
Foto: YONHAP News Die Nationalversammlung hat einen Gesetzentwurf verabschiedet, der der Polizei die Befugnis einräumt, die Verteilung von Anti-Nordkorea-Flugblättern in Grenzgebieten zu blockieren. Die Versammlung stimmte am Sonntag in einer Plenarsitzung einer Revision des Gesetzes über die Ausübung der Pflichten von Polizeibeamten zu, wobei alle 174 anwesenden Abgeordneten dafür stimmten. Abgeordnete der größten Oppositionspartei People Power Party (PPP) boykottierten die Abstimmung und verurteilten die Maßnahme als verfassungswidrige Einschränkung der freien Meinungsäußerung. Das überarbeitete Gesetz gibt der Polizei ausdrücklich die Möglichkeit, sofort einzugreifen, wenn Flugblätter oder ähnliches Material in Grenzregionen nach Nordkorea verschickt werden. Die regierende Demokratische Partei (DP) argumentierte, der Gesetzentwurf sei notwendig, um Bewohner in Grenzgebieten zu schützen und militärische und diplomatische Spannungen abzubauen. Der Gesetzentwurf wurde erstmals am Samstag vorgelegt, doch die Opposition startete einen Filibuster, um seine Verabschiedung zu verzögern. Die Demokratische Partei und verbündete Gesetzgeber beendeten den Filibuster in einer Abstimmung am Sonntagnachmittag nach Ablauf von 24 Stunden. Die PPP hat geschworen, weiterhin alle Gesetzesentwürfe zu verbieten, bis die DP die sogenannten „acht schlechten Gesetzentwürfe“ zurückzieht, einschließlich der Gesetzgebung zur Einrichtung eines Sondergerichts für Fälle im Zusammenhang mit dem Kriegsrecht.