
Mir ist in den letzten Wochen in Berlin sehr häufig diese Werbung und Spendenaufruf der Deutschen Wildtierstiftung begegnet und zuerst dachte ich mir "oh, ganz nett". Als ich das Plakat häufiger und an immer prominenteren Werbeflächen sah, wurde ich neugierig und begann, ein bisschen zu dem Verein zu recherchieren. Leider ist eine gesunde Skepsis, wie bei vielen Vereinen, die sich explizit Natur- oder Wildtiervereine nennen und nicht Tierschutzvereine, auch hier angebracht. Die Deutsche Wildtier Stiftung hat viele Überschneidungen zur Deutschen Jagdszene: So war der Stiftungsgründer selbst überzeugter Jäger, außerdem kooperiert der Verein mit dem Deutschen Jagdverband und spricht sich eindeutig für eine Bejagung vieler Arten im Namen des Arten- und Umweltschutzes aus.
Am schlimmsten ist dabei, dass der Verein durch solche Kampagnen leider weiter das erschreckend positive Image der Jagd als umweltschützende Kulturpraxis untermauert indem diese Assoziation zwischen Jagd und der vermeintlichen Besorgtheit um die Wildtiere wieder und wieder hervorgerufen werden.
Wer also nicht möchte, dass die eigenen Spenden mittelbar in die Jagd und Jagdpropaganda fließen sollte einen weiten Bogen um die Deutsche Wildtier Stiftung machen.
Von Ankoar
13 Kommentare
Mal ne ernstgemeinte, naive Frage und ohne hate (<3): was machen wir ohne Jagd ? Wir Menschen haben die Infrastruktur für Tiere ja schon so weit zerstört, dass eine natürliche Regelung nicht möglich ist. Was machen wir z.B mit dem Wildschwein ? Sind halt Sau viele da, keine Feinde, Nachwuchs wie Sau usw. Also jetzt mal ganz nüchtern betrachten und auch wenn’s doof ist, aber was machen wir ohne und wie würde denn die „Vegane Idee aussehen? (Ich darf damals so nennen? :D)
Wie der andere Kommentar auch schon vorher : Ernstgemeinte und evtl naive Frage, aber ich hoffe auf Aufklärung.
Ich weiß von der lokalen Zooschule das der Jäger bei und hauptsächlich nur zur Kontrolle jagt. Also das wild wird nicht gegessen. Es werden bei uns hauptsächlich kranke Tiere gejagt um Verbreitung der Krankheit zu vermeiden – ebenso werden sie dann auch entfernt damit andere den kranken aas nicht zu sich nehmen.
Ich empfand es damals als in Ordnung.
Oder ist mit dem Jagdverband tatsächlich was komplett anderes gemeint?
Btw: https://berlin-werbefrei.de/
Keine Ahnung wie es in Deutschland ist aber in der Schweiz hat uns der Förster in der Schule beigebracht das Rehe in den meisten Wäldern keine natürlichen Feinde haben und es notwendig ist sie zu jagen weil sie sonst die Jungen Bäume wegfressen.
Uff….Veganer und Jäger….ihr könntet schon fast Freunde sein. Ich werde hier wahrscheinlich eine Downvote Klatsche kassieren, aber wenn ich nur ein oder zwei Leute dazu inspiriere sich selbst mit der Thematik zu befassen war es das wert – Jagd muss nicht schlecht sein.
Ja, wenn Bonzenkarl und seine Erna am Wochenende im Revier von ihrem Kumpel zwei Sauen krankschießen und eine Nachsuche verursachen dann findet das keiner schön. ABER (ist ein großes Aber) ganz ohne Jagd _wird_ es der Natur schlechter gehen. Ja, ich weiß, einige schreien jetzt Selbstregulierung. Nur leider ist Deutschland ziemlich urban geworden. Selbstregulierung im Üblichen Sinne ist nicht mehr so einfach, und teilweise mit viel mehr Tierleid verbunden.
Beispiel: Wir haben einen kleinen Wald. 20 Rehe, paar Felder drumherum, alles fein. Diese Rehe kriegen jedes Jahr Nachwuchs, irgendwann wird es enger im Revier. Ja, wir haben den Wolf, den können wir aber nicht gezielt einsetzen. Neben Stress und zu wenig Nahrung haben wir zusätzlich das Problem das wenn zwei Lebewesen dieselbe Nahrungsquelle/Lebensraum nutzen und eine davon sich sehr viel besser ausbreitet als die andere, die schwächere Art verdrängt wird. (Beispiel Grauhörnchen) Zusätzlich kommt dann noch das Problem der Krankheiten hinzu. Je größer eine Population, desto schneller breitet sich eine Krankheit aus. Jäger schießen kranke Tiere und Jungtiere wenn die Gruppe zu groß wird. Und Rehen die Pille oder Kondome an die Hand geben gestaltet sich recht schwierig. Mehr Wald wäre eine Option, aber dann muss die Menschheit weichen.
