
Vor einem halben Jahr habe ich gepostet darüber, dass die Berufsunfähigkeitsversicherung die Beurteilungen nicht mehr an die Firma PMEDA delegiert denn eine Untersuchung ergab, dass die überwiegende Mehrheit ihrer Einschätzungen zutrifft "schwerwiegende formale und inhaltliche Fehler".
Nun hat sich das Blatt auf groteske Weise gewendet: Die Staatsanwaltschaft des Kantons Bern beantragt beim Schweizer Nationalrat die Aufhebung der Immunität seiner Abgeordneten Katharina Prelicz-Huber.
Warum? Denn sie wollen ein Strafverfahren gegen sie einleiten, weil sie dafür verantwortlich ist, dass die Firma PMEDA nun ruiniert ist.
Mit anderen Worten: Weil sie dazu beigetragen hat, die Mängel der PMEDA-Bewertungen aufzudecken (manche würden wahrscheinlich sagen: Sie hat dazu beigetragen, aufzudecken, dass PMEDA behinderte Menschen systematisch als gesund bewertete), wird ihr nun die Schuld am wirtschaftlichen Ruin dieses Unternehmens zugeschrieben.
Ich frage mich, was kommt als nächstes? Die Lebensmittelüberwachungsbehörde haftet für die Einnahmen der Restaurants, die sie wegen verdorbener Lebensmittel schließen mussten?
Und was noch wichtiger ist: Warum lesen wir von der strafrechtlichen Verfolgung der Menschen, die geholfen haben, diesen Skandal zu stoppen, anstatt von der strafrechtlichen Verfolgung derjenigen, die offenbar viele Leben mit falschen Einschätzungen ruiniert haben?
Quelle (deutsch):
Natürlich gibt es das "Unschuldsvermutung" wenn es um die angeblichen falschen Gutachter und den Verdacht geht, dass sie ihr Geschäftsmodell auf das Leid behinderter Menschen ausgerichtet haben.
https://old.reddit.com/r/Switzerland/comments/1cfgxc7/prosecution_of_politician_who_helped_to_shut_down/
Von b00nish