
Hilft jetzt nur noch ein Verbot? | Was passiert, wenn man Kinder und Jugendliche von sozialen Medien ausschließt, kann man in Australien beobachten. Dort kennen Teenager alle Tricks, das Gesetz zu umgehen. Doch die Regierung denkt schon weiter
https://www.zeit.de/2026/10/social-media-verbot-australien-kinder-teenager-instagram-tiktok/komplettansicht
17 Kommentare
„Alle tricks“ aka vpn installieren und das wars?
Immerhin gut, dass die kleinen direkt was über das internet lernen
Was da laut den Politikern, allerdings weltweit, offenbar hilft, ist jetzt plötzlich daraufhin zu arbeiten, das Internet komplett zu de-anonymisieren. Soviele Daten abgreifen wie möglich, soviel loggen wie möglich, alles verbieten was Anonymität bietet. Erst wenn man ALLES über die Menschen weiß und ein Internet geschaffen hat wo selbst China neidisch wird, dann hat man genug für „die Kinder TM“ getan. Warum sollte man auch einfach die Eltern dazu verpflichten ihrer Aufsichtspflicht nachzukommen.
Das ist doch erstmal völlig egal – natürlich kann man solche Regeln ignorieren und umgehen.
Immer diese technokratische Herangehensweise – man überlege das mal in anderem Kontext: man kann trotz 30er Schild zu schnell fahren? Na dann kann man es ja gleich lassen…
Als Vater finde ich eine solche Regel schon alleine deswegen hilfreich weil sich dann keine Situation ergibt in der alle anderen in der Klasse schon dürfen und man es seine Kindern schon deswegen erlauben muss.
das verbot ist nur ein weg für schulen/die regierung, Verantwortung von sich zu schieben, kritischen Umgang mit Medien zu lehren und nur ein Weg für Eltern Verantwortung von sich zu schieben, den Medienkonsum ihrer Kinder zu regulieren. Zudem ein mMn massiver einschnitt in Freiheitsrechte der nicht durch jugendschutz aufgewogen wird.
Auch eine Möglichkeit, Kindern technische ßaiber-Skills beizubringen.
Wenn das die Schule schon nicht vermag, dann eben die Kinder intrinsich motivieren, sich reinzunerden.
Es geht nie um den Schutz der Kinder. Nie.
Guckt euch mal an, was für wirklich ekelhafte Gestalten beispielsweise bei Roblox angemeldet sind. Kümmert die Firma gar nicht, die sehen da nur die Gewinne.
Und die deutschen Medien/Politik ignorieren das auch total.
Aber hey, man plant ja Instagram einzuschränken, damit sind die Kinder total geschützt!
Es ist halt wieder so bezeichnend, dass wir lieber die Jugend vom Diskurs ausschließen, als den Diskurs (auch für junge Erwachsene und alle anderen) sicherer zu machen…
PokeCaldys Law: Wann immer eine politische Gruppierung mit dem Schutz von Kindern argumentiert geht es im Kern nie um die Kinder.
Hab die Diskussion nur so halb verfolgt, aber nie so wirklich verstanden, vor was man die Kinder und Jugendlichen jetzt schützen möchte? Fand es daher auch spannend, das hier mit Australien, damals etwas umgesetzt hat, was ich schon als größere Einschränkung betrachte.
Das funktioniert bestimmt genauso gut wie „River Raid“ auf dem C64 zu verbieten weil es eine „paramilitärische Ausbildung“ darstellt.
Gut, niemand hat es gekauft aber River Raid gehörte zur Standard-Diskettenbox jedes Grundschülers.
Genauso wie Quake, Doom oder Duke Nukem 3D.
Bei Quake weiß ich nur grad nicht mehr ob wir das auf CD-R gebrannt oder noch auf Disketten hatten.
Jedanfalls haben wir damals alle gelernt Raubkopien zu machen, anstatt Spiele legal zu kaufen.
>Spricht man mit australischen Teenagern, verraten die, wie sie sich ihre Onlinewelt erhalten haben. Dreizehnjährige tragen so dick Schminke auf, dass sie die Snapchat-Fotoschranke für älter hält. Eine fand heraus, dass sie den Gesichtsscanner überlisten kann, wenn sie während der Bilderkennung Grimassen schneidet. Eine andere hat gehört, dass Jugendliche über einen verschlüsselten VPN-Server den App-Zugang erhalten hätten. Und wer doch offiziell geblockt wird, legt sich heimlich den einen oder anderen Account an. „Meine Freundinnen haben alle mindestens drei Accounts, und jede hat mindestens einen gefälschten“, gesteht eine 14-Jährige, die anonym bleiben will. So wie sie alle höchstens mit Vornamen zitiert werden wollen. Denn das hat das Gesetz auf jeden Fall erreicht: Die jungen Nutzer wissen, dass sie etwas Illegales machen, und versuchen es geheim zu halten.
>Zwar hat die Regierung Mitte Januar verkündet, die Social-Media-Konzerne hätten 4,7 Millionen Zugänge geblockt. „Aber das sind mehr Konten, als es in Australien Kinder und Jugendliche gibt“, sagt Terry Flew, Professor für Digital Communication und Culture an der Universität Sydney. Dramatisch findet er das nicht. „Es gibt eine Menge Anlaufschwierigkeiten. Aber das war zu erwarten.“
Natürlich werden Leute Wege finden und nutzen, das zu umgehen. 1. Anschluss nicht verlieren und 2. sollte man „suchtfördende Strukturen“ auch ernst nehmen.
