> **Bundeswehr bekommt Radarsatelliten – und schreibt den Milliardenauftrag nicht aus**
> Neue Radarsatelliten könnten der Bundeswehr bald Bilder feindlicher Armeen liefern. Alles soll schnell gehen, echte Alternativen gibt es angeblich keine, deshalb wird das teure Projekt nach SPIEGEL-Informationen einfach direkt vergeben.
> *Von Matthias Gebauer und Christoph Seidler
> 09.12.2025, 21.29 Uhr*
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> **»Spock«-System von Rheinmetall-Joint-Venture**
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> Zunächst war das Ganze nur ein Studierendenprojekt, eine technische Fingerübung. Jetzt ist eine Angelegenheit der nationalen Sicherheit – und mit sehr viel Geld verbunden.
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> Anfang der Zehnerjahre bastelte eine Gruppe von Weltraum-Nerds an der Aalto-Universität im Großraum Helsinki an einem ambitionierten Gerät: »Aalto-1«, vier Kilogramm leicht und kleiner als ein Schuhkarton, sollte Finnlands erster Satellit in der Erdumlaufbahn werden. Es ging darum, verschiedene wissenschaftliche Experimente in der Praxis auszuprobieren, unter anderem mit einer Kamera und einem Strahlungsdetektor.
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> Doch zwei der Teammitglieder, der aus Polen stammende Ingenieur Rafal Modrzewski und der Finne Pekka Laurila, entschieden sich, die Idee weiterzutreiben: Wie wäre es, die bisher nur auf großem und teurem Weltraumgerät genutzte Radartechnologie so zu miniaturisieren, dass sie auch auf einem ähnlich kleinen und billigen Satelliten zum Einsatz kommen kann? Auf diese Weise, so die Vision der Gründer, würden sich etwa die schmelzenden Polareismassen viel besser als bisher kartieren lassen. Denn – das ist der entscheidende Vorteil der Technik – mit Radar kann man auch durch die Dunkelheit und die sonst oft störenden Wolken blicken.
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> Die Firma, die das Eis der Arktis kontinuierlich in den Blick nehmen wollte, nannte sich Iceye – und wurde zur Erfolgsgeschichte. Aktuell ist das Unternehmen mit rund 2,4 Milliarden Euro bewertet. Über die Jahre hat es rund 30 Radarsatelliten gestartet, von denen ein Großteil noch aktiv ist. Die bisher letzten fünf flogen Ende November mit einer Art Sammeltransport des US-Unternehmens SpaceX ins All.
>
> Aber längst sind nicht mehr Packeis und Gletscher das wichtigste Beobachtungsziel, sondern militärische Aktivitäten. Iceye liefert nicht nur Bilder, sondern auch praktisch nutzbare Lageeinschätzungen. Unter anderem das ukrainische Militär , finanziert von westlichen Geldgebern, nutzt die Technik von Iceye – auch um sich unabhängig von US-Geheimdienstinformationen zu machen.
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> Nun setzt auch die Bundeswehr im großen Stil auf das Know-how der Finnen. Im Rahmen ihres Weltraumprogramms wird die Truppe kurzfristig eine eigene Konstellation von Radarsatelliten anschaffen, die den Namen »Spock« tragen wird. In diesem Fall ist das eine Abkürzung, sie steht für »Spacesystem for persistent operational tracking«, also ein Satellitensystem, das ständig einsatzrelevante Entwicklungen verfolgt.
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> Die neuen Geräte sollen die bestehende Flotte aus einer Handvoll Radarsatelliten ergänzen, die die Bundeswehr bisher betreibt. Der Preis: zunächst 1,76 Milliarden Euro. So geht es aus einer vertraulichen Vorlage des Finanzministeriums an den Haushaltsausschuss des Bundestages hervor, die dem SPIEGEL vorliegt. Sollte die Bundeswehr weitere Optionen des Vertrags nutzen, könnte das Gesamtvolumen des Geschäfts bis maximal zum Jahr 2033 auf mehr als 2,7 Milliarden Euro steigen.
