
„Es ist fast unmöglich, anständige Mieter zu finden“ – In Deutschland stehen viele Wohnungen leer. Wir haben Eigentümer gefragt, warum sie nicht vermieten. Viele sehen das Problem beim Mieter.
https://www.zeit.de/wirtschaft/2025-12/wohnungsleerstand-eigentuemer-vermietung-wohnraum

33 Kommentare
„anständige“ aka Mieter die sie abziehen können
Klar sehen sie das Problem beim Mieter. Sind ja eh immer die anderen schuld 🤷🏼♂️
Verstehe ich nicht. Der Markt ist häufig so leergefegt, dass man schon 80% der Deutschen für ungeeignet halten muss, wenn man keine passenden Mieter findet.
Lasst uns Spenden sammeln für die „armen“ Vermieter. Mir kommen die Tränen
ja genau…. es sind immer die anderen.
Naja…also der Artikel fängt doch an mit „Ich bin finanziell nicht darauf angewiesen, zu vermieten…“ als Aussage. Also zu faul einen Objekt zu vermieten, weil damit Pflichten einhergehen, und man die Kohle eh nicht braucht. Das passt nicht wirklich zu den Aussagen die danach folgen. Heuchler.
Die wünschen sich jemanden der 2000 € kalt für 90m² zahlt bei einem Bau aus den 70er Jahren mit entsprechenden Fenstern, Heizungen und Türen. Der Schimmel aufgrund schlechter Bausubstanz ist dann natürlich der Mieter Schuld und anstelle das Problem anzugehen wird drüber gestrichen und die Miete erhöht. Weil Miete = Gewinn für Vermieter. Pflichten sehen die kaum aber der dritte Porsche sollte schon drin sein
Ich spiele den Ball zurück und behaupte mal, dass es fast unmöglich ist anständige Vermieter zu finden.
Es ist auch fast unmöglich, anständige VERmieter zu finden, aber leider sitzen die am längeren Hebel.
Habe einen Bekannten, dem einige Mehrfamilienhäuser gehören und er hat null Probleme Mieter zu finden.
Er nimmt sogar keine Kaution weil er meint, dass er insbesondere jungen Paaren und jungen Eltern keine Steine in den Weg legen will wenn die 2-3 Monatsmieten hinterlegen müssen.
Und er hat laut eigener Aussage in der ganzen Zeit noch nie irgendwelche Beschädigungen in den Wohnungen gehabt, wo er von einer Kaution Gebrauch hätte machen müssen.
Für viele wird das Risiko, sich Mietnomaden einzufangen, durchaus eine Rolle spielen. M. E. müssten Kleinvermieter (weniger als vier Wohnungen oder so) hier deutlich besser geschützt werden. Auch durch deutlich schnellere Räumung bei offensichtlichem Selbstverschulden der Mieter.
Die CDU hat hier den Vermietern mit der „Grundsicherung“ aber noch einmal den Mittelfinger gezeigt. Wenn nicht mal die Mietbeihilfe von Kürzungen verschont wird, ist das Risiko an Empfänger zu vermieten noch einmal deutlich gestiegen. Kein vernünftiger Mensch macht das mehr. Heißt aber auch, dass die Zahl der Obdachlosen in Zukunft wohl noch mal deutlich steigen wird.
Leider kennen und nutzen die wenigsten Vermieter entsprechende Ausfallversicherungen. Das ist zwar auch kein Allheilmittel, kann aber zumindest den kompletten Ruin gut verhindern.
Vermiete auch und hab auch nie Probleme gehabt, nen Mieter zu finden. Hatte aber auch schon mega ärger mit einem offensichtlichen Wasserschaden der durch die Meterin nicht gemeldet wurde und erst auffiel als es in der Tiefgarage tropfte. Sowas + an vielen Orten schmale Rendite und schlechte gesetzliche Rahmenbedingungen (man kann ja effektiv quasi GAR nicht kündigen außer mit Eigenbedarf) machen das ganze schon zunehmend weniger attraktiv.
