Irgend etwas verstehe ich hier nicht. Diese Meldung über den Fachkräftemangel gibt es jetzt schon so lange ich mich erinnern kann – gerade in den MINT-Fächern. Zugleich finden in vielen Branchen große Entlassungswellen statt. Man möge mich hier gerne aufklären – für mich passt hier etwas nicht zusammen. Die Gehälter in der IT sinken, alles versinkt im AI-Chaos und dann lese ich so eine Meldung.
zombispokelsespirat on
Ist halt mal wieder eine Untersuchung eines arbeitgebernahen Instituts. Die wollen billige junge Arbeitskräfte.
trxarc on
Das Märchen geht weiter
Bluescope99 on
> Ebenso wichtig sei eine offene Willkommenskultur in der Gesellschaft.
_wütende AfD-Geräusche_
wRm_ on
Merke ich nichts von. Im Gegenteil. Überall entlassen die Unternehmen grade massenhaft.
Stiller_Winter on
Wie wäre es damit, die Menschen mit dem MINT-Abschluss zu befragen, wie rosig es mit der Job-Suche gerade aussieht?
ViewComfortable4069 on
Welche Mint Lücke? Ich bin Biochemiker und finde einfach keinen Job.
Silfline on
Mit MINT Gehalt kann man sich auch keine Wohnung in der Nähe des Arbeitgebers leisten, ohne 50% seines Gehalts an Miete abzudrücken 🤷🏻♂️
Sprintfire419 on
Was hier bestimmt hilft ist die Kürzung der Hochschulen in NRW 🙂
KharlieCirk on
Ne es fehlt an MINT Fachkräften, welche sich ausbeuten lassen wollen.
Kenne genug MINT-Leute die mittlerweile lieber im ÖD arbeiten als in der Privatwirtschaft weil letztere viel zu wenig anbietet.
Ja gut, die suchen halt Unicorns zu Spottpreisen (zumindest in der IT). Die deutschen Unternehmen leiden da einfach an einem kompletten Realitätsverlust. Dementsprechend haben Juniors auch aktuell kaum eine Chance im Jobmarkt
rxzlmn on
„MINT“ ist einfach auch eine seltsame Definition.
Laut Artikel:
>Die größten Engpässe verzeichnet der Report in den Energie- und Elektroberufen mit 53.100 fehlenden Fachkräften, gefolgt von Maschinen- und Fahrzeugtechnik mit 30.000, Metallverarbeitung mit 28.900 sowie Bauberufen mit 25.300.
Yo, das ist halt irgendwie nur das „T“ von MINT. Was ist mit dem Rest? Was ist denn z.B. mit Mathematikern, Biologen, Quantenphysikern, oder Chemikern?
fastgiga on
Ich verlange einen fabrik neuen Porsche mit allen Extras für 5000€.
Ich bekomme keinen.
Es herrscht eindeutig Porschemangel.
Ist dieselbe Logik.
cocoeen on
Solange Stellenanzeigen so aussehen, dass eine Person den Job einer ganzen Abteilung übernehmen soll, gibt es keine „Lücke“.
Konsrack on
Liest sich so, als hätte eine KI den Artikel geschrieben. Durchgehend werden technische Fachkräfte mit Ausbildung und MINT-Absolventen vertauscht.
Von den Ersten fehlen tatsächlich viele. Daher kommen höchstwahrscheinlich auch die Zahlen aus dem Artikel.
Von MINTlern, die übrigens nicht als Fachkräfte bezeichnet werden, haben wir aktuell genug.
HypEROwn on
Lustig hab vor 2 Monaten intensiv gesucht. Ständig bei Bewerbungsgesprächen gehört das meine gehaltsvorstellungen zu hoch sind „wir sind ja nur ein kleines mittelständiges Unternehmen da gehen gerade so 55k im Jahr“
Ich hab nen Master und 4 Jahre Berufserfahrung und das besagte mittelständige Unternehmen hatte 4000 Mitarbeiter xD
AirForce1_ on
Lüge Lüge Lüge
shinryou on
Leider wird bei solcher Erfassung nicht differenziert, was die Anforderung an solche „Fachkräfte“ eigentlich ist und für welche Art von Stelle überhaupt gesucht wird.
