Vom Freitag bis zum Sonntag hat sich die Musikakademie der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Eupen in einen großen, lebendigen Klangkörper verwandelt. Beim grenzüberschreitenden Musikprojekt EU-Music ging es nicht nur um Noten und Technik, sondern auch um Begegnungen, Selbstvertrauen und gemeinsame musikalische Erfahrungen.
    Mehr als Musikunterricht
    EU-Music bringt Musikerinnen und Musiker aus Ostbelgien und der Region Aachen zusammen. Das Programm umfasste unter anderem Kammermusik, Improvisation und Körperbewusstsein. Dazu kamen Workshops zu effizientem Üben, Mentaltraining und dem Umgang mit Auftrittssituationen.

    „Das Ziel ist eigentlich immer, Menschen mit der Musik zu verbinden“, sagte Projektkoordinator Stefan Pitz. „Aus Deutschland, aus Belgien, vor allen Dingen aus Ostbelgien natürlich und wir machen unterschiedliche Aktivitäten. Es gibt fortgeschrittene Musiker, es gibt Anfänger, es gibt Kinder, es gibt Erwachsene, es gibt musikalische Arbeit, es gibt technische Arbeit.“
    Ein Projekt ohne Altersgrenze
    Mitmachen konnten Kinder, Jugendliche und Erwachsene – unabhängig von ihrem musikalischen Erfahrungsniveau. Das Angebot richtet sich ausdrücklich an Instrumentalisten sowie Sänger, einzeln, in bestehenden Ensembles oder mit Freunden.
    Auch die Pausen gehörten zum Konzept: Dort lernten sich die Teilnehmenden kennen und kamen mit den Dozenten ins Gespräch.

    EU-Music ist eine Kooperation zwischen der Musikakademie der Deutschsprachigen Gemeinschaft und der Städtischen Musikschule Aachen und läuft nun im vierten Jahr.
    Angst vor dem Auftritt abbauen
    Ein zentraler Punkt des Workshops war der Umgang mit Lampenfieber. Gerade jüngere Teilnehmende sollten erleben, dass Auftritte nicht nur Stress bedeuten müssen.
    Davon profitierte auch die zwölfjährige Lorinyel Düz: „Ich hatte früher mehr Angst vor dem Auftreten. Aber hier macht man Spiele, und da merkt man selber, dass diese Angst weggeht. Man freut sich dann mehr, statt dass es einem peinlich ist oder man Angst hat“.
    Grenzen musikalisch überwinden
    Für Stefan Pitz hat EU-Music auch einen kulturellen Mehrwert: Die Teilnehmenden erleben, wie Musikschulen in Belgien und Deutschland arbeiten, und bauen Kontakte über die Landesgrenze hinweg auf.
    „Der Mehrwert ist natürlich auch, dass man Systeme von Musikschulen miteinander vergleicht, dass man Vor- und Nachteile von unterschiedlichen Ländern auch sich bewusst wird“, erklärte Pitz. „Aachen, das sind 20 Kilometer, das ist näher bei als St. Vith. Trotzdem finde ich im kulturellen Leben der Deutschsprachigen Gemeinschaft ist oft da irgendwo eine Ländergrenze vorhanden, die wir mit diesem Projekt auch überschritten haben.“
    Musik für alle
    Neben einer gemeinsamen Aufführung war außerdem ein musikalischer Beitrag in einer sozialen Einrichtung geplant. So sollte die Musik auch zu Menschen gelangen, die nicht unbedingt selbst ein Konzert besuchen können.
    Es waren also drei Tage in Eupen für neue musikalische Erfahrungen, neue Kontakte und vielleicht auch für Ensembles, die über die Grenze hinweg weiterspielen.

    Manuel Zimmermann

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