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    12 Kommentare

    1. >Deutschland galt lange als Land, in dem fast jeder den sozialen Aufstieg schaffen konnte.

      Nunja, das war schon lange Zeit gelogen.

      Mittlerweile wäre die Lüge halt unhaltbar dreist, wie man auch schon diesem zehn Jahre alten Artikel entnehmen kann:

      https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/201649/ende-der-aufstiegsgesellschaft/

      >Die empirischen Befunde legen damit nahe, dass die rasante Verschärfung ökonomischer Verteilungsungleichheiten nicht nur, wie jüngst diskutiert, negative Effekte auf nachhaltiges wirtschaftliches Wachstum zeitigen, sondern zumindest mittelfristig auch negative Auswirkungen auf die langfristigen Muster intergenerationaler Mobilität haben könnte – die möglicherweise zugleich an eine innere Sättigungsgrenze stößt. Eine Politik zur Erhöhung von Aufstiegschancen, die allein auf Wachstums- oder expansive Bildungspolitik setzt, wird ihr Ziel mit großer Sicherheit verfehlen. Eine gezielte Förderung von Aufstiegsmobilität ist ohne eine Reduktion ökonomischer Verteilungsungleichheiten aller Voraussicht nach nicht zu haben. Darum laufen Beschwörungen von Chancengleichheit, die nicht zugleich die Reduktion von Verteilungsungleichheiten thematisieren, systematisch ins Leere.

      Der Masterabschluss reißt es dann eben auch nicht mehr raus.

      Noch Fragen, Kienzle?

    2. >Deutschland galt lange als Land, in dem fast jeder den sozialen Aufstieg schaffen konnte.

      Seit wann das denn? Meines Wissens nach sind in Deutschland die Bildungschancen im Vergleich sehr stark von den Eltern abhängig, während der Großteil der großen Vermögen geerbt und dann als Kapital mühelos gewachsen sind.

      Sowas wie eine chancengleiche Marktwirtschaft in der Mühe und Talent belohnt werden gab es nie so wirklich, das widerspäche auch dem Wesen des Kapitalismus. und wenn, dann war das eher eine internationale Ausnahmesituation weil es hier diejenigen Jobs der globalen Produktion gab, die den gegenteiligen Anschein erzeugten.

    3. Also mein Abi und Studium sind jetzt auch schon ne ganze ecke her und damals hieß es schon im OECD Schnitt steht kaum ein Land so schlecht bei der sozialen Durchlässigkeit wie Deutschland… Wenn das jetzt noch sinkt ham wir fertig. Feudal Gesellschaft wann?

    4. modsuwakusoyarou on

      Ist bei uns im großen Konzern genauso.

      Da wurde damals so viel befördert wie nur geht, jetzt gehen die Leute langsam in Rente und man erwartet, dass die jüngeren Mitarbeiter die selbe Arbeit und sogar mehr in einer geringeren Tarifstufe erledigen.

    5. LucywiththeDiamonds on

      Kenne eine einzige person (bin ende 30) die einen größeren sprung geschafft hat in der hinsicht. Und der hat seinen leichten autismus ins programmieren gechannelt und so immer weiter gemacht.

      Ansonsten das übliche. Während die einen sich am durchkämpfen waren haben die anderen sich studienzeiten finanzieren lassen und kriegen mal eben so 800k+ erbe früher ausgezahlt weil der vater über vitamin b ne 1m+ villa für 500k rangefischt hat.

    6. Mit der Erhöhung der Rentenversicherungsbeiträgen und Erweiterung der Mietpreisbremse wird alles in Ordnung kommen…

    7. SeniorePlatypus on

      > Deutschland galt lange als Land, in dem fast jeder den sozialen Aufstieg schaffen konnte.

      Nur weil das garantiert von vielen falsch aufgenommen wird. Dass bedeutet nicht, dass es automatisch und einfach war. Wer gebildete Eltern hat und einfach Hilfe bekommen konnte. Wer zum lernen motiviert wurde, wessen Neugier aktiv geweckt und gefördert wird hat es natürlich einfacher. Deutschland war schon immer auf Erhalt ausgerichtet.

