



















Die Joseon Tongsinsa (Missionen des guten Willens) waren weit mehr als einfache diplomatische Delegationen. Es handelte sich um einen großartigen kulturellen Austausch, an dem die führenden Gelehrten und Künstler der Epoche teilnahmen, die ihre ausgedehnten Reisen durch Japan dokumentierten.
1. Das immense Ausmaß und Prestige der Missionen
- Eine epische Reise: Die Hin- und Rückfahrt von Hanyang (heute Seoul) nach Edo (heute Tokio) war ein monumentales Unterfangen, das 4.000 Kilometer zurücklegte und zwischen fünf Monaten und einem ganzen Jahr dauerte.
- Eine fünfstündige Prozession: Die Delegation, die typischerweise aus 400 bis 500 Mitgliedern bestand, bildete eine so lange Schlange, dass es Berichten zufolge fünf Stunden dauerte, bis die gesamte Entourage von vorne bis hinten einen einzigen Punkt passiert hatte.
- A "Joseon-Boom" in Japan: Die Ankunft der Tongsinsa war ein Großereignis, das überall für eine festliche Atmosphäre sorgte. Die Missionen stießen auf großes öffentliches Interesse und lösten mit ihrer Mode und Poesie Trends in ganz Japan aus. Im Jahr 1764 beschrieb der Gelehrte Kim In-gyeom die Szene: "Die 30-ri-Straße nach Edo war voller Menschenmassen, die wahrscheinlich in die Millionen gingen."
2. "Eine andere Welt": Die Sicht der Joseon-Gesandten auf Japan
Für die Gesandten, die an die konfuzianische Gesellschaft von Joseon gewöhnt waren, waren viele Aspekte des japanischen Lebens und der japanischen Kultur eine Quelle der Überraschung und des Erstaunens.
- Eine prosperierende Wirtschaft und geschäftige Städte: Im Jahr 1624 bemerkte der Gesandte Kang Hong-jung die wirtschaftliche Vitalität, die er beobachtete: "Die Waren auf dem Marktplatz türmten sich wie Berge auf und die Häuser der einfachen Leute waren mit Getreide gefüllt. Der Reichtum und die Fülle der Bevölkerung sind mit unserem Land unvergleichlich."
- Fortgeschrittene Verlagskultur: Die Gesandten waren erstaunt über die Geschwindigkeit der Informationsverbreitung. Es war nicht ungewöhnlich, dass wissenschaftliche Gespräche und Debatten, die sie mit japanischen Intellektuellen führten, zusammengestellt, gedruckt und als Bücher verkauft wurden, als die Mission auf ihrer Rückreise war.
- Beeindruckende Architektur und urbane Schönheit: Die Pracht der Burg Edo, die Größe der kunstvollen Tempel der Stadt und die feine Handwerkskunst ihrer Geschäfte und Häuser faszinierten die Joseon-Besucher. Sie äußerten häufig ihre Bewunderung für Japans anspruchsvolle Holzverarbeitungs- und Architekturtechniken.
- Einzigartige lokale Bräuche:
- Teekultur: Sie bemerkten die weit verbreitete Teekultur, wo "Entlang der Straßen sind Teehäuser aufgestellt, und für eine Münze kann ein Reisender eine Schüssel Tee trinken."
- Essgewohnheiten: Der Brauch, nur Essstäbchen und keine Löffel zu verwenden, galt als merkwürdige Praxis.
- Aussehen und Mode: Sie dokumentierten die charakteristischen Frisuren der Männer (den Chonmage-Haarknoten) und ihre Praxis, Schwerter zu tragen. Für Frauen war der Brauch, ihre Augenbrauen zu rasieren, neue höher auf die Stirn zu ziehen und ihre Zähne zu schwärzen (Ohaguro), ein besonders ungewohnter Anblick.
- Soziale Normen, die sich von denen Joseons unterscheiden: Die lebhafte und weniger restriktive Atmosphäre der Vergnügungsviertel (yūkaku) und die kühne Mode der Frauen dort überraschten die Gesandten. Darüber hinaus stellte die Existenz von Kabuki-Schauspielern, die auch als männliche Prostituierte arbeiteten, eine Quelle erheblichen kulturellen Schocks dar und wurde in ihren Aufzeichnungen als eigenartiger und fremder Brauch dokumentiert.
3. Denkwürdige Anekdoten und kultureller Austausch
Über die Beobachtungen hinaus waren die Reisen voller bedeutungsvoller Interaktionen und nachhaltiger Beiträge.
- Die Einführung der Süßkartoffel: Die Süßkartoffel, heute ein Grundnahrungsmittel in Korea, wurde erstmals 1763 vom Tongsinsa-Führer Jo Eom in das Land eingeführt. Er erkannte das Potenzial der Pflanze, nachdem er sie auf der Insel Tsushima gesehen hatte, brachte Samen mit und baute sie erfolgreich in Korea an.
- Eine diplomatische Debatte über Namen: "Wae-in" vs. "Verdammt" Ein witziger Austausch, den Shin Yu-han im Jahr 1711 aufzeichnete, offenbart den subtilen Stolz und die diplomatischen Spannungen dieser Zeit.Japanischer Beamter: "Warum bezeichnen die Menschen in Joseon unser Volk als „Wae-in“ (倭人)? Schon in der Geschichte der Tang-Dynastie steht geschrieben, dass unser Land seinen Namen in „Nihon“ (Japan) änderte. Es ist angebracht, uns „Nihon-jin“ (Japaner) zu nennen." Shin Yu-han (Joseon): "Ihr Land ist seit langem unter dem Namen „Wae“ bekannt, wo liegt also das Problem? Warum bezeichnet Ihr Land uns, die Menschen in Joseon, dann als „Dang-in“ (唐人 oder „Tang-Volk“)?" Japanischer Beamter: "Wir nennen Sie aus Bewunderung „Dang-in“, da Ihre Kultur genauso brillant ist wie die von Tang-China." Shin Yu-han (Joseon): "Bei uns ist es genauso. Wir verwenden einfach den Namen, den Ihr Land seit der Antike trägt, ohne eine andere Absicht."
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