Während sich bei den US-Midterms die Niederlage der Republikaner abzeichnet, blickt Donald Trump lieber über den Atlantik. Nach den ersten Hochrechnungen gab er dem Sender Fox News ein Interview. Statt über die Verluste seiner Partei sprach er über Europa. „Schaut euch Europa an, es stirbt“, sagte Trump. „Schaut nur, was in Frankreich und Italien und all diesen anderen Ländern passiert. Sie machen eine schreckliche Zeit durch, und sie werden es vielleicht nicht einmal überleben. Und uns geht es bestens, und so soll es auch bleiben.“ Trump blickt bewusst auf Europa Der Moment ist bemerkenswert. Die Demokraten haben laut AP-Daten den Senat gewonnen, und auch im Repräsentantenhaus liegen sie nach Hochrechnungen vorn. Sie holten Sitze in Staaten, die Trump 2024 klar gewonnen hatte, etwa in Texas, Ohio und South Carolina. Dass es den USA unter diesen Umständen „bestens“ gehe, dürfte viele Wähler überraschen.

    Der Blick nach Europa ist allerdings kein Zufall. Schon im Wahlkampf nutzte Trump Bilder von Unruhen in Frankreich. Bei einem Auftritt in Kansas machte er „Migranten“ und „Kommunisten“ dafür verantwortlich. Das sei, was die „radikalen Dumocrats“ auch mit Amerika vorhätten. Wie der „Guardian“ berichtet, folgten ihm konservative Medien in diesem Ton. Trump ist auch ein wenig kleinlaut Dass die Demokraten gewonnen haben, räumte Trump in dem Interview dennoch ein. Er gratulierte ihnen und sagte, er wolle das Ergebnis akzeptieren. Das passt zu seinem Auftritt am Wahlabend: auf der einen Seite die versöhnliche Geste, auf der anderen der Versuch, die Aufmerksamkeit vom eigenen Verlust wegzulenken. Mehr News: Für Trump selbst bleibt die Lage schwierig. Mit einem demokratischen Kongress wird das Regieren in den kommenden zwei Jahren deutlich härter. Europa wird daran nichts ändern, auch wenn er es als warnendes Beispiel anführt. Die Wähler haben am Dienstag über die Preise, den Iran-Krieg und seine Politik abgestimmt, nicht über Paris oder Rom.

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