
Bruchsal: 23-Jähriger rast auf Gegenfahrbahn und baut tödlichen Unfall – drei Jahre Gefängnis
https://www.spiegel.de/panorama/justiz/bruchsal-23-jaehriger-rast-auf-gegenfahrbahn-und-baut-toedlichen-unfall-drei-jahre-gefaengnis-a-c85daff0-24aa-4ef6-ae9a-d69bd1fc789f

16 Kommentare
> Das Amtsgericht im baden-württembergischen Bruchsal hat einen 23-Jährigen zu einer Gefängnisstrafe von drei Jahren verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann unter Drogen und ohne Führerschein über eine Bundesstraße raste, sich dabei für Social Media filmte und dann einen Unfall baute, bei dem ein anderer Mann starb.
Warum das nicht als Totschlag mit Tatwaffe Auto gewertet wird kann ich nicht verstehen.
[deleted]
drei Jahre für Mord eines Familienvaters. Vermutlich ist er schon in 18 Monaten raus bei „guter“ Führung. Der Lobbyismus der Automobilindustrie funktioniert
Wer in Deutschland einen Menschen töten will, der macht das am Besten mit einem Auto.
(NB: ein Tritt mit Turnschuh gilt in Deutschland mithin als gefährliche Körperverletzung, weil der Turnschuh als gefährliche Waffe gewertet wird.)
Drei Jahre klingen wie ein schlechter Scherz.
Das er von einer Polizeistreife mit Blaulicht verfolgt wurde, wird aber recht spät im Artikel erwähnt..
Wofür gibt es Rennstrecken, wenn nicht dafür, sich bei 160 km/h für Social Media zu filmen?
Unglaublich traurig, dass Unbeteiligte nicht mehr am Leben sind, weil Fahranfänger auf Drogen sich selbst überschätzen und meinen Online angeben zu müssen.
Und wenn der Kollege aus’m Knast ist, kriegt er wahrscheinlich auch wieder seinen Führerschein?
Puh, gleich 3 ganze Jahre. Naja, zum Glück muss man in Deutschland dank 57 StGB zeitige Freiheitsstrafen nicht selten nur zu 2/3 absitzen und vorher gibts es häufig noch Haftlockerungen wie offenen Vollzug. Gut möglich, dass der in 1,5 Jahren im offenen Vollzug ist.
Das muss dann aber auch reichen, schließlich wird das Opfer durch Strafe ja nicht wieder lebendig, die Kinder kriegen ihren Papa nicht mehr wieder, weshalb die einzig logische Konsequenz eine möglichst niedrige Strafe ist und alles andere ist leider böse Rache und Mittelalter. So oder so ähnlich jedenfalls einige deutsche Kriminologen.
Aber im Ernst, wenn in Deutschland zB das US-Waffenrecht auf Unverständnis stößt, so würde man umgekehrt in einigen anderen westlichen Ländern die extrem geringen Strafen in Deutschland bei Tötungen im Straßenverkehr betrachten. Und zwar durchaus auch, obwohl hier wohl kein Tötungsvorsatz bestand.
In England zB geht es für sowas ab 12 Jahren Haft als Startpunkt der Zumessung los, und zwar ohne (!) Tötungsvorsatz, trotzdem bis zu lebenslang möglich (https://sentencingcouncil.org.uk/guidelines/causing-death-by-dangerous-driving). Dort wäre die deutsche Rechtslage völlig unvorstellbar.
Leider steht im Artikel nicht, ob wegen 222 StGB oder 315d V StGB verurteilt wurde.
In jedem Falle ist beeindruckend, wie die 3 Jahre nicht mal ansatzweise am oberen Ende des ohnehin schon niedrigen deutschen Maximums des jeweiligen Strafrahmens liegen.
Und zwar trotz quasi maximaler Punkte zulasten des Täters: Die Pflichtverletzung ist denkbar hoch. Nicht nur das Rasen, sondern auch unter Drogeneinfluss, kein Führerschein und Handy am Steuer. Ein Bingo der Verkehrsdelikte. Was soll man eigentlich noch machen, damit die deutsche Justiz jemals mal annähernd den vom Gesetzgeber vorgesehenen Strafrahmen ausschöpft, Kopfüber mit den Füßen das Lenkrad bedienen?
Aber hey, das Geständnis, dem allerdings bei vermutlich bereits vollständiger Überführung des Täters durch so vorliegende Beweise eher eingeschränkter Wert zukommt.