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> **Gemeinschaftsunternehmen im November gegründet**
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> Vertragspartner ist Rheinmetall Iceye Space Solutions. An diesem im November gegründeten Gemeinschaftsunternehmen hält der deutsche Rüstungskonzern einen Mehrheitsanteil von 60 Prozent, die Finnen den Rest. Schon vom kommenden Jahr an will die Firma Satelliten in Neuss fertigen, in einer Rheinmetall-Fabrik, in der bisher Autoteile produziert wurden.
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> In der Vorlage für den Haushaltsausschuss wird keine genaue Zahl für die Größe der geplanten Radarsatelliten-Konstellation genannt. Rheinmetall-Chef Armin Papperger hatte aber im Oktober dem »Handelsblatt« gesagt, seine Firma wolle der Truppe 40 Satelliten liefern.
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> Erste Bilder sollen laut der Vorlage für den Haushaltsausschuss ab Anfang Oktober 2026 zur Verfügung stehen, möglicherweise aber auch schon früher.
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> Der Vertrag zur Beschaffung der »Spock«-Satelliten soll noch in diesem Jahr unterschrieben werden. Grund für die Eile laut Vorlage: Die neue Panzerbrigade 45 der Bundeswehr in Litauen soll möglichst schnell auf die Bilder zurückgreifen können – um »Mobilisierungs- und Aufmarschaktivitäten gegnerischer Streitkräfte« frühzeitig zu erkennen.
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> Bemerkenswert ist, dass der Auftrag ohne Ausschreibung als sogenannte Direktvergabe geplant ist. Das Angebot des deutsch-finnischen Gemeinschaftsunternehmens sei »unter Berücksichtigung der Forderungslage und der Zeitlinie das einzig geeignete System«, heißt es zur Begründung in der Vorlage. Eine Markterkundung habe »aufgrund der Forderungslage eine Alleinstellung des marktverfügbaren Systems« von Iceye und Rheinmetall ergeben.
>
> **Konkurrenz offenbar unzufrieden**
>
> Direktvergaben bei größeren Bundeswehrbeschaffungen waren bisher eher unüblich. Durch eine neue gesetzliche Regel aus diesem Sommer (»Planungs- und Beschaffungsbeschleunigungsgesetz«) sind sie aber einfacher möglich geworden, etwa, um schneller reagieren oder deutschen Unternehmen bevorzugt beauftragen zu können.
>
> Kürzlich hatte das Verteidigungsministerium Rheinmetall bereits per Direktvergabe mit dem Bau von Prototypen für Laserwaffen beauftragt, die beispielsweise Marineschiffe vor Drohnen schützen sollen. Die Entscheidung hatte unter anderem bei internationalen Anbietern, aber auch bei Verteidigungspolitikern der Grünen für Kritik gesorgt. So werde der Wettbewerb erstickt.
>
> Laut einem Bericht der »Welt« gibt es an dem geplanten Vertrag für die Radarsatelliten ebenfalls Kritik, diesmal von anderen deutschen Weltraumunternehmen. Branchenvertreter monieren demnach unter anderem die zu beschaffenden Radarsatelliten als »ungewöhnlich teuer«.
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> **Wappnen für einen Krieg im Weltraum**
>
> Der Kauf ist Teil einer milliardenschweren Weltraumoffensive der Bundeswehr. Es geht darum, weltraumgestützte Dienste wie Navigation und Kommunikation vor Bedrohungen zu schützen.
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> »Unsere Freiheit, unser Wohlstand und unsere Sicherheit sind auch im Weltraum bedroht«, heißt es auch in der im November vorgestellten Weltraumsicherheitsstrategie der Bundesregierung. In dem Papier geht es darum, wie sich Deutschland für den Fall eines Krieges im Weltraum wappnen kann, wie sich Abhängigkeiten bei der Satellitennutzung reduzieren lassen und der Zugang zum All gewährleistet bleibt.
>
> Denn der Weltraum ist längst nicht mehr nur für Nerds wichtig.
smokie12 on
Finde ich nicht unbedingt verwerflich. Wenn man sowieso schon weiß, welches fertige Produkt man haben will, warum sollte man dann den Eiertanz aufführen, wo man die Ausschreibung so schreibt dass nur dieses eine Produkt die Anforderungen erfüllen kann, es aber monatelang dauert bis das Verfahren durch ist. Plus eventuell noch Klagen von Konkurrenten, was das ganze wieder verzögert.