Ich finds nach wie vor etwas befremdlich, dass man sich lieber ewig mit Millionen Kindern bekriegt als einmal mit den jeweiligen Techkonzernen. Aber das hat sich bislang mWn keine Regierung getraut.
Diese scheiß GRÜÜÜÜNE Verbotspartei! !1!elf
Wenn man es wirklich effektiv verhindern will, braucht man letztendlcih ein Intranet nach Nordkoreanischen Vorbild. Ich würde noch morgen dransetzen, um alle Gründe zu benennen, warum das keine Option ist.
Das gute dran ist vllt das das die neue Generation von bastler und tüftlern wird. So wie wir uns damals irgendwelche dinge am OC selbst beibringen mussten um ne LAN hinzubekommen schauen die halt wie sie Internet kriegen. Nur mit nem leicht dystopischen tuch.
Mir geht diese Diskussion auf den Zeiger. Hier werden häufig zwei verschiedene Themen vermengt.
1.) ist ein Verbot von ü18 Inhalten für Minderjährige sinnvoll?
2.) ist es wünschenswert ein Verbot so umzusetzen, dass man seine Anonymität im Internet verliert?
Meine Meinung (und darum werden die Politiker vermutlich damit auch erfolgreich sein) ist das 1.) Ja und 2.) Nein.
Solange aber viele gegen 1.) argumentieren weil sie vor 2.) Angst haben, werden diese politisch und rational in der Diskussion verlieren. Und letztendlich werden wir die Anonymität verlieren weil damit das Thema vom Tisch ist und 2.) gar nicht diskutiert wird.
Die richtige Lösung wäre ein Verbot aber die Umsetzung muss so aussehen, dass man die Plattformen dazu verpflichtet u18 Inhalte ohne Anmeldung und anonym erreichbar zu machen und ü18 Inhalte mit Alterskontrolle durch dritte Partien aber immer noch anonym. Zum Beispiel via Alterskontrolle bei Übergabe eines Zero-Knowledge-Proofs zB über EU Plattformen. Was übergeben wird ist nur die Bestätigung ob volljährig oder nicht und die bestätigende Einrichtung kennt nur die reale Person (zB Ausweis) nicht aber die Internetidentität der Social Media Platform. Da nur der User die Verbindung seiner realen Identität und der Internet Identität kennt bleibt es anonym.
Ähnlich funktioniert es physisch schon seit Ewigkeiten beim Kauf von Alkohol. Der Verkäufer muss prüfen ob der Käufer volljährig ist. Hat aber keine Möglichkeit Daten abzuspeichern und zu tracken oder weiter zu geben. Physisch im Laden ist das einfach gegeben – im Internet muss das im Gesetzt geregelt werden.
Ich verstehe schon, warum Vertrauen in die Bundesregierung fehlt dies vernünftig umzusetzen. Aber das wäre die eigentlich richtige Forderung.
Ein Verbot ist faktisch sinnvoll. Eltern kontrollieren heute schon nicht den Umgang ihrer Kinder mit Social Media und das obwohl diese bereits heute eine Nutzung unter 18 häufig untersagen. Es wird immer Eltern geben, die nicht gebildet oder kritisch genug sind, um ihre Kinder und Teenager vor Missbrauch von Suchtmitteln zu beschützen. Diese Kinder und Teenager haben aber Schutz verdient. Leute, die meisten Erwachsenen können sich noch nicht mal selbst vor dem Missbrauch von dem Suchtmittel Social Media beschützen. Social Media ist so gefährlich wie Alkohol, Vapes, Glücksspiel oder Nikotin. Das Zeug für Minderjährige zu erlauben ist fahrlässig und untergräbt die Chancengleichheit von Kindern. Leute, es ist [faktisch nachgewiesen](https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/r/rauchen) wie sehr ein Verbot von Zigaretten für unter 18 Jährige die Raucherquote gesenkt hat. Ich weiß Äpfel und Birnen und so.
Zu guter Letzt: die Möglichkeit ein Gesetzt zu umgehen darf niemals eine Argumentation sein, dass Gesetz deshalb gar nicht erst einzuführen. Gesetze haben bei weitem nicht nur den Sinn einer Kontrolle und Bestrafung bei Vergehen sondern sind auch soziale Normen die einen Anspruch ausdrücken. Auch wenn dieser Anspruch eigentlich nie zu 100% garantiert werden kann. Was es aber tatsächlich trotzdem geben sollte sind Kontrollen der Plattformen und Strafen!
Was wir hier diskutieren sollten ist der gesellschaftliche Nutzen, der durch ein Verbot erzeugt werden könnte, was eine fachgerechte Umsetzung wäre und ob die entstehenden Folgen, der fachgerechten Umsetzung vertretbar sind.
Der Artikel ist es wirklich wert, bis zum Ende weiterzulesen.
Die “kinder” kennen sich nunmal besser mit Technik aus, als die Gesetzgeber 🤷♂️
„Überraschtes Pikachu Gesicht“