Share.

    15 Kommentare

    1. Bricklover1234 on

      Eine Frage die ich mir stelle:

      In der Schweiz gibt es wohl eine Regel, die besagt dass ab 100 Personen zwei unabhängige Rettungswege verfügbar sein müssen. Wie kann es sein, dass die Bar offensichtlich nur einen Rettungsweg über die Treppe hat, es aber augenscheinlich allein 115 Verletzte gibt?

      Ich habe da eine Vermutung…

    2. Cool-Perception-7064 on

      So tragisch und so unverständlich. Mutmaßlich hat die Schallschutz-Deckenverkleidung Feuer gefangen.

      Es gab schon so viele vergleichbare Fälle, wie kann es sein, dass die Betreiber immer wieder leicht entzündliche Materialien nutzen, insbesondere wenn flambiert wird (z.B. Restaurantbrand 2023 in Madrid mit 2 Toten) oder Indoor Feuerwerk gezündet wird?

      So viel teurer wäre ein schwer entflammbarer Lärmschutz wohl nicht gewesen sein und an Geld mangelt es so einem Betrieb im Luxusresort wohl auch nicht, oder?

    3. Es gibt ein Video vom Ein/Ausgang und der Treppe, da stecken die Leute fest, rufen um Hilfe und _trommelwirbel_ draußen in Sicherheit stehen fünf Typen drum rum und filmen lieber.

      Unterlassene Hilfeleistung ist hoffentlich auch in der Schweiz strafbar.

    4. Da gibt es in der Tat viele Fragen.

      Namentlich:

      – War die mutmasslich leicht brennbare Deckenverkleidung aus Schaumstoff legal?

      – War die Notausgangs-Situation legal?

      – War die Belegung legal?

      – War es legal, Feuerwerk (Wunderkerzen) zu „servieren“ in so einer Lokalität?

      Und falls irgendetwas (oder alles) davon nicht legal war, wovon wohl auszugehen ist:

      – Wieso wurde es von der zuständigen Kontrollbehörde nicht kontrolliert und abgestellt?

      Zu beachten ist hierbei, dass der Kanton Wallis (der klischeehaft als die „Bananenrepublik der Schweiz“ bekannt ist) die Verantwortung für die Einhaltung der feuerpolizelichen Vorschriften offenbar an die einzelnen Gemeinden (Kommunen) delegiert. D.h. da sind kleinere bis mittlere Bergdörfer selber dafür verantwortlich. In einer Region, die für ihre „Eine Hand wäscht die andere“ und „Wir nehmen nicht alle nationalen Gesetze so genau“ Mentalität bekannt ist.

      (Übrigens: Der durchschnittliche Deutsche kennt wahrscheinlich zwei Personen, die aus dem Kanton Wallis stammen. Beide sind weltweit in erster Linie für eines bekannt: Korruption. Sie heissen Sepp Baltter und Gianni Infantino. Just saying.)

    5. Terror_Raisin24 on

      Ich beschäftige mich beruflich mit dem Thema und für mich werfen sich da ehrlich gesagt noch ein paar mehr Fragen auf.

      – Das Thema der Notausgänge jetzt mal nur unter Vorbehalt, weil anscheinend – Stand jetzt – noch nicht ganz klar ist, wie viele Notausgänge es tatsächlich gab, wie diese bemessen waren und ob sie funktionsfähig waren. Denn selbst wenn ausreichend Notausgänge vorhanden sind, passiert es leider noch viel zu oft, dass diese verstellt, verschlossen oder ähnliches sind. Warten wir hierzu mal ab.

      – Die Deckenverkleidung aus Pyramidenschaum: Hier gibt es mehrere Ausführungen: normal entflammbare (Baustoffklasse B2), die kann man für sein privates Musikzimmer nehmen, und schwer entflammbar (B1). So wie es auf dem Video aussieht, wurde hier ungeeignetes, normal entflammbares Material verbaut, so schnell wie sich das verbreitet. Sowas passiert häufig im Nachhinein durch die Betreiber selber, nicht beim fachgerechten Ausbau.

      – Das Verhalten der Gäste und des Personals. Ja, ich weiß, alle jung, sicherlich auch ausgelassen feiernd und ggf. alkoholisiert. Aber alle haben offenbar die Situation unterschätzt. Du musst kein Experte für Flashover sein. Aber wenn über Dir die Deckenverkleidung (oder irgendwas anderes) brennt, dann schlag bitte nicht mit der Jacke drauf, während Du es mit der anderen Hand filmst. Es muss Feuerlöscher gegeben haben, aber niemand scheint diese genutzt zu haben. Und meine Güte, es ist eine Bar, es gab doch sicher nicht nur hochprozentigen Alkohol, sondern irgendwelche nicht brennbaren Flüssigkeiten, einen Wasseranschluss an der Theke, irgendwas, was in den ersten paar Sekunden noch eine Chance auf Erfolg gehabt hätte.

