Maartje Luijk (links) hat als „Elternprofessorin“ zum Thema Elternschaft geforscht. Reporterin Marjolein Kooyman (rechts) erlebt es hautnah.

    40 Prozent der Eltern leiden unter Burnout-Beschwerden: „Ich habe mich vor allem in den ersten Jahren unzulänglich gefühlt“

    Vater oder Mutter zu sein ist nicht einfach. Ärger, Müdigkeit und Stress führen sogar dazu, dass rund 40 Prozent der Eltern unter Burnout-Beschwerden leiden, wie Untersuchungen der Erasmus-Universität bestätigen. Reporterin Marjolein Kooyman erlebt es aus erster Hand.

    Wenn die Nummer der Kita auf dem Display meines Telefons erscheint, beschleunigt sich mein Puls. Normalerweise folgt ein Gespräch über einen leichten Anstieg oder ein langes Weinen. Aber an diesem Dienstag ist richtig was los. Sogar die Kita-Erzieherin klingt ein wenig panisch. Mein 2-jähriger Sohn sei schwer vom Dreirad gestürzt, sagt sie.

    Anstatt zum vereinbarten Vorstellungsgespräch zu gehen, fahre ich mit dem Rad zur Kita. Dort finde ich ein misshandeltes Kleinkind auf dem Schoß der Lehrerin. Er hat ein blaues Auge, eine dicke Lippe und ein großes Loch, wo früher zwei Vorderzähne waren.

    Tränen

    Tränen steigen mir in die Augen, wenn ich ihn sehe. Ich bin traurig und wütend auf mich selbst und auf die Kita. Denn als er mich am meisten brauchte, war ich nicht da. Die „Was wäre wenn“-Gedanken schwirren mir durch den Kopf. „Ich denke, wenn er bei mir gewesen wäre, wäre das nie passiert.“ Und „weil ich so viel arbeiten muss, wird er bald eine Sprachbehinderung entwickeln.“

    „Heutzutage ist Elternschaft ziemlich stressig“, sagt Maartje Luijck, Professorin für Pädagogik von der Erasmus-Universität. Sie hat den kürzlich veröffentlichten Bericht „Eltern unter Druck“ geschrieben.

    Burn-out

    Vierzig Prozent der Eltern erleben sogar einen so hohen Druck, dass sie Beschwerden haben, die mit einem Burnout vergleichbar sind. Sie fühlen sich erschöpft, erleben Distanz zu ihren Kindern und befinden sich im Überlebensmodus. Bei fünf Prozent der Eltern sind die Beschwerden schwerwiegend und halten lange an.

    Eltern haben nicht mehr das Gefühl, die Eltern zu sein, die sie sein wollen, sagt Erziehungsprofessor Luijk. „Ein Eltern-Burnout ist sehr unangenehm. Denn im Gegensatz zu einem arbeitsbedingten Burnout kann man sich als Eltern nicht krank melden oder aufhören.“

    Eltern zu sein war schon immer stressig, sagt Luijk. Doch in den letzten Jahrzehnten haben vor allem Mütter begonnen, mehr zu arbeiten. Darüber hinaus verbringen Eltern mehr Zeit mit ihren Kindern. Das führt zu umfassenderen Tagesordnungen. Gleichzeitig sind wir individueller. Eng verbundene Gemeinschaften (und Unterstützung) bröckeln.

    Schließlich setzen wir himmelhohe Maßstäbe. „Wir wollen ein nettes Kind, einen schönen Job, gutes Aussehen und vergleichen das dann online“, sagt Luijk. „Dadurch hat man schnell das Gefühl, zu kurz zu kommen. Denn warum hat die Familie, der man online folgt, so schöne Feiertage und warum gibt es bei euch zu Hause immer Streit?“

    Auf einem dünnen Seil balancieren

    Elternschaft fühlt sich manchmal so an, als würde man auf einem schmalen Grat balancieren. Zwischen Arbeit, Haushalt und der Investition in eine schöne Beziehung. Vom Navigieren zwischen morgendlichen Wutausbrüchen (blöde Strumpfhosen!), Überraschungen und den ewig explodierenden Schlafzimmern. Den Arbeitstag bis auf die Knochen überstehen, nach einer weiteren durchwachsenen Nacht. „Wir haben eine ideale Vorstellung davon, was ein guter Elternteil sein sollte“, sagt Luijk. „Die Betreuung der Kinder gehört oft dazu. Es kann schwierig sein, alle Bälle hochzuhalten.“

    Besonders in den ersten Jahren hatte ich das Gefühl, dass ich in allen Bereichen hinterherhinkte. Als ob nicht genug von mir auf zu viele Aufgaben verteilt wird. Als Eltern kommen einem alle möglichen Dinge in den Weg, sagt der Pädagoge Luijk. Von großen Problemen bis hin zu kleinen Ärgernissen.

    So empfinden zwei Drittel der befragten Eltern das „ständige Aufräumen“ als die größte Belastung. Gefolgt von ständigem „Nörgeln um den Kopf“. Auch Väter und Mütter empfinden Kinder, die nicht zuhören und sich am Tisch aufregen, als frustrierend.

