>Wien – Seit 12. Mai muss die Justiz vorurteilsmotivierte Straftaten genau kategorisieren. Im IT-System muss aufgrund eines Erlasses von Ministerin Anna Sporrer (SPÖ) also das jeweilige Motiv eines Hate Crimes (Hassverbrechen) erfasst werden. Am häufigsten sind dabei die Motive nationale/ethnische Herkunft (115 Verurteilungen, 307 Anklagen) und die Ablehnung von westlichen Demokratien (44/151), zeigt eine APA-Anfrage. Besonders häufig richteten sich Hate Crimes 2025 auch gegen Jüdinnen und Juden.
>Nämlich gab es im Vorjahr 114 Anklagen mit diesem Vorurteilsmotiv, 430 Fälle wurden eingestellt und 17 diversionell erledigt. An den Gerichten endeten 71 Verfahren wegen Straftaten gegen Juden mit Verurteilungen, elf mit Freisprüchen. Ob diese hohe Zahl eine Folge des wiederaufgeflammten Nahostkonflikts nach dem Angriff der islamistischen Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 ist, lässt sich anhand der Zahlen nicht sagen, da man schlicht keine Zahlen zum Vergleich von davor hat, hieß es aus dem Justizressort auf APA-Nachfrage. 42 Fälle von Straftaten gegen Muslime und zwei gegen Christen führten zu Anklagen. Vor Gericht führten diese zu elf bzw. einem Schuldspruch.
>**Täter gegen Wohnungslose**
>Für das Vorliegen eines Hassverbrechens müssen einerseits eine Straftat wie etwa Körperverletzung, gefährliche Drohungen, Sachbeschädigung oder Verhetzung sowie andererseits das Motiv eines abwertenden Vorurteils gegenüber bestimmten Gruppen zusammenkommen. „Hassverbrechen sind nach wie vor traurige Realität in Österreich“, betonte Sporrer im Mai. Insgesamt sind, seitdem sie registriert werden, 5297 Fälle von mutmaßlicher Hasskriminalität bei den Staatsanwaltschaften angefallen, etwas mehr als ein Prozent des gesamten Anfalls (501.008 Fälle im abgefragten Zeitraum). Am häufigsten auch hier die „Weltanschauung/westliche Demokratie“ (1448). Darunter fallen verfassungsfeindliche Handlungen, welche sich gegen die liberale Demokratie richten, durch welche „Andersdenkende“ als geschützte Opfergruppe angegriffen werden, oder die westliche Werte und die österreichische Rechtsordnung angreifen. Danach folgen die Herkunft (1411) sowie „Religion-Judentum“ (607).
>Auch die Hautfarbe stellt sich als Motiv für Diskriminierung dar. So gab es 49 Anklagen und zwölf Diversionen in diesen Fällen, diese führten bisher zu 18 Verurteilungen und fünf Freisprüchen. Vier Anklagen gab es zudem gegen Täter, die sich gegen Wohnungslose richteten. In neun Fällen wurde wegen Straftaten gegen Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung, in fünf wegen Taten gegen Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung Anklage erhoben. Das Vorurteilsmotiv Alter führte zu zehn Anklagen und vier Verurteilungen.
>**Angriffe auf Homo- und Bisexuelle**
>Kurz vor der Verkündung des Erlasses sorgten Ende März zahlreiche Angriffe auf Homo- und Bisexuelle, denen fälschlicherweise Pädophilie unterstellt wurde, für Aufsehen. Ein Blick auf die Statistik zeigt: Seitdem gab es 35 Anklagen wegen Straftaten gegen Homosexuelle, drei Fälle richteten sich gegen Bisexuelle und einer gegen eine heterosexuelle Person. Um welchen Fall es sich hierbei handelte, konnte das Ministerium nicht mitteilen. Vor Gericht gab es schließlich acht Verurteilungen wegen Straftaten gegen Homosexuelle.
>Niedrigere Zahlen findet man im Bereich des Geschlechts/der Geschlechtsidentität als Vorurteilsmotiv. So kam es zu 17 Anklagen wegen Taten gegen Frauen, sechs Fälle richteten sich gegen Transpersonen und zwei gegen Personen mit Geschlechtseintrag inter/divers. Es kam zu fünf Verurteilungen, bei einer davon war das Opfer divers, bei dem Rest handelte es sich um Frauen.