Hier geht es um Geschwindigkeit und ein fertiges kommerzielles Produkt, was man vor allem SCHNELL braucht. Da ist die Direktvergabe schon in Ordnung, denke ich.
germangrower69 on
Sehr gut, das öffentliche Ausschreibeverfahren mag zwar wichtig sein, um Korruption einzudämmen, hat aber auch oft genug zu unfassbar schlechten Beschaffungen geführt „weil der Prozess halt so ist“.
Wird Zeit, dass man dieses uralte Verfahren mal überarbeitet.
Niidforseat on
Eigene Erfahrung: Öffentliche Ausschreibungen, in denen von vornherein klar ist, wer die gewinnen soll braucht man tatsächlich auch nicht auszuschreiben. Spart allen Beteiligten eine Menge Arbeit und am Ende muss nicht mühsam nach irgendeinem Haar in der Suppe gesucht werden, um die Konkurrenz rauszukegeln. Dann lieber gleich ohne Ausschreibung, das ist ehrlicher und hat am Ende das gleiche Ergebnis in kürzerer Zeit.
kipazi_ on
Welcome Bürokratieabbau. Das ist doch der Kerb, dass man auch mal direkte Entscheidungen trifft, wenn das Ziel klar ist.
emoolb on
Werden ansonsten geheime militärische Beschaffungen so ausgeschrieben, dass die Russen die technischen Spezifikationen mitlesen können????
Das ergibt doch mal gar keinen Sinn….
usernamechecksouthe on
Na endlich. Es ist für mich einfach komplett unverständlich, dass sicherheitsrelevante Beschaffungen erst mal haarklein für eine ewig lange Zeit ausgeschrieben werden müssen. So geht das deutlich schneller und sicherer!
bobdammi on
Solche Satelliten sind ein unfassbar wichtiger schritt der Unabhängigkeit.
Man kann an der momentanen Regierung viel kritisieren, aber was das angeht gehen wir in ne richtige Richtung.
Schade dass es nötig ist.
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8 Kommentare
> **Bundeswehr bekommt Radarsatelliten – und schreibt den Milliardenauftrag nicht aus**
> Neue Radarsatelliten könnten der Bundeswehr bald Bilder feindlicher Armeen liefern. Alles soll schnell gehen, echte Alternativen gibt es angeblich keine, deshalb wird das teure Projekt nach SPIEGEL-Informationen einfach direkt vergeben.
> *Von Matthias Gebauer und Christoph Seidler
> 09.12.2025, 21.29 Uhr*
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> **»Spock«-System von Rheinmetall-Joint-Venture**
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> Zunächst war das Ganze nur ein Studierendenprojekt, eine technische Fingerübung. Jetzt ist eine Angelegenheit der nationalen Sicherheit – und mit sehr viel Geld verbunden.
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> Anfang der Zehnerjahre bastelte eine Gruppe von Weltraum-Nerds an der Aalto-Universität im Großraum Helsinki an einem ambitionierten Gerät: »Aalto-1«, vier Kilogramm leicht und kleiner als ein Schuhkarton, sollte Finnlands erster Satellit in der Erdumlaufbahn werden. Es ging darum, verschiedene wissenschaftliche Experimente in der Praxis auszuprobieren, unter anderem mit einer Kamera und einem Strahlungsdetektor.
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> Doch zwei der Teammitglieder, der aus Polen stammende Ingenieur Rafal Modrzewski und der Finne Pekka Laurila, entschieden sich, die Idee weiterzutreiben: Wie wäre es, die bisher nur auf großem und teurem Weltraumgerät genutzte Radartechnologie so zu miniaturisieren, dass sie auch auf einem ähnlich kleinen und billigen Satelliten zum Einsatz kommen kann? Auf diese Weise, so die Vision der Gründer, würden sich etwa die schmelzenden Polareismassen viel besser als bisher kartieren lassen. Denn – das ist der entscheidende Vorteil der Technik – mit Radar kann man auch durch die Dunkelheit und die sonst oft störenden Wolken blicken.
