StartseiteVerbraucherStand: 07.11.2026, 15:50 UhrVon: Lisa MahnkeDruckenTeilenUns auf Google folgenNach weltweiten Rückrufen von Säuglingsmilch hat die EU strikte Grenzwerte für das Bakteriengift Cereulid beschlossen. Was Eltern jetzt beachten müssen.Brüssel – Nach weltweiten Rückrufen verunreinigter Babynahrung zieht die EU Konsequenzen. Die EU-Mitgliedsstaaten haben feste Höchstgrenzen für das Bakteriengift Cereulid in Säuglingsanfangsnahrung, Folgemilch und medizinischer Spezialnahrung beschlossen. Anfang 2026 waren Produkte in rund 60 Ländern zurückgerufen worden.
Mutter gibt ihrem Baby das Fläschchen. © Christin Klose/dpa-tmnEU legt strengere Grenzen für Bakteriengift fest – basierend auf BehördenempfehlungDie beschlossenen Kriterien basieren laut der dpa auf einer toxikologischen Risikobewertung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Für Säuglingsanfangsnahrung (Pre und 1) gilt in der Bewertung eine Grenze von 0,43 Mikrogramm Cereulid pro Kilogramm Pulver beziehungsweise 0,054 Mikrogramm pro Liter Flüssigkeit. Bei Folgenahrung liegt der Wert bei 0,8 Mikrogramm pro Kilogramm Pulver oder 0,1 Mikrogramm pro Liter.Babynahrung, die diese Grenzwerte überschreitet, darf in der EU nicht mehr in den Verkehr gebracht werden. Bereits im Februar hatte Danone auf die Schwellenwerte der EU-Behörde reagiert und vorsorglich weitere Chargen Aptamil und Milumil vom Markt genommen. Auch Nestlé rief Chargen von BEBA und Alfamino zurück.25 Rückruf-Gründe: Diese Fehler können Verbraucher gefährden
Fotostrecke ansehenÜbersicht für Eltern: Symptome von Cereulid-Vergiftung und Verhalten im VerdachtsfallTypische Symptome: Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) kann eine Vergiftung mit Cereulid 30 Minuten bis sechs Stunden nach der Mahlzeit zu plötzlicher Übelkeit, Erbrechen und Magenschmerzen führen. Innerhalb von 24 Stunden klingen die Symptome meist von allein ab.Schwere Symptome: Die EFSA nennt als schwerwiegende Symptome Dehydrierung und anhaltendes Erbrechen. Das BfR warnt zudem vor Organschäden durch selten auftretende schwere Vergiftungen.Was Eltern tun sollten: Nach Empfehlung der EFSA sollte bei Erbrechen oder Durchfall nach der Fütterung eine Arztpraxis und bei schwerwiegenden Symptomen eine Notaufnahme aufgesucht werden. Das gelte unabhängig von der Ursache für alle Magen-Darm-Symptome.Vorräte prüfen: Eltern können ihre Babynahrung mit den offiziellen Rückruflisten auf behördlichen Portalen wie lebensmittelwarnung.de abgleichen. Zurückgerufene Chargen dürfen keinesfalls weiter verfüttert werden.Warum Abkochen der Babymilch nicht vor dem Bakteriengift Cereulid schütztLaut Medienberichten ging die Verunreinigung auf importiertes Arachidonsäure-Öl (ARA-Öl) aus China zurück. Die Omega-6-Fettsäure ist für Säuglinge wichtig und wird industriell hergestellter Babynahrung beigemischt. Das Öl wird laut dem Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) aus dem Pilz Mortierella alpina gewonnen.Cereulid wird von bestimmten Stämmen des Bakteriums Bacillus cereus gebildet, mit dem die Ölcharge verunreinigt war. Wie das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) betont, besteht eine besondere Gefahr darin, dass das Toxin extrem hitzestabil ist.Selbst Abkochen oder erneutes Erhitzen der Babynahrung neutralisiert den Giftstoff nicht. Neben den neuen Grenzwerten hatte die EU im Februar bereits die Einfuhrregeln für Arachidonsäure-Öl verschärft, sodass Importe aus China nur noch mit speziellem Laborzertifikat möglich sind. (Quellen: Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, Bundesinstitut für Risikobewertung, Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Deutsche Presse-Agentur) (lismah)
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