Klar, teilweise sind wir daran selbst schuld. Wegen uns sind die Nutrias hier, wegen uns sind die Füchse in Australien. Heißt das jetzt wir sollen die Arten die von ihnen bedroht werden aussterben lassen? Sicher nicht. Alle Nutrias in Zoos packen oder vermitteln? Sagt Bescheid wenn ihr genug Katzen und Hunde losgeworden seid und ein bisschen mehr Platz ist. Aktuell sehe ich leider keine realistische Lösung bei der es unseren Wildtieren gut geht und wir _keine_ Jäger haben. Versteht mich nicht falsch, es gibt definitiv Dinge die man an der Jagd kritisieren kann.
Fuchsjagd mit Hundemeute ist kacke. Und es gibt definitiv schwarze Schafe. Aber wenn ihr die ganze Herde schwarz ansprüht werden die niemals gefunden. Tatsache ist, als ich versehentlich in den Bereich eines Waldes gegangen bin wo oft die Kitze schlafen, da hat der örtliche Jäger mich weggeschickt. Als sich der Nachbar nicht an die Leinenpflicht während der Brut- und Setzzeit gehalten hat, da hat der Jäger eine Hand darüber gehabt und plötzlich ging es dann doch mit Leine. Die Welt ist nicht so schwarz und weiß wie wir sie gerne hätten.
Industrielle Fleischherstellung ist scheiße. Glaube wir brauchen nicht groß zu diskutieren ob ein Huhn es toll findet zu leben und auszusehen wie ein Zombie in der Meute. Jäger stehen auf einem anderen Blatt.
Manchmal denke ich mir echt dass Jäger absichtlich Überpopulation provozieren damit sie jedes Jahr ihre Trophäenjagd als „Regulation der Überpopulation“ abtun können.
Jetzt mal echt, inwiefern hilft es, jedes Jahr so viele ~~Trophäen~~ Männchen zu schiessen in einer Spezies, wo Männchen jede Brunstzeit darum kämpfen, wer möglichst viele Weibchen decken kann? Und dann meckert man wieder Überpopulation, weil man zu viele Männchen und nicht genug Weibchen geschossen hat. Jedes geschossene Weibchen ist 1 Nachwuchs pro Jahr weniger, hingegen jedes geschossene Männchen hat null Einfluss auf Nachwuchs da einfach irgend ein anderes Männchen einfach übernimmt.
bin ich zu high oder sehen die streifen oben an den hörnern brutal wie n 3d effekt aus?
An die Jagdfreunde: die wenigsten haben was dagegen, dass zum Seuchenschutz Tiere von Berufsjägern geschossen werden.
Gleichzeitig werden Fasane ausgewildert, nur um sie sechs Wochen danach schießen zu können – und wir reden hier nicht von irgendwelchen elitären Schnöseln, sondern normalen Hobbyjägern. ̶̶̶~~Amseln, Rotkehlchen,~~ Stockente, Feldhase – versteht kein Mensch, warum die geschossen werden müssen. 95% der Jäger (von denen ich mehrere kenne/verwandt bin) sind sozial eingeschränkte Leute, denen es um den Spaß am Töten geht.
Ich konnte leider immer noch nicht rauslesen worum es geht, um Krankheiten? Ich dachte es gibt zu viele Hirsche?
Wer schafft denn Flächen für das einheimische Wild? Wer schütz Rebhuhn und co vor dem Aussterben? Die deutsche Wildtierstiftung macht sehr gute Projekte für die deutschen Wildtiere.
Ich würde auch gern in einer Welt ohne Jagd leben, aber dafür muss erst die Menschheit aussterben.
Ehrlich gesagt wirklich erschreckend zu sehen, wie viele Jagd-Befürworter sich in einem veganen Sub zu befinden scheinen. Zeigt vor allem, wie gut die Propagandamaschinerie der Jagdlobby noch funktioniert.
Kann man das essen?
Viele Jäger stilieren sich gerne als Tierschützer. Sie sind beispielsweise gegen höhere Abschussraten von Wild (damit sie auf ihren Spaßjagden mehr zum Schießen haben).
Jäger erfüllen in deutschen Wäldern die Rolle ausgerotteter Raubtiere, aber manche wollen lieber Sportschützen mit lebenden Zielscheiben sein.
Ein Grund mehr für die Wiedereinführung des Wolfs.