      Aber es war möglich, da man mit entsprechend hoher Leistung in der Lage war in Bildungsschichten aufzusteigen, hoch bezahlte Jobs wahrzunehmen und damit einen Aufstieg in den Schichten wahrzunehmen.

      Durch steigende Lohngleichheit und steigende Abgabenlast bei stark steigenden Lebenshaltungskosten für jüngere geht nun auch dieses letzte Feigenblatt flöten. Der Aufwand für Bildung, Jobs mit Verantwortung und hohe Leistungsbereitschaft lohnt sich nicht mehr. Man investiert viel (Geld und / oder Zeit) und bekommt dafür immer weniger zurück. Ein gutes Beispiel dafür sind Ärzte. Die haben in den letzten 30 Jahren einen massiven Reallohnverlust erlebt. Im zweistelligen Prozent-Bereich. Traditionell ein Job mit hoher Stellung, viel Ansehen und sehr hohem Einkommen ist es heute eher gehobene Mittelschicht. Spezialjobs oder extra viel Verantwortung untere Oberschicht. Nach über 10 Jahren Studium mit hohen Ausgaben und viel Entbehrung. Mit deutlich kürzerer Lebens-Arbeitszeit als Resultat und weniger Zeit wo man solche Einkommen hat.

      Deutschland ist ein leistungsfeindliches Land geworden indem der soziale Aufstieg mit jedem Jahr schwieriger wird.

      Besonders auch die steigenden Sozialausgaben führen dazu, dass Erbe und Schicht der Eltern wichtiger den je wird. Oberflächlich Paradox aber finanzielle Hilfe ohne Perspektive führt nunmal nirgendwohin. Vermögensungleichheit wird doch nicht besser, wenn man Geld umverteilt. Vermögensungleichheit wird besser, wenn mehr Menschen mehr Vermögen aufbauen. Armen Geld geben damit sie sich ihren täglichen Konsum leisten können verändert nichts daran. Viel wichtiger ist die Befähigung dazu sich aus der Notlage zu befreien und Vermögen aufzubauen.

    8. Merkt man auch am Wohlstandsverlust. Was für meine Eltern vor 30 Jahren normal war, ist für mich heute unvorstellbar.

      Dazu mal eine Frage in die Runde: wie nehmt ihr persönlich eigentlich ganz konkret den Wohlstandsverlust wahr?

    9. Street-Recording-513 on

      [Hartmann hat das in über 30 jähriger empirischer Forschung bewiesen](https://www.amazon.de/Die-Abgehobenen-Eliten-Demokratie-gef%C3%A4hrden/dp/3593509288?ie=UTF8&tag=hydrdespg-21&hvadid=719343225270&hvpos=&hvexid=&hvnetw=g&hvrand=10159333669623863314&hvpone=&hvptwo=&hvqmt=&hvdev=m&ref=pd_sl_g68han6j_e&tag=&ref=&adgrpid=170413162315&hvpone=&hvptwo=&hvadid=719343225270&hvpos=&hvnetw=g&hvrand=10159333669623863314&hvqmt=&hvdev=m&hvdvcmdl=&hvlocint=&hvlocphy=9198195&hvtargid=dsa-1595363597442&hydadcr=&mcid=&gad_source=1):

      1. Eliten stammen überwiegend aus privilegierten Herkunftsmilieus.
      → Soziale Herkunft bleibt ein zentraler Faktor für Aufstiegschancen.

      2. Die Elite rekrutiert sich weitgehend selbst.
      → Netzwerke, kulturelles Kapital und familiäre Ressourcen begünstigen „die Ihren“.

      3. Soziale Durchlässigkeit ist begrenzt.
      → Formale Chancengleichheit reicht nicht aus, reale Aufstiegsmöglichkeiten bleiben ungleich verteilt.

      4. Eliten entfernen sich in Lebenswelt und Perspektive vom Rest der Gesellschaft.
      → Das erschwert den Zugang für Menschen außerhalb ihres Milieus.

      5. Geringe Durchlässigkeit gefährdet die demokratische Legitimation.
      → Wenn wenige, homogene Gruppen Entscheidungen prägen, sinkt Vertrauen und Repräsentation.

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