Wie eigentlich alle wissen sollten, ist „Fachkraft“ ja per se nicht jemand, der einen akademischen Abschluss gemacht hat, sondern eine grundständige Ausbildung abgeschlossen oder eine vergleichbare Qualifikation erworben hat. D.h. nominell jemand, der die kleinteilige Arbeit macht, irgendwo im mittleren der Gehaltsstufen unterwegs ist und vielleicht eingeschränkt Personalverantwortung haben könnte.
Aber trotzdem wird in den Diskussionen immer darüber sinniert, dass man es doch als Uni-Absolvent, d.h. als Spezialist, eigentlich eine Stufe der Qualifikation über der Fachkraft, doch so schwer habe auf dem Arbeitsmarkt, trotz eines Fachkräftemangels. Der Spezialist könnte, insofern er passend ausgebildet/erfahren ist, natürlich auch eine Fachkraftstelle ausfüllen, aber das ist dann doch eher nicht der Anspruch, den sie nach einem Studium an sich selbst haben. Nach dem Motto „für das Geld hätte ich ja nicht studieren müssen“.
Es ist auch unzureichend, „MINT“ so zusammenfassend zu verwenden. Es gibt sicherlich in dem sehr breiten Feld große Bereiche bzw. Aufgabenbereiche, die in Sachen Bewerberangebot übersättigt sind, während in anderen Bereichen ein absoluter Mangel herrscht, der sich dann natürlich in einer Gesamtstatistik so augenscheinlich niederschlägt. Ob ein Überangebot an Bewerbern in einem Teilbereich vorhanden ist, ist für Erfassung von nur Mangel halt nicht relevant.
Twix238 on
Deutschland ist eben eine Zweiklassengesellschaft. Entweder man wird Beamter oder sucht sich einen Job, der vom Staat durch Regulierungen bevorzugt wird, oder man wird als MINTler auf dem Markt unterbezahlt und darf mit enormen Abgaben den Beamten ihr ungerechtfertigtes Gehalt und die Pension bezahlen.
artworkfactory on
Als Naturwissenschaftler/MINTler, der nun nach einem befristeten Vertrag wieder mal nach 2 Jahren nach einem Job sucht, kann ich sagen, dass ich dort nicht befragt wurde.
Können ja alle mal beim IW Institut nachfragen, was die geraucht haben bei der Strassenumfrage:
#https://www.iwkoeln.de/kontakt.html
Honorable mention:
* Ebenso wichtig sei eine offene Willkommenskultur in der Gesellschaft.*
—> Leute, ich werde als Inlandskraft, der sich auf deutsch bewirbt, schon 2-3 Monate bei mehreren Firmen geghostet. Da wünsche ich mich manchmal eine reguläre „offene Kultur“ im Umgang mit Bewerbern. Ü
ChaosApfel on
Ich kann es wirklich nicht mehr hören. Die Industrie kann sich ihren Fachkräfte Mangel sonst so hin schieben. Ich bin selbst gerade von der Uni abgegangen und habe zum Glück einen Job gefunden. Meine Kommilitonen haben unglaubliche Probleme einen Job zu finden.
Es gibt keinen Fachkräftemangel, die Industrie ist zu geizig Absolventen einzuarbeiten. Die wollen alle ausschließlich Senior Persional.
ZipfelMuetze6 on
MINT Absolvent hier:
Für 4400 brutto kann ich in 100 Apotheken einen Job finden in der Umgebung und mich von bösen alten Menschen anschreien lassen. Gern auch Samstag 18 Uhr ohne Wochenend Zuschlag.
