Mercosur-Abkommen: So blind können nur Bauern sein

https://www.spiegel.de/politik/deutschland/mercosur-abkommen-so-blind-koennen-nur-bauern-sein-kolumne-a-bee8c795-a5c9-45e7-aef6-6dc7b0a24715?sara_ref=re-so-app-sh

10 Kommentare

  1. >Björn Höcke, der dunkle Lord der AfD, twitterte dieser Tage seinen Protest gegen das Abkommen und wurde bodenfarben grundsätzlich: »Volkssouverän ist nur der, der wirtschaftssouverän ist. Und wirtschaftssouverän kann der niemals sein, der nicht nahrungsmittelsouverän ist.«
    >
    >Das klingt düster dräuend, aber ich wüsste ganz einfach gern, ob »nahrungsmittelsouverän« das Wort ist, das Carl Schmitt oder andere Nazi-Kronjuristen für »autark« benutzt hätten. Autark, im Sinne »das Land selbstversorgend«: Dazu reicht es bei der deutschen Landwirtschaft immer, fragt sich nur, auf welchem Niveau und ohne welche Produkte? Mithin müsste jemand die AfD-Wähler in Ostdeutschland daran erinnern, wie es in den Kaufläden der DDR aussah. Und die Frage beantworten: Woher kommen dann die West-Pakete?

    „Deutsche, kauft deutsche Zitronen!“

    https://www.textlog.de/tucholsky/gedichte-lieder/europa

  2. Wow, wenn selbst Blome sowas schreibt, dann weiß man wirklich wie hardcore-lost die Güllemafia ist.

  3. Meme-Botto9001 on

    Viel wichtiger ist eigentlich:

    Diese TERRORISTEN haben schonwieder, mit ihren von der EU und Deutschen Steuergeldern subventionierten Maschinen, Straßen blockiert, Barrikaden errichtet und angezündet für ihre Kack Agenda und niemand hält die auf, beschießt die mit Tränengas, Wasserwerfern oder zieht sie aus ihren hunderttausend euro Maschinen, um ihnen die Scheiße aus dem Leib zu prügeln…aber wehe dem man versucht auf die bevorstehende Zerstörung unseres Lebensraumes hinzuweisen oder für soziale Gerechtigkeit zu demonstrieren.

  4. BerneDoodleLover24 on

    Ich muss Herrn Blome mal bedingungslos zustimmen, das ist eher selten.

    Der Mann steht nun wirklich nicht im Verdacht links-grün zu sein.

    Die Bauern und AfD sind halt ziemlich lost. Die Bauern haben nur einen harten Wettbewerbsvorteil beim demonstrieren.

  5. Ok eine Blome Kolumne der ich in (großen) Teilen zustimme?

    Das stand nun auch nicht auf meiner 2026-er Bingo-Karte.

    Aber vielleicht kommt das mal irgendwo an, der Vergleich zwischen den Gülleterroristen und den Klimaaktionen. Obwohl der Vergleich unfair ist: bei der erstenBauern Aktion gab es schwere [Unfälle](https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/oldenburg_ostfriesland/35-Jaehriger-bei-Bauerndemo-ueberfahren-Emslaender-angeklagt,bauernprotest462.html) und [Verletzte](https://www.tagesschau.de/inland/regional/berlin/bauernproteste-brandenburg-verletzte-100.html) und mindestens einen [Toten](https://www.stern.de/panorama/weltgeschehen/bauernprotest-auf-der-a66–lkw-fahrer-stirbt-bei-auffahrunfall-34358184.html).

  6. Landwirte haben einen noch höheren Gottkomplex als es manche Ärzte haben.
    „wIR ERNährEn EuCH!!!11!11!1!!“

    Dabei ernähren sie in erster Linie ihr eigenes Vieh oder „füttern“ die Biogasanlage.

