
Die Deaktivierung eines Uhrproteins schützt das Gehirn vor den Auswirkungen der Alzheimer-Krankheit – ein Hinweis auf einen neuen Weg zur Neuroprotektion.
Eine Störung der Verbindung zwischen der inneren Uhr des Körpers und dem Gehirn kann das Fortschreiten der Neurodegeneration bei Mäusen mit Alzheimer-ähnlichen Symptomen verlangsamen, so eine neue Studie der Washington University School of Medicine, die in Nature Aging veröffentlicht wurde.
Erik Musiek, MD, PhD, Charlotte & Paul Hagemann-Professor für Neurologie an der WashU Medicine, untersuchte zusammen mit dem Erstautor Jiyeon Lee, PhD, und ihrem Team, wie sich die Unterdrückung der Aktivität eines wichtigen zirkadianen Proteins auf die Gehirngesundheit auswirkt. In Mausmodellen der Alzheimer-Krankheit fanden sie heraus, dass die Blockierung der Funktion dieses Proteins die Ansammlung eines toxischen Proteins namens Tau verringerte und die Neurodegeneration reduzierte.
Das zirkadiane Protein REV-ERBα hilft bei der Regulierung der täglichen Stoffwechsel- und Entzündungszyklen. Während seine Rolle im Gehirn noch nicht gründlich erforscht ist, deuten Studien in anderen Geweben darauf hin, dass es den Spiegel von Nicotinamidadenindinukleotid (NAD+) beeinflusst, einem Molekül, das für den Energiestoffwechsel und die DNA-Reparatur essentiell ist. NAD+-Spiegel stehen in engem Zusammenhang mit der Alterung des Gehirns und der Neurodegeneration – niedrigere Konzentrationen sind mit einem schnelleren Nervenabbau verbunden. Viele rezeptfreie Nahrungsergänzungsmittel auf dem Markt behaupten, den NAD+-Spiegel zu erhöhen, um der Alterung entgegenzuwirken.
Musiek und sein Team haben REV-ERBα in allen Geweben einer Mäusegruppe genetisch gelöscht, und in einer anderen Mäusegruppe haben sie das Protein nur in Astrozyten gelöscht – Gliazellen, die einen Großteil des Zentralnervensystems ausmachen. In beiden Fällen stiegen die NAD+-Werte an. Dies lieferte den Beweis, dass die Deletion von REV-ERBα in Astrozyten einen direkten Einfluss auf die NAD+-Spiegel im Gehirn hat, was einen Weg für mögliche Studien zur neurodegenerativen Behandlung in der Zukunft darstellt.
Die Forscher fanden außerdem heraus, dass die Hemmung von REV-ERBα, sowohl genetisch als auch mit einem neuartigen Medikament, das sich in Studien zur Amyloid-β-Pathologie und der Parkinson-Krankheit als vielversprechend erwiesen hat, zu höheren NAD+-Werten führte und die Mäuse vor der Tau-Pathologie schützte, der toxischen Aggregation von Proteinen im Gehirn, die zu neurodegenerativen Erkrankungen führt.
Die Ergebnisse des experimentellen Medikaments könnten einen neuen therapeutischen Ansatz zur Vorbeugung und Behandlung der Alzheimer-Krankheit aufzeigen.
https://scitechdaily.com/scientists-find-manipulating-bodys-rhythm-may-fight-alzheimers/