Ein Vermieter hier in der Siedlung hat mir erzählt, dass er seine Doppelhaushälfte für 1.800€ kalt reingestellt hat und dann zb eine Patchwork Familie abgelehnt hat, weil ihm das nicht beständig genug wäre. Die haben sich ja schon mal getrennt.
Ist natürlich anekdotisch, aber da wird es teilweise wilde Anforderungen geben von Vermietern
Kontext: Großraum München
Ich vermiete selbst, und was ich beobachte ist, dass wir kaum (sorry dass ich diesen Begriff verwenden muss) Bio-Deutsche Bewerber haben. Mir ist das scheißegal, wenn jemand ein korrekter Mensch ist, aber ich unterstelle mal, dass viele Vermieter etwas älter sind und einfach racial profiling betreiben, a la „Inder will ich nicht, die Kochen ständig“. Dass wir selbst in München mehrere Angebote und null Probleme mit der Wohnungssuche hatten, und zufällig die deutschesten Nachnamen haben, die man haben kann, passt ins Bild. Vermieter finden niemanden, weil sie keine Ausländer wollen, ist mein Eindruck.
Und um das nochmal deutlich zu sagen, ich finde das verachtenswert.
Kenne beide Seiten recht gut, wohne seit 16 Jahren in einer WEG als Eigentümer in meiner Wohnung, aber andere Wohnungen sind privat vermietet. Hatte bisher nur deutsche Nachbarn, und es war zum Teil…sagen wir mal durchwachsen bis abenteuerlich. Ich kann schon vieles, was da geschrieben wird nachvollziehen. Das geht schon damit los dass viele Mieter entweder mit einer sehr ausgeprägten Eigentümermentalität oder mit dem reinen Konsumentenargument „ich zahle, also bin ich“ einziehen.
Ich war selbst die ersten 5 Jahre nach meinem Auszug aus dem Elternhaus Mieter, habe mich aber nie so verhalten, weil mir immer klar war: das gehört mir nicht. Von Ruhestörungen, alleine gelassenen Hunden, die die Wohnung auseinandernehmen, von den Mietern verursachte Wasserschäden ohne Bescheid zu geben etc. kann ich leider ein Lied singen und ich bin „nur“ Nachbar gewesen. Was mir die anderen Eigentümer auf unseren Versammlungen zum Teil erzählt haben, will ich gar nicht weiter ausbreiten, aber schlimmer geht eben immer.
Natürlich kann man nicht alle über einen Kamm scheren, das ist mir bewusst. Aber ich glaube vielen ist auch umgekehrt nicht bewusst, was es mit einem macht, wenn man solche Erfahrungen mitmachen durfte, vor allem als privater Vermieter. Mir ist dadurch jedenfalls klar geworden dass ich niemals vermieten will. Sollte ich mal umziehen wird die Bude einfach verkauft und gut ist.
Aus meiner Sicht ist die wohnliche Vergangenheit immer ein Thema. Ist jemand im Eigentum aufgewachsen, verhält er sich automatisch anders, als jemand der vom Kindesalter an immer nur Miete gekannt hat.
Meine ex- Nachbarin :
Vermietet über den Durschnitt
Keine Inder (sie stinken ihr die Bude ja voll mit den ganzen Gewürz)
Keine Raucher (Same)
Keine Katzen (pinkeln überral hin)
Keine Hunde
Keine Studenten (die sind laut)
Keine Selbständige (es kann ja sein das sie plötzlich keine Aufträge bekommen und dann können die nicht zahlen)
Keine Kinder (machen alles kaputt und sind laut)
Keine frish verheiratete Pärchen (die trennen sich ja noch und dann bin ich irgendwie in der Mitte, wer zahlt die Wohnung? )
Kein Home-Office ( zu groß der Stromverbrauch und das muss ich ja noch irgendwie ausgleichen)
Keine Ausländer
Keiner unter 25 (die ziehen ja noch um und dann muss ich wieder suchen)
Keine Rollstuhlfahrer (die Wohnung ist dafür nicht gedacht, will nichts umbauen)
Keine junge Frauen ( ich will nicht das hier die ganze Zeit irgendwelche fremde Männer rumlaufen)
Keiner über 70 (der stirbt ja noch und dann kann ich neu suchen)
Keiner Soldaten ( die müssen ja noch in den Krieg)
Keine Bürgergeldempfänger
Brutto verdienst mindestens 1.000.000
Der Vermieter muss ihre Küche für 1000000 übernehmen und den tollen Garten pflegen.