      An alle:

      – Wenn ihr fremde Gebäude betretet, in denen viel los ist (Disko, Ikea an einem Samstag, Stadion.. was weiß ich) , es vielleicht dunkel ist: Irgendwo im Eingangsbereich gibt es einen Flucht- und Rettungsplan. Werft mal einen Blick drauf, wo zB die Notausgänge sind. In einer Panik rennen die meisten entweder da raus wo sie reingekommen sind oder rennen dem erstbesten hinterher, der einen kompetenten Eindruck macht, weil er entschlossen in irgendeine Richtung rennt, aber wahrscheinlich gibt es noch bessere Wege, zu denen der Weg nicht so weit sind und als funktionsfähige Notausgänge ausgewiesen sind.

      – Macht Euch grob damit vertraut, wie ein Feuerlöscher funktioniert. Manchmal bieten Baumärkte sowas in der Vorweihnachtszeit an, Euer Arbeitgeber muss einen Brandschutzbeauftragten haben, der Euch das zeigen kann, oder ihr fragt mal bei der örtlichen freiwilligen Feuerwehr. Verliert die Angst, sowas zu benutzen. Verlasst Euch nicht drauf, dass jemand anders das schon machen wird. So viele kleine Brände wären gar nicht so eskaliert, wenn jemand beherzt einen Feuerlöscher von der Wand genommen hätte. Macht das nur, wenn nicht schon Hopfen und Malz verloren ist. Wenn im ganzen Raum die Decke brennt, dann erreicht ihr mit dem Löscher auch nix mehr, sondern habt hoffentlich das Gebäude schon verlassen.

    6. MissMags1234 on

      Das sind so Bereiche im Leben, wo ich um jede Bürokratie, die dann auch kontrolliert wird, dankbar bin.

      Brandschutz kommt einem oft übertrieben vor, aber es macht vieles vermeidbar…

    7. DerAuenlaender on

      Wenn hier davon berichtet wird, wie Angehörige und Dorfbewohner:innen jetzt nach dem Unglück beten, erinnert mich das, so zynisch es klingt, an die „thoughts and prayers“ nach dem x-ten Shooting in den USA. In beiden Fällen würde es uns gut stehen, lieber strenge Regeln (bzgl. Waffen oder Brandschutz) _vor_ einer Katastrophe durchzusetzen, als dann, wenn es zu spät ist, zu beten.

      Aber es wird nur wenige Tage dauern, bis wieder jemand über den Brandschutz als Paradebeispiel für überbordende Bürokratie schimpft. Die Fans der sogenannten „Freiheit“ sind hier und dort dieselben.

    8. Tja, wahrscheinlich sind alle Kontrollorgane sowie die Betreiber und Richter verwandt, verschwägert oder sind einander noch alte Gefallen schuldig. Und „der Knast“ ist dann das Exil auf Sizilien…

    9. Alle Fragen wurden bereits vor fast 13 Jahren beantwortet, als die Boate Kiss im Süden Brasiliens in Flammen aufging – aber das ist ja die Dritte Welt, oder? So etwas wäre in Europa niemals passiert.

    10. Mit Ausnahme von Glas- und Steinwolle ist nahezu jede Dämmung brennbar. Zahlreiche Fassadenbrände zeigen, wie schnell sich Feuer ausbreiten kann, sobald die erste Schicht überwunden ist.

      Bevor nach externen Schuldigen gesucht wird, wegen einem Feuerlöscher oder ähnlichen sollte man die eigenen Versäumnisse kritisch prüfen.

      Tragisch, dass es dazu gekommen ist – offenes Feuer wie Wunderkerzen sollte in geschlossenen Gebäuden grundsätzlich verboten sein.

      Schaut euch das Video an [https://www.youtube.com/watch?v=VSa3wWCpH6U](https://www.youtube.com/watch?v=VSa3wWCpH6U) (1.55 min) das ist jetzt schon 7 Jahre her und immernoch hat sich nichts geändert.

    11. Jockeldiundda on

      Ein bisschen ironisch, dass reiche Kinder sterben oder schlimme Verbrennungen davontrugen, nur weil ein Betreiber wahrscheinlich ein paar Euro für die Decken sparte … . Ich verstehe auch nicht, warum man mit Sektflaschen tanzt und auch noch Feuerwerk anpinnt. Ich behandelte Sektflaschen immer wie rohe Eier, um den Sekt dann auch ohne Schaumexposion zu trinken.

      Man könnte schon fast Sodom und Gomorra nennen …

    12. EmbarrassedPizza6272 on

      Was ich gelesen habe, der Vater der Inhaberin ist wohl Feuerwehr-Profi in Frankreich.

    13. >Ohne Schutzkleidung sei das kaum zu überleben, sagte die Brandschutzsachverständige Sandra Barz im ARD-„Brennpunkt“.

      lol

    14. Im Radio wurde heute etwas von verletzten ab 15 Jahre erzählt. Hat die Schweiz andere Jugendschutzbestimmungen.. oder waren die dort nicht „legal“ um 2 Uhr nachts in einer Bar/einem Club?

    15. Eightfourteen_asleep on

      Der Betreiber hat ja behauptet es wäre in den letzten 10 Jahren 3 mal von offizieller Seite geprüft worden. Also ist die Frage eher, warum ging das bei denen durch.

    Leave A Reply