
In Finnland lernen Kinder schon im Kindergarten, wie man Fakten von Fiktion unterscheidet und was Desinformation, Fehlinformation und Gerüchte sind – und das zieht sich durch alle Schulstufen bis ins Erwachsenenalter. Laut dem European Media Literacy Index liegt Finnland seit Jahren auf Platz 1, wenn es um Medienkompetenz, Medienfreiheit und Vertrauen in heimische Medien geht; in der aktuellen Erhebung erreicht das Land 74 von 100 Punkten, während Österreich mit 59 Punkten auf Platz 14 liegt.
Fragen an euch:
- Glaubt ihr, so ein Ansatz würde in Österreich/Deutschland funktionieren, oder scheitert es an Politik, Lehrplan und Ressourcen?
- Würdet ihr euch mehr strukturierte Medienbildung (auch für Erwachsene) wünschen, z.B. in Schulen, Bibliotheken oder Volkshochschulen?
- Welchen Medien vertraut ihr persönlich noch, wenn es um politische Berichterstattung und Desinformation geht?
Quelle: Hintergrundbericht zu Finnlands Medienbildung und Fake-News-Bekämpfung: https://kontrast.at/fake-news-erkennen-finnland/
Kinder in Finnland erkennen Fake-News
byu/Quiet-Supermarket215 inAustria
Von Quiet-Supermarket215
24 Kommentare
Das muss echt ein Grundfach in jeder Demokratie sein!
Solang Regierungen selbst die Anerkennung von Fakten grundsätzlich ablehnen bzw. so lange aufschiebt, bis es die Wahlergebnisse beeinflusst, kann sowas bei uns nicht funktionieren.
Es bräuchte in jeder Schule ein Fach digitale Erziehung oder sowas in der Art.
Wenn die Kinder vom KG abgeholt werden, in der U-Bahn oder sonst wo sind, bekommen sie sofort ein Handy, damit *“A Ruh is“*.
Wenn sie kein Handy haben, benehmen sie sich wie wilde Tiere, weil ihre Eltern nur auf ihr Handy starren.
Nicht nur die Kinder sollten erzogen werden, sondern auch die Eltern.
Ist alles nur eine Frage der Lehrkräfte – und die haben leider zu großen Teilen die Kompetenz nicht. Ausnahmen bestätigen die Regel 😉
In einem Land, in dem Smartphones in der Schule verboten werden anstatt sie sinnvoll zu nutzen, wird sich imho leider nicht so schnell was bessern.
Medienkompetenz (Oder wie wir es auch nennen ist wurscht) muss in den Volksschulen und in Folge Mittelschule/Gym dringend in den Lehrplan!
Vor allem AI wird immer mehr zum Problem und das gravierender und schneller als uns lieb ist.
Allein was Grok aufführt seit neuestem muss vor allem Schulen auf den Plan rufen. Das wird böse enden, wenn dort nicht gegengelenkt wird!
>Welchen Medien vertraut ihr persönlich noch, wenn es um politische Berichterstattung und Desinformation geht?
Bluesky, Standard-Ticker, Sonst ist nichts mehr übriggeblieben. Zeitungen kannst in O eigentlich vergessen. auch orf-at hat auch keine ernstzunehmende Redaktion mehr, die kupfern blind von APA/TASS ab.
Damit würd sich unsere Politik ja ins eigene Knie schießen /s
Wir sind u.a. im Informations-Zeitalter. Natürlich müsste es locker 2 Stunden Medien-Unterricht geben in der Schule.
Aktuell haben wir zB eine Tendenz, dass 60-80 % der Menschen nur noch kurze Social Media Info-Häppchen konsumieren.
Und Politiker wie Trump oder auch Kurz/Kickl passen ihre Kommunikation dahin an. Das ist jetzt echt Style geworden, quasi Social Media Content zu sprechen. Paar Sätze, die so halb sinnvoll sind, weil viele Leute eh nimmer länger über eine Sache nachdenken wollen. Immer von 1 Thema zum nächsten.
zB der Sebastian Kurz: Genau wie Trump redet er kompletten Unfug in inhaltlichen Mini-Häppchen.
