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Heute ist Frankreich eng mit der französischen Sprache verbunden, aber das war nicht immer so. In den ersten Jahren der Französischen Revolution ergab eine Umfrage von Henri Grégoire aus dem Jahr 1794, dass die meisten Menschen kein Französisch sprachen, nur etwa 3 Millionen, etwa 11 % der Bevölkerung, fließend Französisch sprachen und noch weniger Französisch schreiben konnten. 

Stattdessen wurde der Alltag von regionalen Sprachen geprägt. Okzitanisch war im Süden weit verbreitet, Bretonisch in der Bretagne, außerdem waren Baskisch, Elsässisch und Provenzalisch verbreitet. Diese Sprachen beeinflussten die Art und Weise, wie Gemeinschaften kommunizierten, Handel trieben und ihre Identität bildeten. 

Revolutionäre Führer betrachteten die Sprachenvielfalt jedoch als Bedrohung für die nationale Einheit. Bereits 1791 argumentierte der Diplomat Charles-Maurice de Talleyrand, dass regionale Dialekte veraltete Überbleibsel des Feudalismus seien.  Grégoires Bericht bestärkte diese Ansicht, und im Juli 1794 schrieb die Regierung Französisch als Sprache für alle offiziellen Dokumente und öffentlichen Handlungen vor.

Heute ist Französisch gemäß Artikel 2 der französischen Verfassung die einzige Amtssprache in Frankreich und wird von fast der gesamten Bevölkerung Frankreichs gesprochen.

Verteilung der Sprachen in der Karte:

  1. Langues d’Oïl (nördliche Sorten in Grüntönen): Diese umfassen die nördliche Hälfte Frankreichs und bilden die Grundlage des modernen Standardfranzösisch. Der Begriff „oïl“ leitet sich vom archaischen Wort für „ja“ ab (das sich zum modernen „oui“ weiterentwickelt).

Zu den bemerkenswerten Dialekten gehören:

• Picard und Ch’ti im Norden (in der Nähe von Belgien).

• Normand in der Normandie.

• Gallo in der Ostbretagne.

• Poitevin-Saintongeais im West-Zentralgebiet.

• Bourguignon und Franche-Comtois im Osten.

Diese Dialekte haben gemeinsame Merkmale wie Palatalisierung und Vokalverschiebungen, wurden jedoch seit den Bildungsreformen des 19. Jahrhunderts weitgehend durch das Standardfranzösisch ersetzt.  Die grüneren Farbtöne weisen auf Kerngebiete hin, die nach Süden in Übergangszonen übergehen.

  1. Langues d’Oc (südliche Sorten in Rottönen): Auch als Okzitanisch bekannt, decken sie das südliche Drittel Frankreichs ab, benannt nach „oc“ für „Ja“. Sie unterscheiden sich vom Nordfranzösischen in der Phonologie (z. B. Beibehaltung intervokalischer Konsonanten) und im Wortschatz, der von der mittelalterlichen Troubadour-Literatur beeinflusst ist. 

Beispiele hierfür sind:

• Gascogne und Béarnais im Südwesten (mit baskischen Einflüssen).

• Limousin und Auvergnat im zentralen Süden.

• Provenzalisch und Niçard im Südosten. Der intensiv rote Kern stellt das Kernland der Languedocien dar, mit rosafarbenen Rändern, die eine Vermischung zeigen.

  1. Frankoprovenzalisch (Übergangsvarianten in Orange- und Gelbtönen): Diese Gruppe fungiert als Brücke zwischen oïl und oc und wird aufgrund einzigartiger Merkmale wie Vokaldiphthongisierung oft separat klassifiziert. Sie erstreckt sich über die östlichen Zentralalpen und umfasst:

• Lyonnais und Forezien rund um Lyon.

• Dauphinois und Savoyer im Südosten.

• Bressan im Osten. Dieser Bereich wird manchmal Arpitan genannt und weist in der Mitte eine „Croissant“-Übergangszone auf, die Oïl- und OC-Elemente miteinander verbindet.

  1. Periphere und nichtromanische Sprachen (in Lila, Blau und Rosa):

• Bretonisch (keltisch) in der westlichen Bretagne.

• Baskisch (eine isolierte Sprache, die nichts mit dem Indogermanischen zu tun hat) in den südwestlichen Pyrenäen.

• Alsacien (germanisch) im Elsass.

• Flamand (Niederländisch/Flämisch) im hohen Norden.

• Katalanisch (Iberoromanisch) im Roussillon.

• Korsika (Italoromanisch) auf Korsika.

Diese spiegeln die Grenzgeschichte Frankreichs wider und sind heute oft gefährdet.

Von Various_Pop_3907

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2 Kommentare

  1. I remember reading about how there was a split between the northern and southern languages of France by the way they say yes. I forgot what the northern ones were called, but the southern ones were Occitan.

  2. _Abiogenesis on

    French speaking was kindof engineered for politics.

    After the Revolution, France basically made language a political technology. That’s why we even have an institution supervising it. And regional languages were obvious obstacles to producing loyal legible citizens. So, as you have it, the 19th-century school system became a massive assimilation machine, allowing French only and punishments for speaking “patois” *(some grandparents were remembering that not so long ago, it’s definitely recounted in Bretagne)*, and it came with the shame that not speaking French meant being backward or even suspect. That accents meant you were uneducated. *(The French still are fairly* [*glotophobic*](https://www.buala.org/en/to-read/glotophobia-from-linguistic-discrimination-to-accent-racism) *(disliking accents) imo)*

    It has worked horribly well, unfortunately and in about a century (which is so fast), the everyday multilingualism has collapsed into monolingualism. And so as usual with languages disappearing, entire ways of thinking, of oral traditions, local epistemologies and whatnot have died and have been replaced by a convenient single standardized voice of the state.

    sad.

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