumentiert Rabat, dass das Gebiet historisch zum marokkanischen Staat gehörte und dass sein aktueller Autonomievorschlag eine realistische und pragmatische Lösung des Konflikts biete.

Aus sahrawischer Sicht wird das Thema jedoch in erster Linie als Frage der Dekolonisierung betrachtet. Befürworter dieser Ansicht argumentieren, dass internationales Recht und UN-Resolutionen konsequent das Recht des sahrauischen Volkes betonen, seine eigene politische Zukunft durch ein freies und faires Referendum zu bestimmen.

Aus diesem Grund wird der Streit international weiterhin weniger als eine standardmäßige territoriale Meinungsverschiedenheit, sondern eher als ein ungelöster Fall der Selbstbestimmung behandelt, der auf eine endgültige politische Lösung wartet.

Von bach_r04

5 Kommentare

  1. JohnnieTango on

    Excellant map, and good commentary.

    BTW, I suspect anyone commenting in favor of Morocco’s claims will get utterly roasted here…

  2. TheActivePoint on

    It’s really interesting—looking at Western Sahara through the lens of international law and self-determination changes everything. If the ICJ said that historical ties don’t equal sovereignty, and the UN still classifies it as a Non-Self-Governing Territory, why is Morocco so resistant to letting the Sahrawi people decide their own future?

    Why block a referendum that could finally resolve the dispute peacefully? And if autonomy is such a “realistic” solution, why not let the Sahrawi people vote on it directly instead of imposing it?

    Makes you question whose interests are really being prioritized here.

  3. Hispanoamericano2000 on

    That’s a detailed map and a very insightful comment you’ve posted here, OP.

    And unfortunately, it seems that the UN and its respective organizations and branches are, at best, indifferent or inconsistent regarding the Sahrawi cause (just as is the case with the situation in West Papua, or that of the Assyrians, the Kurds, or the Rohingya in Myanmar, and as was also the case with the ethnic Armenians of Artsakh) and at worst, they are double standardists or hypocrites (or BOTH), especially those who proclaim themselves or call themselves defenders of the “right to self-determination of peoples.”

  4. timbomcchoi on

    Morocco’s latest autonomy plan proposal has been endorsed by the US, France, Spain, and the UNSC currently no? I can’t say I’m confidently current or versed about this but I feel like OP skips what’s been happening in the past few years..?

  5. Wormfeathers on

    As Western Sahraouia I support Morocco

    >Recognition of sovereignty is divided internationally. Dozens of countries—many in Africa and Latin America—have recognized the Sahrawi Arab Democratic Republic at various times. On the other hand, many states maintain relations with Morocco while supporting a negotiated political solution under UN supervision rather than explicitly recognizing Moroccan sovereignty over the territory.

    A lot of them are starting to revoke their recognition to polisario

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