Für meinen 5500 brutto Job und 80% Home Office, keine Wochenenden und Notdienste musste ich weit über 100 Bewerbungen verschicken und Glück haben, dass ich bereits Berufserfahrung in der Pharmaindustrie hatte.
Es bleibt wie es überall ist: es gibt keinen Fachkräftemangel, sondern nur Mangel an Lohnsklaven.
Jacofski on
Habe letzten Monat meinen Master in Chemie abgeschlossen und der Arbeitsmarkt ist auch aufgrund des Orangenmannes in der Chemie- und Pharmabranche nicht gerade rosig. Dutzende Bewerbungen rausgehauen, nur absagen. Schlussendlich werde ich jetzt ein Praktikum bei einem Schweizer Pharmaunternehmen machen, in welchem ich auch schon meine Lehre gemacht habe.
Das Märchen vom Fachkräftemangel kann ich nicht mehr hören. Es werden nur eierlegende Wollmilchsäue gesucht, am besten 10 Jahre Erfahrung in Industrie. Helmut Schmidt hat mal so schön gesagt: „Wenn die Industrie so dringend Fachkräfte braucht, dann soll sie sie gefälligst selber ausbilden.“
Comandante_Kangaroo on
Ich denke wir sind uns alle einig, dass der angebliche „Fachkräftemangel“ in den MINT-Berufen eine Lüge ist, erfunden von den Arbeitgeberverbänden um einen noch größeren Überschuss an qualifizierten Bewerbern herzustellen und die Löhne noch weiter drücken zu können, bis wir auch hier chinesische Verhältnisse für Ingenieure und andere Tech-Arbeiter haben:
996, und trotzdem nicht genug Gehalt um die Miete einer angemessenen Wohnung zu bezahlen, ganz zu schweigen davon, jemals Wohneigentum zu besitzen, während die Besitzer der Unternehmen Milliarden einfahren.
Das Muster dafür war der angebliche „Ingenieursmangel“ vor 30 Jahren (bis heute). Da wollte man den Ingenieur als Mangelberuf klassifizieren, damit man Nicht-EU-Ausländer bereits zu 40.000€ einstellen durfte statt wie zuvor für mindestens 55.000€. Was dann auch für mich und meine Komilitonen das Einstiegsgehalt war. 40.000 plus nochmal 2 bis 3tausend fürs fließend Deutsch sprechen und weniger Verwaltungsaufwand.
Damals vorangetrieben von der Lobbyvereinigung VDI, und aufgedeckt und kritisiert von der ARD. Aber anscheinend hat man die investigativ arbeitenden Journalisten inzwischen durch KI oder Influencer ersetzt oder einen Azubi der Pressemitteilungen von Lobbyverbänden als Artikel abtippt.
Netter Nebeneffekt: Wenn man Mitarbeiter pensioniert oder entlässt und nicht ersetzt, teilen sich die restlichen Mitarbeiter deren Arbeit auf. Nicht aber deren Gehalt, das kann man sich als zusätzlichen Gewinn einstecken. Man muss ihnen allerdings dazu ab und an vorlügen man würde sich ja bemühen, die Stelle zu besetzen. Was natürlich einfacher ist, wenn selbst die ÖR diese Propaganda ungeprüft verbreiten.
Wir Ingenieure sind dann derweil arbeitslos, unfreiwillig und fachfremd selbstständig, oder machen Umschulungen hin zu Handwerksberufen. Schönen Dank auch, dafür hat sich ein Studium mit 90% Männeranteil und 50% Abbrecherquote so richtig gelohnt.
Ach ja, und vielen Dank auch, Tagesschau. Für eine zweite Bildzeitung zahle ich doch gerne 17€ im Monat. Ist ja genau das, was wir aktuell brauchen. Da kann man eigentlich nur noch Max Liebermann zitieren.