Und dann mimimi finde keine Mieter.
Edit: ach und die Besuchszeiten NUR am Donnerstag zwischen 16 -19 , passt nicht, pech.
Die haben bock auf das Investment, aber nicht den Job.
Bei uns im Ort haben viele alte Leute leerstehende Zimmer, Anliegerwohnungen oder gar Häuser und haben Kb mehr auf den stress mit vermieten (und das wird in einer Überalternden Gesellschaft immer mehr werden). Zb hat die Oma meiner Freundin im 1 Stock ne 3 Zimmer Wohnung teilsmöbiliert seit 2 Jahren leerstehen, weil sie auf das Geld nicht angewiesen ist, sich den Stress nicht machen möchte und wenn dann nur noch Verwandtschaft rein lassen möchte. Die Cousine meiner Freundin hat im Nachbarort gekauft mit Anliegerwohnung und die meinte die komplette Nachbarschaft hat Anliegerwohnung, haben aber alle Kb mehr, das im eigenen Haus/Grundstück noch jemand fremdes da ist oder im Garten nicht alleine entspannen kann weil im Haus/Garten fremde Menschen sein können alleine die Gedanken können schon belasten. So stehen unzählige Anliegerwohnungen leer bis Eltern selbst dort einziehen können, wenn man das überhaupt will.
Ich kümmere ich um 4 Wohnungen meiner Mutter im Umkreis von Köln. Im November für 10€/qm das letzte Mal inseriert. Innerhalb von zwei Stunden dreistellige Anfragen, am Montag darauf hatte ich vom Makler ein halbes Dutzend Top -Mieter mit Bonität Score von 1,2 bis 1,0. Seit 7 Jahren läuft alles reibungslos, 2 von 4 Erstmieter, kaum Arbeit.
Lasst euch von keinem Märchen vom armen Vermieter erzählen.
Einerseits sind Mieterrechte richtig und wichtig , es müsste aber mehr Schutz für kleine, private Vermieter geben. Ist hier als Meinung unbeliebt (und nein, ich vermiete keine Wohnung), aber während ein Unternehmen Mietnomaden und Co. besser abfangen kann, bedeutet sowas für eine Einzelperson den finanziellen Ruin.
Habe einen Messie Verwandten , da zieht sich die Räumungsklage gegen ihn ewig hin,während der Vermieter die Zestörung seines Eigentums hinnehmen muss. Mein Schwager vermietet und könnte Horrorgeschichten erzählen .. Beispielsweise die junge Familie , frisch zugezogen, braucht den Nachweis fürs Kindergeld. Innerhalb von zwei Wochen gibt es permanente Lärmbelästigungsbeschwerden, von der Familie ist nichts zu sehen, aber immer wechselnde Männer, die auf Gemeinschaftsflächen rauchen und sich prügeln. Miete wurde auch nur tröpfchenweise überwiesen , die Hausverwaltung hat sich permanent gemeldet und er konnte ewig nichts dagegen unternehmen.
Ich weiß auch ehrlich gesagt nicht, ob die Leute die eh keinen Bock auf Vermieten haben die richtigen Vorstellungen und Erwartungen vom Vermieten haben. Man kann ja gewisse Kosten schon mit einberechnen. Was ich aber auch nicht verstehe ist, warum man als Vermieter so lange kämpfen muss, wenn die Miete nicht bezahlt wird. Da sollte es bessere und schnellere Regelungen geben.