    Hinzu kommen große Probleme wie Geldsorgen, Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes oder ein Baby, das viel schreit. Das kann die Eltern stark unter Druck setzen. Doch davon seien nicht alle Familien gleichermaßen betroffen, sagt Luijk. „Ein unterstützender Partner und das Leben in einer sicheren Nachbarschaft tragen dazu bei, weniger Druck zu erfahren.“

    Personal

    Auch ganz wichtig: Bitten Sie um Hilfe. An Familienmitglieder, andere Eltern, Freunde ohne Kinder, Nachbarn oder das Elterntelefon. Auch wenn das vielen Eltern schwerfällt, sagt Luijk. „Es herrscht das Bild vor, dass man, wenn man um Hilfe bittet, zugibt, dass man es selbst nicht mehr schafft. Aber gemeinsame Kindererziehung ist eigentlich ganz normal. In anderen Ländern erhalten Eltern reichlich Unterstützung.“

    In Ländern, in denen die Menschen stärker zusammenleben, hätten Eltern oft deutlich weniger Burnout-Beschwerden, sagt Luijk. „Gleichzeitig sieht man das Gegenteil. In sehr individualistischen Ländern, in denen der Leistungsdruck enorm hoch ist, entscheiden sich immer mehr Paare dafür, keine Kinder zu bekommen. Sie befürchten, dass es zu viel Stress verursacht, was ein Albtraum ist.“

    Verlassen

    Kurz nach der Geburt meines zweiten Kindes entschloss ich mich, meinen festen Job zu kündigen und weiterhin freiberuflich tätig zu sein. Die Tatsache, dass ich frei wähle, wann ich arbeite und wann ich nicht arbeite, sorgt für Frieden zu Hause und in meinem Kopf. Ich finde es einfacher, mein eigenes Chefsein mit einem kranken Kind, geschlossenen Schulen während Corona und dem immer größer werdenden Haufen schmutziger Wäsche zu vereinbaren.

    Das passiert häufiger, sieht Luijk. Kurz nach der Rückkehr der Mütter aus dem Mutterschaftsurlaub sind die Abwesenheits- und Abbrecherquoten besonders hoch. „Allerdings tun immer mehr Arbeitgeber ihr Bestes, um junge Eltern zu unterstützen. Gerade wenn junge Mütter ausscheiden, kostet das Unternehmen letztlich viel Geld.“

    Minister für zukünftige Generationen

    Es ist nun zehn Jahre her, seit mein Sohn in der Kita gestürzt ist. Die Kinder sind selbstständiger und ich bin wieder fest bei meinem alten Arbeitgeber angestellt. Es gibt kaum noch Anrufe aus der Schule oder dem Hort. Nachts bleibt es meist ruhig. Und mein Sohn wird bald eine Zahnspange für seine neuen Vorderzähne bekommen.

    „Vater oder Mutter zu sein ist schön und herausfordernd“, sagt Luijk. „Wir müssen dieses Bild normalisieren.“ Genauso wie die Tatsache, dass Eltern mehr Unterstützung von Nachbarn, Familie und Freunden, Arbeitgebern und der Regierung erhalten sollten.

    Der Pädagoge plädiert daher für einen Pfarrer künftiger Generationen. „Der Druck, dem Eltern ausgesetzt sind, ist keine Selbsttäuschung“, sagt Luijk. „Erziehung ist wirklich schwer. Und es liegt an der Gesellschaft, Eltern zu unterstützen und ihnen die Erziehung zu erleichtern. Zum Beispiel durch gute Kinderbetreuung, schöne Wohnviertel und Jobs, die Raum für Kindererziehung bieten.“

    Eltern unter Druck: Kindererziehung in einer anspruchsvollen Zeit – Neuer öffentlicher Bericht zeigt, wie es den Eltern in den Niederlanden wirklich geht

    https://www.eur.nl/nieuws/ouders-onder-druk-ouderschap-een-veeleisende-tijd

    https://www.ad.nl/binnenland/40-procent-van-de-ouders-kampt-met-burn-out-klachten-vooral-die-eerste-jaren-voelde-ik-me-tekortschieten~af9211c4/

    Von Chronicbias

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    7 Kommentare

    1. PanickyFool on

      Ik ben zo moe van al die verhalen over burn-out. Het leven is moeilijk, dat is het altijd al geweest, maar het is makkelijker dan ooit. Ga er gewoon mee door.

      Wat een zwakke generatie.

    2. Shaggythisaintweed on

      Dat voorbeeld van die crèche. misschien begrijp ik het niet omdat ik (nog) geen kinderen heb, maar ongelukjes gebeuren toch gewoon. Ja een kind kan lelijk vallen, maar het kan ook goed herstellen. Aan het eind was er niks ergs aan de hand..

    3. LittleNoodle1991 on

      Zeer herkenbaar. Waar moet ik de tijd en energie vandaan halen voor een tweede? Mij niet gezien. 

    4. Het is vreemd dat we met een stevige vergrijzing zitten en ondertussen de vereiste workload voor huishoudens met kinderen gigantisch hoog is, en 3 kids ondertussen een behoorlijke uitzondering is. Het verzorgen van kinderen is een fulltime baan en daar doe je er met een echte baan dus eigenlijk twee van. Het is ongezond en om allerlei redenen onwenselijk. Er zou veel meer prioriteit en waardering gelegd moeten worden bij het krijgen en opvoeden van kinderen. Het verlengde ouderschapsverlof is een doekje voor het bloeden.

    5. En ook hier weer een verband tussen mentale gezondheidsklachten en social-media… Ik kan beamen dat het echt wel zwaar is, dat kind hebben. Helemaal als je partner vervolgens 6 maanden aan bed gekluisterd is. Maar hey, ik heb geen social media dus de helft van de klachten die hierboven benoemd staan,, zie ik niet terug? Misschien toch maar nog minder op socials zitten, los van wel of geen kinderen hebben.

    6. En maar afvragen waarom minder mensen kinderen willen, het is echt niet alleen woningnood en financiën. De druk op ouders om het perfect te doen is gewoon enorm geworden.

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