Ach so, und dick vorbestraft ist der Täter natürlich auch, wegen Rasens, Fahren ohne Führerschein und Drogen. Also genau die gleichen Pflichtverletzungen wie hier. Scheinbar hat das geniale deutsche Rechtssystem der maximal fehlenden Konsequenz dann doch keinen so nachhaltigen Eindruck auf den Täter vermittelt. Naja, wir haben nix versucht aber keine Ideen, Strafe ist jedenfalls böse, das ist ganz klar /s.
Was für eine lächerliche Strafe. Und besonders bitter: Der Typ wird in ein paar Jahren wieder ein Auto lenken dürfen.
Wäre er 40 Jahre älter hätte es nur ein du-du gegeben.
Das Amtsgericht im baden-württembergischen Bruchsal hat einen 23-Jährigen zu einer Gefängnisstrafe von drei Jahren verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann unter Drogen und ohne Führerschein über eine Bundesstraße raste, sich dabei für Social Media filmte und dann einen Unfall baute, bei dem ein anderer Mann starb.
Danke Montana black
Ein lächerlich mildes Urteil!
Da hätte der Richter der Ex- Frau des Opfers und den drei Waisenkindern auch noch zusätzlich ins Gesicht spucken können, dass wäre dann auch egal gewesen.
Und bzgl. der Thematik dass man dem Täter zu gute halten müsse, dass er ja geständig gewesen sei:
Wenn er ohne Führerschein und voll mit Kokain am Handy zugange ist und mit 154 km/h in einer Kurve wo nur 70 km/h erlaubt sind während schon eine Polizeistreife mit Blaulicht hinter ihm her ist auf die Gegenfahrbahn kommt und frontal in einen anderen Wagen crasht und Menschen totfährt und zusätzlich seinen Beifahrer schwer verletzt, wie bitte hätte er das verbergen wollen?
Ich war zu schnell und habe keine Führerschein und hab‘ am Handy rumgedaddelt, achja und Drogen hab‘ ich auch genommen – No shit Sherlock!
Drogentest, Aufnahmen und Aussagen von den Beamten, Eintragungen im Fahreignungsregister etc. beweisen seine Schuld wohl mehr als genügend!
Wenn das Urteil Mal nicht Signalwirkung in die falsche Richtung hat.
22 Monate auf Bewährung, da hat sich wohl noch jemand ordentlich was gegönnt
Und was lernen wir daraus? Wenn die Gefahr besteht, dass etwas schief geht, stets eine Portion Drogen, einen Flachmann mit Hochprozentigem und ein Tagebuch, dass eine schwere Kindheit bescheinigt griffbereit, mindestens im Handschuhfach mitführen und bei Bedarf noch konsumieren. Und schon wird aus aktiv erarbeiteten 15 Jahren Haft eine lange Lesenacht in der Bibliothek der JVA Bruchsal.
Ganz im Ernst: Was denken eigentlich Justizminister in Amt und Würden, was solche Urteile bei gesetzestreuen Bürgern auslösen? Drogenkonsum führt zu verminderter Schuldfähigkeit?? Anders herum wird ein Schuh draus. Wer Drogen nimmt und dennoch in ein Auto steigt sollte direkt, ohne jegliche Option, für mindestens ein Jahr in den Bau. Völlig egal, ob jemand zu Schaden kam oder nicht. Wer das gleiche auch noch ohne Führerschein macht direkt zwei Jahre plus eine mind. 5 jährige Sperre, eine Fahrerlaubnis erwerben zu können. Und wenn bei sowas jemand zu Tode kommt, dürfen es gerne direkt 10 Jahre werden.
3 Jahre??? Als ob so einem Versager weh täte. Fährt mit 24 ein, kommt wegen guter Führung nach 14 Monaten wieder raus und schon kann es mit dem nächsten Vollrausch losgehen.
Solche Leute gehören direkt nach dem Knast in ein Erziehungsheim, wo denen Zucht und Ordnung eintrichtert wird!
Vom System wird man hier im Stich gelassen, wenn es um Menschenleben geht, da habe ich meine eigenen Erfahrungen damit gemacht, die ich hier aber nicht aufführen werde, weil mich das Thema schon mal in die Depression gebracht hat.
Ich finde es immer genial, wenn in solchen Fällen dem Angeklagten zugutegehalten wird, dass er geständig war.
Ja Kollege, der wurde auch zum Tatzeitpunkt von der Polizei verfolgt. Was sollte der sagen? „War mein böser Zwilling?“