In meinem Wohnhaus steht eine 120m2 Wohnung leer. Der Besitzer will keine Familien, Haustiere, WGs. Nur Einzelpersonen und verheiratete Paare (ohne Hochzeit könnten sie sich ja jederzeit trennen)
Wundere mich warum er niemanden findet der 120m2 braucht als single oder kinderloses Paar xD
Die meisten Mietangebote am Steckbrett lesen sich übersetzt auch als „Wir wünschen uns eine Deutsche, single, ohne Haustiere, Nichtraucherin, die am Besten nie da ist …“ und noch etwa 12 Sachen an Wünschen dazu.
Vielleicht erklärt das ja was
Niemand will mehr für sein Geld arbeiten /s
Viele Vermieter haben den Schuss einfach nicht gehört und machen nur das Allernötigste und wundern sich dann wenn vernünftige Mieter wieder ausziehen, weil sie keinen Bock auf den Rechtsweg haben.
Und wenn die vernünftigen Mieter in letzter Instanz doch den Rechtsweg wählen, dann sind sie natürlich nicht mehr vernünftig. Ganz klar.
>Ich bin finanziell nicht drauf angewiesen, zu vermieten
Auch, wenn ich den Vermieter verstehe, dass die schlechten Erfahrungen zu der Schlussfolgerung geführt haben. (Es gibt nämlich tatsächlich viele Mieter, die man wirklich nicht haben will)
Das beschreibt trotzdem perfekt den Status Quo. Er hat vermutlich geerbt und so viel Vermögen, dass er es einfach aussitzen kann (und das in Stuttgart, wo die Preise hoch sind) und das sind dann die Leute, die darüber jammern, dass zu wenig gearbeitet wird. Aber er entzieht dem Wohnungsmarkt eine Wohnung, ohne je dafür gearbeitet zu haben und spekuliert damit.
Guter Witz.
Ich werde mir dafür vermutlich Downvotes einfangen, aber nach den Geschichten meiner Schwiegereltern kann ich manche Vermieter schon verstehen.
Sie vermieten Wohnungen in einer NRW-Großstadt. Eine 90 qm-Wohnung wurde vor 6 Jahren deutlich unter Mietspiegel an eine junge Familie vermietet. Am Ende: Wände mit Lackfarbe ruiniert, Toilette ausgebaut, Wohnung komplett heruntergewirtschaftet. Sanierungskosten ca. 14.000 €.
Titel gibt’s zwar, bringt aber nichts. Rücklagen sind weg, die zweite Wohnung wird jetzt aus Angst vor dem nächsten schlechten Mieter erstmal nicht mehr vermietet. Eine einzige schlechte Erfahrung reicht leider.
Klingt nach einem Fachkräftemangel an Mietern. Vielleicht haben beide sich beschwerenden Gruppen dieselben Motive bei ihrer Argumentation. Klingt für mich als bekämen die Gruppen den Hals nicht voll, denen im letzten halben Jahrhundert alles in den Arsch geblasen wurde.
Wird Zeit da auf Policyebene zu zeigen, wer die Mehrheit der Bevölkerung ist.
Ich schaue aktuell auch nach einer neuen Wohnung. Wenn man bei uns 4 Zimmer mit kleinem Garten (für das Kind) haben möchte, zahlt man ganz schnell über 2.000 Euro. Und das sind keine Luxuswohnungen. Das ist alles nicht mehr normal.
In Dänemark gibt es so eine Art „Vermieterführerschein“, auch in den Niederlanden braucht man eine Genehmigung, um vermieten zu dürfen.
Mein Vermieter bspw. kann die Heizkostenverordnung (Einbau eines verbrauchsabhängigen Wärmemengenzählers nicht durchgeführt, Abrechnung nur nach Wohnfläche, …) nicht umsetzen, obwohl er ein Mehrparteienhaus vermietet.
Schlimme Zustände als Mieter.
Anständige Vermieter sind noch schwerer zu finden.
Keine Haustiere, keine (jungen) Paare, keine Singles, keine kleinen Kinder, persönliches Bereichern an den Mieteinnahmen, sich nicht kümmern wollen, sanierungsreife Bruchbuden „für handwerklich Begabte“:
„Scheiße, finde keine Mieter.“
https://youtu.be/cL5wHUoRXvI