






Ich erinnere mich noch an meine erste Reise nach Nepal im Jahr 2011. Ich war gerade aus Großbritannien eingeflogen, voller Aufregung und einem Gefühl des Staunens. Mein Vater beschloss, mich nach Muktinath zu bringen, einem der heiligsten Orte im Himalaya. Wir bestiegen einen kleinen Twin Otter-Flug nach Jomsom, diesem winzigen Flugzeug, das im Bergwind zitterte, und von dort fuhren wir in einem Taxi, das über die holprige, staubige Straße nach Muktinath holperte. Die Fahrt war hart, aufregend und unvergesslich. Damals waren die Straßen wild. Heute, im Jahr 2025, sind sie bis nach Muktinath asphaltiert und glatt, aber die Erinnerungen an diese alte, raue Reise erwärmen mein Herz immer noch.
Mustang wurde ein Teil von mir. Jedes Mal, wenn ich zurückkomme, lerne ich etwas Neues über das Leben. Mustang erinnert mich daran, an meinen Zielen festzuhalten, mich mit der Zeit weiterzuentwickeln, aber niemals meine Wurzeln zu vergessen. Die Menschen hier leben diese Balance wunderbar, modern in ihrer Art und doch tief verbunden mit ihren alten Traditionen. Sie beten zu ihren Göttern wie ihre Vorfahren, feiern Feste, die in ihren alten Schriften niedergeschrieben sind, und bewahren ihre Klöster und Architektur mit Liebe, auch wenn sie moderne Materialien verwenden. Das ist es, was Mustang für mich magisch macht. Wenn ich durch die Hochtäler wandere oder an den Chörten vorbeigehe, die die Wege säumen, spüre ich den gleichen Geist.
Mustang ist in zwei Welten unterteilt: Lower und Upper Mustang. Die untere Region fühlt sich dem Himalaya näher, während die obere Sie darüber hinausführt. Sie überqueren die große Bergkette und blicken zurück, um die Gipfel im Süden zu sehen. Die obere Region war einst ein eigenständiges Königreich, bekannt als das Königreich Lo. Auch heute noch hat es einen besonderen Status, der von Nepal sehr respektiert wird. Wenn ich durch die windgepeitschten Täler wandere und die kalte Luft fast stark genug ist, um einen von den Füßen zu heben, fühle ich mich sowohl demütig als auch lebendig.
Ich erinnere mich, wie ich durch diese trockenen, ockerfarbenen Hügel wanderte und Dörfer wie Kagbeni und Tsarang betrat, wo Steinhäuser wie in alten Geschichten aneinandergereiht sind. Die Gassen sind eng und verwinkelt und voller Gebetsmühlen, die sich sanft im Wind drehen. In Upper Mustang betrat ich Lo Manthang, eine ummauerte Stadt, in der die Zeit stillzustehen scheint. Die Leute begrüßten mich immer mit einem ruhigen Lächeln.
Man sagt oft, dass tibetische Buddhisten zurückhaltend und gegenüber Außenstehenden nicht sehr aufgeschlossen seien. Aber Mustang hat diese Wahrnehmung für mich verändert. Die Einheimischen folgen der Vajrayana-Form des Buddhismus und gehören dennoch zu den herzlichsten und nettesten Menschen, die ich je getroffen habe. Die Mönche hießen mich in ihren Klöstern willkommen, erzählten mir Geschichten und Mythen aus ihren alten Texten und gaben mir das Gefühl, ein Teil ihrer Welt zu sein. Ihre Art, Geschichten zu erzählen, ruhig, tiefgründig und voller Bedeutung, hat mich von neuem in ihre Kultur verlieben lassen.
Jedes Mal, wenn ich Mustang besuche, erfüllt mich eine seltsame Nostalgie, nicht für 2011, sondern für eine Welt, von der ich nie wusste, dass ich sie vermisse. Es fühlt sich an wie eine Erinnerung an ein vergangenes Leben. Das Rauschen des Windes an den Klippen, der Anblick der aneinander grenzenden weißgetünchten Häuser, der Geruch von Wacholder-Weihrauch, der aus den Klöstern weht, all das fühlt sich an wie zu Hause.
Für mich ist Mustang ein Gefühl, eine zeitlose Welt, die mich lehrt, zu leben, auf dem Boden zu bleiben und mich daran zu erinnern, wo ich hingehöre.
Das ist Mustang für mich, meine Liebe, meine Erinnerung, mein Zuhause in einem anderen Leben.
Von naresh_d007