DexM23 on
Höre MINT seit einigen Jahren so oft, aber frage/vergesse mich jedes mal wieder wofür es steht – außer irgendwas mit IT
Glaub einfach auch, weil ich den Begriff/Abkürzung 0 mag – is einfach keine köstliche Minze
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27 Kommentare
Irgend etwas verstehe ich hier nicht. Diese Meldung über den Fachkräftemangel gibt es jetzt schon so lange ich mich erinnern kann – gerade in den MINT-Fächern. Zugleich finden in vielen Branchen große Entlassungswellen statt. Man möge mich hier gerne aufklären – für mich passt hier etwas nicht zusammen. Die Gehälter in der IT sinken, alles versinkt im AI-Chaos und dann lese ich so eine Meldung.
Ist halt mal wieder eine Untersuchung eines arbeitgebernahen Instituts. Die wollen billige junge Arbeitskräfte.
Das Märchen geht weiter
> Ebenso wichtig sei eine offene Willkommenskultur in der Gesellschaft.
_wütende AfD-Geräusche_
Merke ich nichts von. Im Gegenteil. Überall entlassen die Unternehmen grade massenhaft.
Wie wäre es damit, die Menschen mit dem MINT-Abschluss zu befragen, wie rosig es mit der Job-Suche gerade aussieht?
Welche Mint Lücke? Ich bin Biochemiker und finde einfach keinen Job.
Mit MINT Gehalt kann man sich auch keine Wohnung in der Nähe des Arbeitgebers leisten, ohne 50% seines Gehalts an Miete abzudrücken 🤷🏻♂️
Was hier bestimmt hilft ist die Kürzung der Hochschulen in NRW 🙂
Ne es fehlt an MINT Fachkräften, welche sich ausbeuten lassen wollen.
Kenne genug MINT-Leute die mittlerweile lieber im ÖD arbeiten als in der Privatwirtschaft weil letztere viel zu wenig anbietet.
Ist diese Lücke mit uns im Raum?
„Die Lüge des Fachkräftemangels“ https://youtu.be/FA1ReivY4f0
Ja gut, die suchen halt Unicorns zu Spottpreisen (zumindest in der IT). Die deutschen Unternehmen leiden da einfach an einem kompletten Realitätsverlust. Dementsprechend haben Juniors auch aktuell kaum eine Chance im Jobmarkt
„MINT“ ist einfach auch eine seltsame Definition.
Laut Artikel:
>Die größten Engpässe verzeichnet der Report in den Energie- und Elektroberufen mit 53.100 fehlenden Fachkräften, gefolgt von Maschinen- und Fahrzeugtechnik mit 30.000, Metallverarbeitung mit 28.900 sowie Bauberufen mit 25.300.
Yo, das ist halt irgendwie nur das „T“ von MINT. Was ist mit dem Rest? Was ist denn z.B. mit Mathematikern, Biologen, Quantenphysikern, oder Chemikern?
Ich verlange einen fabrik neuen Porsche mit allen Extras für 5000€.
Ich bekomme keinen.
Es herrscht eindeutig Porschemangel.
Ist dieselbe Logik.
Solange Stellenanzeigen so aussehen, dass eine Person den Job einer ganzen Abteilung übernehmen soll, gibt es keine „Lücke“.
Liest sich so, als hätte eine KI den Artikel geschrieben. Durchgehend werden technische Fachkräfte mit Ausbildung und MINT-Absolventen vertauscht.
Von den Ersten fehlen tatsächlich viele. Daher kommen höchstwahrscheinlich auch die Zahlen aus dem Artikel.
Von MINTlern, die übrigens nicht als Fachkräfte bezeichnet werden, haben wir aktuell genug.
Lustig hab vor 2 Monaten intensiv gesucht. Ständig bei Bewerbungsgesprächen gehört das meine gehaltsvorstellungen zu hoch sind „wir sind ja nur ein kleines mittelständiges Unternehmen da gehen gerade so 55k im Jahr“
Ich hab nen Master und 4 Jahre Berufserfahrung und das besagte mittelständige Unternehmen hatte 4000 Mitarbeiter xD
Lüge Lüge Lüge
Leider wird bei solcher Erfassung nicht differenziert, was die Anforderung an solche „Fachkräfte“ eigentlich ist und für welche Art von Stelle überhaupt gesucht wird.
