
Ja ich weiß, das ist kein primär österreichisches Thema – aber halt doch auch. Wir alle wissen, die Inflation ist heftig durchgerauscht, wir alle wissen, Shrinkflation ist seit Jahren ein Thema. Was mich bei alldem aber am meisten irritiert, ist die Selbstverständlichkeit, mit der wir als Gesellschaft die Zulässigkeit völlig x-beliebiger Mengen akzeptieren. Erstbeste Beispiele aus online shops.
– Frischkäse 175g
– Joghurt 180g
– Eis in der 825ml Packung
– Chips 95g
Bei Wurst und Käse ist es sowieso schon komplett x-beliebig geworden, da findest mittlerweile alle Packungsgrößen. Die letzten Bastionen scheinen der halbe Liter Milch und das Kilo Mehl zu sein.
Ich bin, auch wenn mans jetzt evtl. nicht glauben mag, eigentlich Wirtschaftsliberaler. Aber die einfache Vergleichbarkeit von Produkten ist integraler Bestandteil jeder funktionierenden (Retail-)Wirtschaft. Einfach weil sich niemand tatsächlich die Zeit nimmt, nehmen kann, die realen Preiserhöhungen/Preisentwicklungen nachzuvollziehen, wenn die Mengen völlig beliebig festgelegt werden können.
Das hat man schon im Mittelalter gewusst. Bekanntes Beispiel dafür sind die "Tuch- bzw Leinenelle"die heute noch am Stephansdom zu sehen sind und wo quasi-öffentlichrechtlich vorgegeben war, welche Länge von Stoffen zulässig ist.
https://beyondarts.at/guides/stephansdom/das-rieentor/die-ellen/
Wo bitte sind wir falsch abgebogen, dass "wir" uns als Gesellschaft das heute so apathisch gefallen lassen? Es sollte doch eigentlich eine absolute Selbstverständlichkeit sein, dass Lebensmittel in zwingend vorgegebenen Mengen verkauft werden müssen?
Von Odra_dek
10 Kommentare
Womp womp [https://eur-lex.europa.eu/DE/legal-content/summary/deregulation-of-pack-sizes.html?fromSummary=24](https://eur-lex.europa.eu/DE/legal-content/summary/deregulation-of-pack-sizes.html?fromSummary=24)
Wir hatten früher in Österreich sehr wohl die Pflicht, bestimmte Produkte nur in Standardgrößen abzugeben; das ist irgendeiner EU-Richtlinie zum Opfer gefallen, dafür haben wir kleingedruckte Grundpreise. Nur in der Gastronomie gibt es glaube ich noch genormte Schankmaße (vom Pfiff bis zur Maß, schaue jetzt aber nicht nach.)
Sorry, aber ich finde es völlig idiotisch, einheitliche Packungsgrößen vorzuschreiben. Die Lebensmittelhändler sind eh verpflichtet, bei den Produkten den Preis pro Mengeneinheit anzugeben, wem das wichtig ist, der kann ja drauf schauen. Wer das nicht schafft, der braucht wohl einen Erwachsenenvertreter, aber das kann nicht das Problem des gesamten restlichen Gesellschaft werden.
Edit: OP will literally zurück ins Mittelalter. Kann man sich eigentlich nicht ausdenken.
Letztens dosenfisch gesehen kn 120g statt 125g.
Finde die kilopreise sollten größer angeschrieben sein und auch einheitlicher. Gerade beim Obst steht dann oft pro Stück. Z. B. Spitzpaprika beim hofer in kilo, beim spar pro Stück. Wiengen kann mans ned, weil in schwerer kartonverpackung.
Es gibt kein „wir als Gesellschaft“. Es gibt Individuen. Was machst du denn grossartig um das zu verhindern? Nichts? Also genau wie alle anderen.
Siehe auch r/schrumpflation
Ich versteh ehrlicherweise die Aufregung nicht. Was hat Shrinkflation bitte jetzt mit nicht standardisierten Verpackungsgrößen bzw. Mengen zu tun?
Bei exakt gleichen Produkten (mit Ausnahme der Marke) macht es vielleicht mehr Sinn, aber ich denke man kann von jedem Bürger jetzt erwarten ein wenig „nachzurechnen“. Da auch die meisten Rezepte keine 1:1:1 Mischungen sind (und die exakte Menge die ich für mein Rezept brauche dann sowieso nie verfügbar ist) gleiche Mengen auch wenig sinnvoll.
Kannst dich bei der EU bedanken, die hat die fixen Verpackungsgrößen abgeschafft:
[https://eur-lex.europa.eu/DE/legal-content/summary/deregulation-of-pack-sizes.html?fromSummary=24](https://eur-lex.europa.eu/DE/legal-content/summary/deregulation-of-pack-sizes.html?fromSummary=24)
War eigentlich schon 2008 umzusetzen – bis das dann in Österreichs Geschäften angekommen ist, hat es aber noch etwas länger gedauert. Argumentiert wurde natürlich mit dem Vorteil für den Kunden.
Immer diese Suderei!
Ich kaufe gerne 42g Käse und dazu 3,1415926535 Oliven, dazu 2,71828 Tomaten und dazu 6,62607015 Scheiben Wurst.
KG Preise größer aufs Schild, jetzt!
Es ist — in dem Fall tatsächlich — „bei der EU schiefgegangen“.