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> Die Firma, die das Eis der Arktis kontinuierlich in den Blick nehmen wollte, nannte sich Iceye – und wurde zur Erfolgsgeschichte. Aktuell ist das Unternehmen mit rund 2,4 Milliarden Euro bewertet. Über die Jahre hat es rund 30 Radarsatelliten gestartet, von denen ein Großteil noch aktiv ist. Die bisher letzten fünf flogen Ende November mit einer Art Sammeltransport des US-Unternehmens SpaceX ins All.
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> Aber längst sind nicht mehr Packeis und Gletscher das wichtigste Beobachtungsziel, sondern militärische Aktivitäten. Iceye liefert nicht nur Bilder, sondern auch praktisch nutzbare Lageeinschätzungen. Unter anderem das ukrainische Militär , finanziert von westlichen Geldgebern, nutzt die Technik von Iceye – auch um sich unabhängig von US-Geheimdienstinformationen zu machen.
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> Nun setzt auch die Bundeswehr im großen Stil auf das Know-how der Finnen. Im Rahmen ihres Weltraumprogramms wird die Truppe kurzfristig eine eigene Konstellation von Radarsatelliten anschaffen, die den Namen »Spock« tragen wird. In diesem Fall ist das eine Abkürzung, sie steht für »Spacesystem for persistent operational tracking«, also ein Satellitensystem, das ständig einsatzrelevante Entwicklungen verfolgt.
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> Die neuen Geräte sollen die bestehende Flotte aus einer Handvoll Radarsatelliten ergänzen, die die Bundeswehr bisher betreibt. Der Preis: zunächst 1,76 Milliarden Euro. So geht es aus einer vertraulichen Vorlage des Finanzministeriums an den Haushaltsausschuss des Bundestages hervor, die dem SPIEGEL vorliegt. Sollte die Bundeswehr weitere Optionen des Vertrags nutzen, könnte das Gesamtvolumen des Geschäfts bis maximal zum Jahr 2033 auf mehr als 2,7 Milliarden Euro steigen.
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> **Gemeinschaftsunternehmen im November gegründet**
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> Vertragspartner ist Rheinmetall Iceye Space Solutions. An diesem im November gegründeten Gemeinschaftsunternehmen hält der deutsche Rüstungskonzern einen Mehrheitsanteil von 60 Prozent, die Finnen den Rest. Schon vom kommenden Jahr an will die Firma Satelliten in Neuss fertigen, in einer Rheinmetall-Fabrik, in der bisher Autoteile produziert wurden.
>
> In der Vorlage für den Haushaltsausschuss wird keine genaue Zahl für die Größe der geplanten Radarsatelliten-Konstellation genannt. Rheinmetall-Chef Armin Papperger hatte aber im Oktober dem »Handelsblatt« gesagt, seine Firma wolle der Truppe 40 Satelliten liefern.
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> Erste Bilder sollen laut der Vorlage für den Haushaltsausschuss ab Anfang Oktober 2026 zur Verfügung stehen, möglicherweise aber auch schon früher.
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> Der Vertrag zur Beschaffung der »Spock«-Satelliten soll noch in diesem Jahr unterschrieben werden. Grund für die Eile laut Vorlage: Die neue Panzerbrigade 45 der Bundeswehr in Litauen soll möglichst schnell auf die Bilder zurückgreifen können – um »Mobilisierungs- und Aufmarschaktivitäten gegnerischer Streitkräfte« frühzeitig zu erkennen.
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> Bemerkenswert ist, dass der Auftrag ohne Ausschreibung als sogenannte Direktvergabe geplant ist. Das Angebot des deutsch-finnischen Gemeinschaftsunternehmens sei »unter Berücksichtigung der Forderungslage und der Zeitlinie das einzig geeignete System«, heißt es zur Begründung in der Vorlage. Eine Markterkundung habe »aufgrund der Forderungslage eine Alleinstellung des marktverfügbaren Systems« von Iceye und Rheinmetall ergeben.