Wie eigentlich alle wissen sollten, ist „Fachkraft“ ja per se nicht jemand, der einen akademischen Abschluss gemacht hat, sondern eine grundständige Ausbildung abgeschlossen oder eine vergleichbare Qualifikation erworben hat. D.h. nominell jemand, der die kleinteilige Arbeit macht, irgendwo im mittleren der Gehaltsstufen unterwegs ist und vielleicht eingeschränkt Personalverantwortung haben könnte.
Aber trotzdem wird in den Diskussionen immer darüber sinniert, dass man es doch als Uni-Absolvent, d.h. als Spezialist, eigentlich eine Stufe der Qualifikation über der Fachkraft, doch so schwer habe auf dem Arbeitsmarkt, trotz eines Fachkräftemangels. Der Spezialist könnte, insofern er passend ausgebildet/erfahren ist, natürlich auch eine Fachkraftstelle ausfüllen, aber das ist dann doch eher nicht der Anspruch, den sie nach einem Studium an sich selbst haben. Nach dem Motto „für das Geld hätte ich ja nicht studieren müssen“.
Es ist auch unzureichend, „MINT“ so zusammenfassend zu verwenden. Es gibt sicherlich in dem sehr breiten Feld große Bereiche bzw. Aufgabenbereiche, die in Sachen Bewerberangebot übersättigt sind, während in anderen Bereichen ein absoluter Mangel herrscht, der sich dann natürlich in einer Gesamtstatistik so augenscheinlich niederschlägt. Ob ein Überangebot an Bewerbern in einem Teilbereich vorhanden ist, ist für Erfassung von nur Mangel halt nicht relevant.
Deutschland ist eben eine Zweiklassengesellschaft. Entweder man wird Beamter oder sucht sich einen Job, der vom Staat durch Regulierungen bevorzugt wird, oder man wird als MINTler auf dem Markt unterbezahlt und darf mit enormen Abgaben den Beamten ihr ungerechtfertigtes Gehalt und die Pension bezahlen.
Als Naturwissenschaftler/MINTler, der nun nach einem befristeten Vertrag wieder mal nach 2 Jahren nach einem Job sucht, kann ich sagen, dass ich dort nicht befragt wurde.
Können ja alle mal beim IW Institut nachfragen, was die geraucht haben bei der Strassenumfrage:
#https://www.iwkoeln.de/kontakt.html
Honorable mention:
* Ebenso wichtig sei eine offene Willkommenskultur in der Gesellschaft.*
—> Leute, ich werde als Inlandskraft, der sich auf deutsch bewirbt, schon 2-3 Monate bei mehreren Firmen geghostet. Da wünsche ich mich manchmal eine reguläre „offene Kultur“ im Umgang mit Bewerbern. Ü
Ich kann es wirklich nicht mehr hören. Die Industrie kann sich ihren Fachkräfte Mangel sonst so hin schieben. Ich bin selbst gerade von der Uni abgegangen und habe zum Glück einen Job gefunden. Meine Kommilitonen haben unglaubliche Probleme einen Job zu finden.
Es gibt keinen Fachkräftemangel, die Industrie ist zu geizig Absolventen einzuarbeiten. Die wollen alle ausschließlich Senior Persional.
MINT Absolvent hier:
Für 4400 brutto kann ich in 100 Apotheken einen Job finden in der Umgebung und mich von bösen alten Menschen anschreien lassen. Gern auch Samstag 18 Uhr ohne Wochenend Zuschlag.
Für meinen 5500 brutto Job und 80% Home Office, keine Wochenenden und Notdienste musste ich weit über 100 Bewerbungen verschicken und Glück haben, dass ich bereits Berufserfahrung in der Pharmaindustrie hatte.