Kurz sagt: Erdöl wird billiger wegen Trumps Venezuela-Coup.
Stimmt aber 0. Das Venezuela-Öl ist sehr schwefelhaltig, lohnt sich erst ab 50 USD Ölpreis. Da ist der Preis aber aktuell ungefähr. Deshalb investiert da auch niemand.
Und wenn wer investiert, dann braucht das JAHRE, bis dort die Industrie wieder auf nennenswerte Fördermengen kommt und das setzt mal politische Stabilität voraus, die auch noch nicht sichtbar ist.
Aber Kurz plappert das, weil es eh niemand nachprüfen kann und will und er sagt das für Trump, weil diese Leute gemeinsam ihre Tech-Milliardärs-Herrschaft entwickeln.
Welchen Medien vertraut ihr persönlich noch, wenn es um politische Berichterstattung und Desinformation geht?
-> Der ÖRR berichtet politisch einseitig und verschweigt oft wichtige Tatsachen. Dafür lügt er wenigstens nicht offen.
Politik. Lehrplan UND Ressourcen.
Ja.
Schwierigst zu beantworten. Muss ich in mich gehen.
Edit: Am ehesten vertraue ich auf das, was ich von Leuten höre, denen ich schon vorher vertraute. Wo die dann auftreten, ist nachrangig. Aber es wird wenig überraschen, dass ich kaum jemandem, der in oe24 zu Wort kommt, vertrauen werde.
Bist du des Wahnsinns ? Würden die Leute Desinformation und Fehlinformation erkennen würden doch die meisten Partein massiv Wähler verlieren – kann doch niemand wollen. Am Ende willst noch eine mündige, gebildete Gesellschaft. /s
politisches Hick Hack, Interventionen der Bundesländer, nicht-ausreichende Finanzierung, Querschüsse der IV und WKO … ja, also, wird wohl eher nix
(und ja, ich meine auch das mit den Querschüssen der Lobbies ernst)
mein sohn ist in der dritten klasse vs und die sind das schon durchgegangen… normale öffentliche schule..
Grundsätzlich ja, aber für mich liegt das klar bei den Eltern.
Medium ist grundsätzlich egal, weil du alle Inhalte/Creator auf jeder Plattform findest.
Es muss hingehen zu: ich bin für meinen eigenen Algorithmus verantwortlich.
Meine Kids und ich konsumieren Medien gemeinsam, das war in den letzten 3 Jahren eher ein zweiter Vollzeitjob, Inhalte diskutieren und einordnen. Trotz Filter problematischen Content melden bzw blocken und diskutieren warum der Inhalt kritisch zu sehen ist.
Ich habe das bewusst vor der Pupertät begonnen, weil einen die Kinder dann noch einbinden und gerne zeigen was sie gut finden.
Die meisten Eltern in meinem Umfeld sind kaum an den Medien oder Spielen interessiert, die ihre Kinder konsumieren, da liegt eher das Problem.
Die bekommen ein Handy ohne Filter in die Hand gedrückt mit dem Vermerk, die kennen sich eh besser aus als ich. Ich setze mein Kind ja auch nicht in einer fremden Stadt.
Meine Kinder können den Großteil des AI Contents sofort erkennen und cringen hart, wenn sie so Standard Insta oder Facebook Postings über meinen Account sehen, weil das einfach eine einzige peinliche Egoshow ist.
Aber dann hätten die Blauen viel weniger Wählerschaft …und das ginge natürlich nicht.
