Der The-Knife-Musiker wurde bekannt mit explizit queerer, gender-expansiver und politisch engagierter Clubmusik. Zuletzt hatte er sich aus dem Rampenlicht zurückgezogen. Im Frühjahr erschien dann sein erstes Soloalbum „Loud Bloom“. Jetzt kommt der Schwede im Rahmen seiner aktuellen Europa- und Nordamerikatour ins Modus in der RitterstraßeOlof Dreijer ist einer der einflussreichsten Electromusiker unserer Zeit, und trotzdem kennen selbst viele Fans seinen Namen nicht: Vor 26 Jahren gründete er mit seiner Schwester Karin die Band The Knife, die mit Alben wie „Silent Shout“ und „Shaking The Habitual“ Klassiker des Genres schuf. 2014 lösten die Dreijers The Knife auf, und während Karin mit ihrem Soloprojekt Fever Ray weiterhin spektakuläre Performances und Alben produzierte, verließ Olof die großen Bühnen.Musikschule für GeflüchteteEr veröffentlichte unter dem Pseudonym Oni Ayhun zwar viel beachtete Techno-Maxis, beschloss daneben aber, seine Privilegien als weißer Mann aus dem wohlhabenden Schweden nicht nur für sich selbst zu nutzen. Bis heute supportet Dreijer afrikanische Musiker*innen, eröffnete in Berlin eine Musikschule für Geflüchtete und spricht sich gegen patriarchale und kolonialistische Strukturen aus. Zu Dreijers politischem Aktivismus gehört auch das Engagement für ein freies Palästina: Seit Jahren unterstützen die Geschwister Dreijer die israelfeindliche Boykottkampagne BDS und haben ihre Musik von israelischen Streamingdiensten entfernen lassen. Im Rest der Welt möchte Olof Dreijer aber nun doch wieder gehört werden und kehrt vorsichtig ins Popgeschäft zurück. So produzierte er einige Tracks des letzten Fever-Ray-Albums, remixte Songs von Rosalía und Björk und veröffentlichte gemeinsam mit dem in Berlin lebenden US-amerikanischen DJ Mount Sims ein Album, das sich mit dem kulturellen und klanglichen Einfluss der Steel Drum auf die zeitgenössische Musik beschäftigt.Afrikanisch inspirierte RhythmikNach einer Reihe EPs, deren von Olof selbst gestaltete Cover ein serielles Motiv zeigen – einen Smiley –, brachte Dreijer im Frühjahr 2026 sein erstes Soloalbum heraus, auf dem neben neuen Stücken auch einige der EP-Tracks versammelt sind. „Loud Bloom“ vereint verschiedene musikalische Stile mit verzerrten Synthies zu einem unverkennbaren Mix, der stellenweise an The Knife erinnert, im Gegensatz zum geschwisterlichen Werk allerdings freundlicher, positiver, offener wirkt. Alle Tracks tragen naturbezogene Namen: „Coral“ zum Beispiel, „Verbena“ oder „Fern Valley“. Die geliebte Steel Drum kommt häufig zum Einsatz, womit er an das Projekt mit Mount Sims anschließt und gleichzeitig an globale Musiktraditionen anknüpft, um den im Pop üblichen Euro- und USA-Zentrismus aufzubrechen.Typische Clubsounds und -beats findet man auf „Loud Bloom“ nicht, dafür afrikanisch inspirierte Rhythmik, arabische und spanische Texte und Gastsänger*innen wie die kolumbianische MC Diva Cruz oder die sudanesische Sängerin MaMan. Das kann man als Widerstand begreifen oder schlicht als Freude am Experiment, tanzbar sind die Tracks allemal. Im Herbst geht Olof Dreijer mit dem Album auf Solotour und macht auch in Berlin Halt: Am 05. November tritt er im Club Modus in der Ritterstraße auf.SIEGESSÄULE präsentiertOlof Dreijer live,05.11., 21:00,Modusmodus-berlin.detingeltangel.berlin
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