Es bleibt wie es überall ist: es gibt keinen Fachkräftemangel, sondern nur Mangel an Lohnsklaven.
Habe letzten Monat meinen Master in Chemie abgeschlossen und der Arbeitsmarkt ist auch aufgrund des Orangenmannes in der Chemie- und Pharmabranche nicht gerade rosig. Dutzende Bewerbungen rausgehauen, nur absagen. Schlussendlich werde ich jetzt ein Praktikum bei einem Schweizer Pharmaunternehmen machen, in welchem ich auch schon meine Lehre gemacht habe.
Das Märchen vom Fachkräftemangel kann ich nicht mehr hören. Es werden nur eierlegende Wollmilchsäue gesucht, am besten 10 Jahre Erfahrung in Industrie. Helmut Schmidt hat mal so schön gesagt: „Wenn die Industrie so dringend Fachkräfte braucht, dann soll sie sie gefälligst selber ausbilden.“
Ich denke wir sind uns alle einig, dass der angebliche „Fachkräftemangel“ in den MINT-Berufen eine Lüge ist, erfunden von den Arbeitgeberverbänden um einen noch größeren Überschuss an qualifizierten Bewerbern herzustellen und die Löhne noch weiter drücken zu können, bis wir auch hier chinesische Verhältnisse für Ingenieure und andere Tech-Arbeiter haben:
996, und trotzdem nicht genug Gehalt um die Miete einer angemessenen Wohnung zu bezahlen, ganz zu schweigen davon, jemals Wohneigentum zu besitzen, während die Besitzer der Unternehmen Milliarden einfahren.
Das Muster dafür war der angebliche „Ingenieursmangel“ vor 30 Jahren (bis heute). Da wollte man den Ingenieur als Mangelberuf klassifizieren, damit man Nicht-EU-Ausländer bereits zu 40.000€ einstellen durfte statt wie zuvor für mindestens 55.000€. Was dann auch für mich und meine Komilitonen das Einstiegsgehalt war. 40.000 plus nochmal 2 bis 3tausend fürs fließend Deutsch sprechen und weniger Verwaltungsaufwand.
Damals vorangetrieben von der Lobbyvereinigung VDI, und aufgedeckt und kritisiert von der ARD. Aber anscheinend hat man die investigativ arbeitenden Journalisten inzwischen durch KI oder Influencer ersetzt oder einen Azubi der Pressemitteilungen von Lobbyverbänden als Artikel abtippt.
*******************************************************************
Netter Nebeneffekt: Wenn man Mitarbeiter pensioniert oder entlässt und nicht ersetzt, teilen sich die restlichen Mitarbeiter deren Arbeit auf. Nicht aber deren Gehalt, das kann man sich als zusätzlichen Gewinn einstecken. Man muss ihnen allerdings dazu ab und an vorlügen man würde sich ja bemühen, die Stelle zu besetzen. Was natürlich einfacher ist, wenn selbst die ÖR diese Propaganda ungeprüft verbreiten.
Wir Ingenieure sind dann derweil arbeitslos, unfreiwillig und fachfremd selbstständig, oder machen Umschulungen hin zu Handwerksberufen. Schönen Dank auch, dafür hat sich ein Studium mit 90% Männeranteil und 50% Abbrecherquote so richtig gelohnt.
Ach ja, und vielen Dank auch, Tagesschau. Für eine zweite Bildzeitung zahle ich doch gerne 17€ im Monat. Ist ja genau das, was wir aktuell brauchen. Da kann man eigentlich nur noch Max Liebermann zitieren.
Höre MINT seit einigen Jahren so oft, aber frage/vergesse mich jedes mal wieder wofür es steht – außer irgendwas mit IT
Glaub einfach auch, weil ich den Begriff/Abkürzung 0 mag – is einfach keine köstliche Minze