    Bei vielen Landwirten treffen Arroganz und Wissenschaftsfeindlichkeit zusammen und ergeben eine ganz gefährliche Mischung.

  7. LewAshby309 on

    Wieder Beispiele wie social media bubbles funktionieren und die Realität verzerrt.

    Viele denken, dass alle Bauern demonstriert haben.

    Nein. Das war nur ein kleiner Teil. Die Mehrheit der Landwirte sagt ganz klar es ist dumm sich auf Autobahnauffahrten zu stellen.

    Das ist halt genau das was bei den großen Protesten vorgeworfen aber nicht wahr war: Es sind Bauern rechts außen. Dieses mal sind es nämlich wirklich die Bauern rechts außen. Darum auch deutlich weniger.

    Würden 2/3+ der Landwirte so eine dumme Aktion mit Straßensperren abziehen würde halb Deutschland für einen Tag lahmgelegt werden.

  8. Zealot13091 on

    Ich bin ebenfalls kein großer Fan von Freihandelsabkommen. Das liegt vielleicht daran, dass ich von TTIP noch geschädigt bin. Aber wenn das der Weg ist um unabhängiger von den USA zu werden, dann sollen die die Bauern einfach ignorieren und es durchziehen.

  9. PostDemocracy on

    Habe den Text für Interessierte etwas abgekürzt (Änderungen sind nicht alle gekennzeichnet, da es den Lesefluss zu stark gestört hätte):

    >Die EU-Mitgliedstaaten beschlossen ein Abkommen mit den südamerikanischen Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. […]

    >Mercosur und EU: Da kommt fast ein Fünftel der weltweiten Wirtschaftsleistung zusammen, rund 730 Millionen freie Menschen. Das Abkommen kann also die fatale Abhängigkeit von China lindern (seltene Erden, Lithium, …) […]

    >Die Landwirtschaft machte zuletzt noch 0,8 oder 0,9 Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung aus (EU: 1,6%). Das steht in keinem Verhältnis zu dem, was der anhaltende Widerstand der Branche beim Freihandelsabkommen an Vorteilen blockiert hat. […]

    >Dazu gehört, dass einzelne Kleinverbände neuerlich versuchten, als Protest gegen das Mercosur-Abkommen Autobahnen zu blockieren . Bei den »Klimaklebern« hielt man Vergleichbares in bäuerlichen Kreisen noch für strafwürdige Nötigung. […]

    >Was Bauernverbände seit jeher tun: neue Beihilfen fordern […] Seit dem 1. Januar bekommen die Bauern nun 21,5 Cent pro Liter Diesel, den sie tanken, aus Steuermitteln erstattet. […] mehr als 400 Millionen Euro pro Jahr […] Ein »Danke« hab’ ich trotzdem nicht vernommen […]

    >Und nach mehreren Jahren, in denen die Lebensmittelpreise die Gesamt-Inflation […] eher angefeuert haben, dürfte »billiger« bei den normalen Leuten im Laden ganz gut ankommen.

  10. Diese unfassbare Narrenfreiheit, die Landwirte ja offensichtlich nicht nur bei Konservativen, sondern in der Bevölkerung allgemein genießen, muss studiert werden.

    Die mit Abstand am stärksten subventionierte und gehätschelte Berufsgruppe geht regelmäßig crashout und spritzt die Innenstädte mit Scheiße voll, wenn ihnen irgendwas auch nur gefühlt in die Profite beißt, und die Message ist: „Gebt uns gefälligst noch mehr Steuergelder, damit wir euch Produkte 3x teurer andrehen können als das was man importieren könnte!!“

    Und nach wie vor lässt sich offensichtlich ein Großteil der Bevölkerung sowas bieten.

    (das heißt übrigens nicht, dass ich Subventionen in dem Bereich für insgesamt schlecht halte, natürlich ist ein gewisser Grad an Nahrungsproduktion im Inland aus vielen Gründen wichtig. Aber irgendwann muss Schluss sein. )

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