>Zusätzlich werden aus dem Bereich Zivilrecht noch 190 Mandatsverfahren und 20 Anträge nach dem E-Commercegesetz mit einer Deliktskennung Vorurteilsmotiv geführt. (APA, 25.1.2026)
Nein das kann doch nicht wahr sein, man wird doch nicht Müde zu betonen, dass Islamophobie das Problem ist ! 42 Anklagen wegen Straftaten gegen Muslimen bei 11 Verurteilungen, lol. Was ein Glück, dass wir keine Daten haben, wer die Hatecrimes gegen Juden verübt.
Dongsquad420Loki on
Und dann wird wieder irgend ein genie daherkommen und anzweifeln ob das alles doch richtige Straftaten waren
always_come on
Jeder weiß, aus welcher Ecke die Angriffe gegen Juden hauptsächlich kommen.
blackandwhiteandblue on
Seit dem 7. Oktober hat die Hamas und ihre Propaganda geschafft, Judenhass wieder salonfähig zu machen. Dass so viele „Linke“ da tatkräftig mitgemacht haben, ist echt unfassbar.
Steve_3vets on
Wasser ist Nass Artikel oder was?
[deleted] on
[removed]
Mithrandir2k16 on
Mich wundert das zwar nicht, aber ich bin trotzdem Interessiert ob es hier eventuell eine Schieflage bei der Erfassung und Meldewahrscheinlichkeit gibt. Zu Moslems sind viele hierzulande leider auch nicht allzu nett. Wenn man mehr misst, wird man auch mehr finden.
Rinerino on
Ich kann den Artikel nicht anschauen. Machen die einen Unterschied zwischen wirklich Antisemitischen Verbrechen und Antizionismus
slashbye on
Manche Kommentare hier lassen mich echt daran zweifeln, dass noch irgendwer irgendwann mal meine Pension zahlen wird.
AdmirablePrinciple52 on
Oh wow, wer hätte gedacht, dass Antijudaismus steigt, wenn die einzige jüdische Theokratie einen live streambaren Genozid veranstaltet und Zionismus und Judentum kommunikativ gleichsetzt?
Und in Medien nur ein einziges jüdisches Weltbild propagiert wird, obwohl es gerade unter unseren jüdischen Mitbürgern eine große Vielfalt zum Thema Zionismus gibt.
Dass Kritik an der Regierung Israels und Antijudaismus von vielen in der Weltbevölkerung nur spärlich differenziert wird, spielt genau jenen in den Händen, gegen die sich im Großen und Ganzen die Kritik zu richten hat.
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13 Kommentare
>Wien – Seit 12. Mai muss die Justiz vorurteilsmotivierte Straftaten genau kategorisieren. Im IT-System muss aufgrund eines Erlasses von Ministerin Anna Sporrer (SPÖ) also das jeweilige Motiv eines Hate Crimes (Hassverbrechen) erfasst werden. Am häufigsten sind dabei die Motive nationale/ethnische Herkunft (115 Verurteilungen, 307 Anklagen) und die Ablehnung von westlichen Demokratien (44/151), zeigt eine APA-Anfrage. Besonders häufig richteten sich Hate Crimes 2025 auch gegen Jüdinnen und Juden.
>Nämlich gab es im Vorjahr 114 Anklagen mit diesem Vorurteilsmotiv, 430 Fälle wurden eingestellt und 17 diversionell erledigt. An den Gerichten endeten 71 Verfahren wegen Straftaten gegen Juden mit Verurteilungen, elf mit Freisprüchen. Ob diese hohe Zahl eine Folge des wiederaufgeflammten Nahostkonflikts nach dem Angriff der islamistischen Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 ist, lässt sich anhand der Zahlen nicht sagen, da man schlicht keine Zahlen zum Vergleich von davor hat, hieß es aus dem Justizressort auf APA-Nachfrage. 42 Fälle von Straftaten gegen Muslime und zwei gegen Christen führten zu Anklagen. Vor Gericht führten diese zu elf bzw. einem Schuldspruch.
>**Täter gegen Wohnungslose**
>Für das Vorliegen eines Hassverbrechens müssen einerseits eine Straftat wie etwa Körperverletzung, gefährliche Drohungen, Sachbeschädigung oder Verhetzung sowie andererseits das Motiv eines abwertenden Vorurteils gegenüber bestimmten Gruppen zusammenkommen. „Hassverbrechen sind nach wie vor traurige Realität in Österreich“, betonte Sporrer im Mai. Insgesamt sind, seitdem sie registriert werden, 5297 Fälle von mutmaßlicher Hasskriminalität bei den Staatsanwaltschaften angefallen, etwas mehr als ein Prozent des gesamten Anfalls (501.008 Fälle im abgefragten Zeitraum). Am häufigsten auch hier die „Weltanschauung/westliche Demokratie“ (1448). Darunter fallen verfassungsfeindliche Handlungen, welche sich gegen die liberale Demokratie richten, durch welche „Andersdenkende“ als geschützte Opfergruppe angegriffen werden, oder die westliche Werte und die österreichische Rechtsordnung angreifen. Danach folgen die Herkunft (1411) sowie „Religion-Judentum“ (607).
