
Ernstgemeinte Frage – wir reden immer über den demographischen Wandel, die Belastung des Pensionssystems aber irgendwie greift niemand das Grundübel an: Wenn heute eine Billa Kassiererin cirka 1700-1800€ netto bekommt, ja wie sollen sich mit dem Gehalt den bitte Kinder ausgehen?
Polen debattiert Familien mit mindestens 2 Kindern einkommenssteuerfrei zu stellen- wieso machen wir so etwas eigentlich nicht?
byu/LeobenCharlie inAustria
Von LeobenCharlie
20 Kommentare
Der Familienbonus plus geht bereits in diese Richtung nur halt als typische österreichische Lösung und wurde erst einmal angepasst.
will ich überhaupst Kinder in Österreich wenn ich nichtmal richtig leben kann?
Absolut. Drei oder mehr Kinder zu haben ist einfach finanzieller Selbstmord
Wie sollen wir denn dann die Korruption finanzieren? 🙁
Naja, es ist ja (sinnvollerweise) mit einem Betrag begrenzt.
Also de facto einfach ein Freibetrag für Kinder
Den haben wir schon, nennt sich „Familienbonus Plus“ und müsste halt mal betraglich angepasst werden, wie ein anderer hier schon angemerkt hat.
naja, billa kasserin bekommt vielleicht 1900 brutto – das is mal der erste fehler 😉
aber ja – ich würd einen erhöhten freibetrag (10 – 15K/kind/jahr) gedeckelt auf 2 kinder machen. Und das aber nur für Kinder, die in Österreich geboren sind und hier aufwachsen.
Und zusätzlich verstärkt in Sachleistungen gehen (Gratis Kinderbetreuung, Schulsscheck,…) – damit auch die Familienbeihilfe rechtssicherer wird.
Wenn du 1700€ netto verdienst zahlst du kaum Einkommensteuer. Es bräuchte also ähnlich wie in Deutschland ein haushaltsgrundlage, wo die Gehälter addiert werden. Dann wäre vmtl genug Steueraufkommen da, das es sinnvoll wäre. Dann fallen aber wieder alle Alleinerziehende raus.
Ich bin eigentlich ein Freund vom fördersystem was das angeht, weils fair ist und jeder quasi gleich viel kriegt.
Grundsätzlich fänd ich’s gscheid, Familien generel stärker zu fördern aber das is was anderes.
Die von dir zitierte Billa Kassiererin zahlt ca. 125 Euro Einkommenssteuer, also das macht jetzt das Kraut auch nicht fett.
Die niedrige Geburtenrate liegt nicht nur am Geld, sondern vor allem an sich ändernden Einstellungen und Lebensentwürfen… da passen Kinder oft nicht mehr rein.
Grundsätzlich gute Idee Familien mit Kindern zu fördern, man müsste dies halt mit den anderen Familienleistungen harmonisieren, sodass auch Geringverdiener etwas davon haben.
Grundsätzlich gut, nur halt in Österreich ned durchführbar. Neid Debatten enden immer im Chaos.
Selbst wenn sie es machen, wirds die Geburtenrate ned groß anheben.
Und dann tauchen die ersten Artikel in der FPÖ heute Zeitung auf, dass so viele „Ausländer“ davon profitieren und uns armen „echten“ Österreichern das Geld wegnehmen.
Weil das eine vollkommen absurde Regelung ist. Dann zahlt der gutverdienende Manager gar keine Einkommenssteuer, weil er 2 Kinder hat, die Alleinerzieherin in Teilzeit mit einem Kind dafür schon. Was soll sowas?
Weil es nicht funktioniert, Ungarn hat das selbe probiert
Können wir uns das Geld bitte einmal da holen wo es vorhanden ist?
Gibts ja nicht, wir haben tausende Millionäre und 50+ Milliardäre in Ö… wie unnötig und unüberlegt können Ideen noch werden?
Wenn du dir ansiehst wer in Österreich die Kinder bekommt findest du deine Antwort.
Zu den 1.800€: Hier kommen noch Kindergeld, Alimente oder ein 2 Einkommen und gegebenenfalls weitere Förderungen hinzu.
1. Weil die Evidenz dafür, dass das puncto Fertilitätsrate tatsächlich etwas bringt, sehr überschaubar ist. Siehe zB diesen Text von Kollege Rössler im DATUM über das ähnliche ungarische Modell: [https://datum.at/turuls-kinder/](https://datum.at/turuls-kinder/)
2. Wir haben mit der Familienbeihilfe in Österreich schon lange ein Modell, das mit der Zahl der Kinder nach oben skaliert – als Barauszahlung. Stattdessen Lohn-/Einkommensteuer zu reduzieren (der Familienbonus geht ohnehin in die Richtung) würde das von einer gleich verteilten Familienförderung zu einer für Besserverdiener umschichten (Leute, die überhaupt erst einmal ESt zahlen). Kann man machen, aber das sind in aller Regel Schichten, die auf Basis ihrer Bildung/Lebensplanung ohnehin weniger Kinder bekommen und sich durch finanzielle Anreize auch weniger davon überzeugen lassen wollen.
Weil wir unsere Steuerpriotitäten so angesetzt haben, dass keine Erleichterungen des Proletariats gewährleistet werden können. Sonst wären wir gezwungen unseren Förderern und Sponsoren die Umsätze zu besteuern, das wäre natürlich schrecklich und unleistbar! Sonst rennen uns die Reichen ja weg und gehen woanders hin….von wo wir sie nicht besteuern können wenn sie in Österreich Business machen wollen! *logik
Am demographischen Wandel würde das gar nichts ändern und außerdem die Belastung zu dem Zeitpunkt noch verschlimmern, da dadurch erstmal weniger Steuereinnahmen und zusätzliche Ausgaben entstehen.
Weil von Steuerbegünstigungen tendenziell Besserverdiener*innen überproportional profitieren, während eben jene zitierten Alleinerzieher*innen ja weniger verdienen und daher auch weniger profitieren. All jene die die Unterstützung am dringendsten brauchen würden, weil sie eben gar kein Einkommen haben, profitieren gar nicht.
Wenn man so etwas sozial treffsicherer einführen möchte, dann prozentual gestaffelt pro Kind und nicht ab einer bestimmten Anzahl, weil da ja dann wieder ein Haufen Alleinerziehende mit 1 Kind drum umfallen.
Außerdem überhaupt nur für Einkommen bis zu einer gewissen Grenze und darunter sozial gestaffelt. Wer „zu viel“ verdient bekommt gar keine Steuerbegünstigung, weil Spitzenverdiener*innen es schlicht und einfach nicht brauchen.
Ich sag’s wie’s ist, wenn mit 2 Kindern die Einkommenssteuer wegfällt wird 2 Minuten nach Erreichen der Nachricht mit der Produktion von Kind Nr. 2 begonnen.
Aber ernsthaft, ich würde mich ob dem Fall SOFORT ein zweites Kind entscheiden.
Haben wir ja schon mit dem Familienbonus. Kostet auch genug.
Generell ist es so, dass finanzielle Anreize zum Kinderkriegen zwar was bringen, aber sehr wenig.
Gibt zu viele andere Faktoren. Nicht zuletzt die zeitlichen Ressourcen die heutzutage in Kinder reingehen.