Erwachsene in Österreich erkennen Fake-News *nichf*
es is wirklich traurig dassma leiten/kindern beibringen muss fake news zu erkennen u es in der welt einfach ned möglich is leuten beizubringen den scheiß garned erst zu verzapfen… ich bins echt leid dass es soviele hks gibt
Bin ich zu pessimistisch, wenn ich sage, dass ich doch etwas überrascht bin, dass die Kinder hierzulande „nur“ 15 Punkte hinter #1 aber fast 40 Punkte vor dem Letzten abgeschnitten haben?
Und bei uns können (stand 2024) 29% der bevölkerung nicht sinnerfassend lesen, was es wohl mit erkennen von fake news schwierig machen wird…
Heute erzählt mir Sohn #1, dass ein Kind in der von einem TikTok-Video erzählt, das beweist, dass die Erde flach ist.
Ein anderes Kind sagt „Joo, was laberst du, Alter? Die Erde ist eine Kugel.“
Sagt das TikTok Kind: „Brah, da war unten das ORF Logo, also war es in den Nachrichten und stimmt.“
Kein Scherz.
>Glaubt ihr, so ein Ansatz würde in Österreich/Deutschland funktionieren, oder scheitert es an Politik, Lehrplan und Ressourcen?
Es scheitert an den Journalisten. Nachrichtenbeiträge ohne Quelle (immer Link wenn möglich) würden da sofort durchfliegen.
Müssen Fakenews sein, was du da schreibst. Jeder der Kinder hat weiß was ich meine.
Österreichische Bildung ist schwierig zu steuern, weil da eine große Mehrheit für das Schulorganisationsgesetz nötig ist, das ist seit Jahrzehnten unmöglich. Die Parteien spielen nicht zusammen, sieht man bei anderen Baustellen wie dem Thema Ganztagsschule auch. Da wird eher populismus gemacht wie Kopftuchverbot oder was leichtes, Handyverbot. Wie in Österreich außerhalb der Bildung über Medien geschimpft würd, wie manche Parteien seit Jahrzehnten die Grenzen verschieben… finde es kurz gefasst zu wenig, das Problem „nur“ mit „mehr Bildung in der Schule“ zu lösen. Und da kommt der zweite Punkt mit der „strukturierten Medienbildung für Erwachsene“ der nett klingt, aber mMn beim Thema vorbeigeht: Die Lösung wäre, das strukturiert vorzuleben und einzufordern. Das würde zb Bedeuten, dass Institutionen wie unsere Presserat mehr Macht bekommt, und auch wirklich bei gefährlichen Publikationen a la Heute usw auch mit echten Konsequenzen drohen kann. Ich meine also, dass bevor alle Erwachsenen irgendwelche Kurse oder Workshops oder Vorträge usw bekommen, es wirklich bei den bereits zuständigen Behörden die Arbeit mal funktionieren muss – wenn die schon Verwarnen dann muss das auch was bringen. Letzter Punkt. Vertrauen ist relativ, Medienkonsum generell ist anstrengend. Vor allem die heutige Gesellschaft liefert gefühlt tagtäglich Schlagzeilen, die sehr besorgniserregend sind. Aus dieser Überflutung bleibt dann nur mehr stehen: Was ist für mich relevant, vermutlich genau die nächste Wahl und sonst gar nichts. Der 0815 BürgerIn beschäftigt sich nicht mit Außenpolitik, genauso wenig wie Finanzpolitik. Maximal ist die Gesundsheitspolitik Thema, Stichwort Impfpflichtdesaster. Da hatten alle ne Meinung zu. In Summe ist die Fragestellung zum Vertrauen in die Medien und zur eigenen Informationsbeschaffung nicht ausreichend, vermutlich wäre die Frage nach Medienkonsum und wie man sich das eigentlich menschengerecht vorstellt interessant. Zb Podcast vom Wolf und Filzmayer, super gute politische Bildung. Erreicht aber nur einen Teil aller BürgerInnen, also müsste man mal wissen, was die anderen brauchen um erreicht zu werden.
Das sollte man auf Ü50 jährige ausweiten. Vor allem Menschen die vor der Digitalisierung in der Schule waren.