>Auch die Hautfarbe stellt sich als Motiv für Diskriminierung dar. So gab es 49 Anklagen und zwölf Diversionen in diesen Fällen, diese führten bisher zu 18 Verurteilungen und fünf Freisprüchen. Vier Anklagen gab es zudem gegen Täter, die sich gegen Wohnungslose richteten. In neun Fällen wurde wegen Straftaten gegen Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung, in fünf wegen Taten gegen Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung Anklage erhoben. Das Vorurteilsmotiv Alter führte zu zehn Anklagen und vier Verurteilungen.
>**Angriffe auf Homo- und Bisexuelle**
>Kurz vor der Verkündung des Erlasses sorgten Ende März zahlreiche Angriffe auf Homo- und Bisexuelle, denen fälschlicherweise Pädophilie unterstellt wurde, für Aufsehen. Ein Blick auf die Statistik zeigt: Seitdem gab es 35 Anklagen wegen Straftaten gegen Homosexuelle, drei Fälle richteten sich gegen Bisexuelle und einer gegen eine heterosexuelle Person. Um welchen Fall es sich hierbei handelte, konnte das Ministerium nicht mitteilen. Vor Gericht gab es schließlich acht Verurteilungen wegen Straftaten gegen Homosexuelle.
>Niedrigere Zahlen findet man im Bereich des Geschlechts/der Geschlechtsidentität als Vorurteilsmotiv. So kam es zu 17 Anklagen wegen Taten gegen Frauen, sechs Fälle richteten sich gegen Transpersonen und zwei gegen Personen mit Geschlechtseintrag inter/divers. Es kam zu fünf Verurteilungen, bei einer davon war das Opfer divers, bei dem Rest handelte es sich um Frauen.
>Zusätzlich werden aus dem Bereich Zivilrecht noch 190 Mandatsverfahren und 20 Anträge nach dem E-Commercegesetz mit einer Deliktskennung Vorurteilsmotiv geführt. (APA, 25.1.2026)
https://preview.redd.it/9hvese94jgfg1.png?width=1254&format=png&auto=webp&s=30cf9cbd16aa92bff6645c436255be4cebe02619
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Nein das kann doch nicht wahr sein, man wird doch nicht Müde zu betonen, dass Islamophobie das Problem ist ! 42 Anklagen wegen Straftaten gegen Muslimen bei 11 Verurteilungen, lol. Was ein Glück, dass wir keine Daten haben, wer die Hatecrimes gegen Juden verübt.
Und dann wird wieder irgend ein genie daherkommen und anzweifeln ob das alles doch richtige Straftaten waren
Jeder weiß, aus welcher Ecke die Angriffe gegen Juden hauptsächlich kommen.
Seit dem 7. Oktober hat die Hamas und ihre Propaganda geschafft, Judenhass wieder salonfähig zu machen. Dass so viele „Linke“ da tatkräftig mitgemacht haben, ist echt unfassbar.
Wasser ist Nass Artikel oder was?
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Mich wundert das zwar nicht, aber ich bin trotzdem Interessiert ob es hier eventuell eine Schieflage bei der Erfassung und Meldewahrscheinlichkeit gibt. Zu Moslems sind viele hierzulande leider auch nicht allzu nett. Wenn man mehr misst, wird man auch mehr finden.
Ich kann den Artikel nicht anschauen. Machen die einen Unterschied zwischen wirklich Antisemitischen Verbrechen und Antizionismus
Manche Kommentare hier lassen mich echt daran zweifeln, dass noch irgendwer irgendwann mal meine Pension zahlen wird.
Oh wow, wer hätte gedacht, dass Antijudaismus steigt, wenn die einzige jüdische Theokratie einen live streambaren Genozid veranstaltet und Zionismus und Judentum kommunikativ gleichsetzt?
Und in Medien nur ein einziges jüdisches Weltbild propagiert wird, obwohl es gerade unter unseren jüdischen Mitbürgern eine große Vielfalt zum Thema Zionismus gibt.
Dass Kritik an der Regierung Israels und Antijudaismus von vielen in der Weltbevölkerung nur spärlich differenziert wird, spielt genau jenen in den Händen, gegen die sich im Großen und Ganzen die Kritik zu richten hat.