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> **Konkurrenz offenbar unzufrieden**
>
> Direktvergaben bei größeren Bundeswehrbeschaffungen waren bisher eher unüblich. Durch eine neue gesetzliche Regel aus diesem Sommer (»Planungs- und Beschaffungsbeschleunigungsgesetz«) sind sie aber einfacher möglich geworden, etwa, um schneller reagieren oder deutschen Unternehmen bevorzugt beauftragen zu können.
>
> Kürzlich hatte das Verteidigungsministerium Rheinmetall bereits per Direktvergabe mit dem Bau von Prototypen für Laserwaffen beauftragt, die beispielsweise Marineschiffe vor Drohnen schützen sollen. Die Entscheidung hatte unter anderem bei internationalen Anbietern, aber auch bei Verteidigungspolitikern der Grünen für Kritik gesorgt. So werde der Wettbewerb erstickt.
>
> Laut einem Bericht der »Welt« gibt es an dem geplanten Vertrag für die Radarsatelliten ebenfalls Kritik, diesmal von anderen deutschen Weltraumunternehmen. Branchenvertreter monieren demnach unter anderem die zu beschaffenden Radarsatelliten als »ungewöhnlich teuer«.
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> **Wappnen für einen Krieg im Weltraum**
>
> Der Kauf ist Teil einer milliardenschweren Weltraumoffensive der Bundeswehr. Es geht darum, weltraumgestützte Dienste wie Navigation und Kommunikation vor Bedrohungen zu schützen.
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> »Unsere Freiheit, unser Wohlstand und unsere Sicherheit sind auch im Weltraum bedroht«, heißt es auch in der im November vorgestellten Weltraumsicherheitsstrategie der Bundesregierung. In dem Papier geht es darum, wie sich Deutschland für den Fall eines Krieges im Weltraum wappnen kann, wie sich Abhängigkeiten bei der Satellitennutzung reduzieren lassen und der Zugang zum All gewährleistet bleibt.
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> Denn der Weltraum ist längst nicht mehr nur für Nerds wichtig.
Finde ich nicht unbedingt verwerflich. Wenn man sowieso schon weiß, welches fertige Produkt man haben will, warum sollte man dann den Eiertanz aufführen, wo man die Ausschreibung so schreibt dass nur dieses eine Produkt die Anforderungen erfüllen kann, es aber monatelang dauert bis das Verfahren durch ist. Plus eventuell noch Klagen von Konkurrenten, was das ganze wieder verzögert.
Hier geht es um Geschwindigkeit und ein fertiges kommerzielles Produkt, was man vor allem SCHNELL braucht. Da ist die Direktvergabe schon in Ordnung, denke ich.
Sehr gut, das öffentliche Ausschreibeverfahren mag zwar wichtig sein, um Korruption einzudämmen, hat aber auch oft genug zu unfassbar schlechten Beschaffungen geführt „weil der Prozess halt so ist“.
Wird Zeit, dass man dieses uralte Verfahren mal überarbeitet.
Eigene Erfahrung: Öffentliche Ausschreibungen, in denen von vornherein klar ist, wer die gewinnen soll braucht man tatsächlich auch nicht auszuschreiben. Spart allen Beteiligten eine Menge Arbeit und am Ende muss nicht mühsam nach irgendeinem Haar in der Suppe gesucht werden, um die Konkurrenz rauszukegeln. Dann lieber gleich ohne Ausschreibung, das ist ehrlicher und hat am Ende das gleiche Ergebnis in kürzerer Zeit.
Welcome Bürokratieabbau. Das ist doch der Kerb, dass man auch mal direkte Entscheidungen trifft, wenn das Ziel klar ist.
Werden ansonsten geheime militärische Beschaffungen so ausgeschrieben, dass die Russen die technischen Spezifikationen mitlesen können????
Das ergibt doch mal gar keinen Sinn….
Na endlich. Es ist für mich einfach komplett unverständlich, dass sicherheitsrelevante Beschaffungen erst mal haarklein für eine ewig lange Zeit ausgeschrieben werden müssen. So geht das deutlich schneller und sicherer!
Solche Satelliten sind ein unfassbar wichtiger schritt der Unabhängigkeit.
Man kann an der momentanen Regierung viel kritisieren, aber was das angeht gehen wir in ne richtige Richtung.
Schade dass es nötig ist.