StartseitePanoramaStand: 01.11.2026, 17:20 UhrVon: Bettina MenzelDruckenTeilenUns auf Google folgen
Die WMO rechnet mit einem beispiellos starken El Nino. (Archivbild) © Jake Lee Green/ZUMA Press Wire/dpaDer Pazifik heizt sich auf, ein starker El Niño zeichnet sich ab. Für viele Regionen der Welt könnte das Extremwetter, Dürren und Überschwemmungen bedeuten.La Paz – Das Klimaphänomen El Niño könnte in diesem Jahr eine historische Stärke erreichen. Das geht aus der Klimaprognose der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) hervor, einer Sonderorganisation der Vereinten Nationen. Die Stärke könnte „buchstäblich die Grenzen der Messskalen überschreiten […], die wir in den vergangenen vier Jahrzehnten zur Überwachung verwendet haben“, teilte die WMO in einer Pressemitteilung mit. Der Höhepunkt werde demnach Ende 2026 erwartet, doch die Auswirkungen könnten noch länger zu spüren sein.In dem südamerikanischen Land Bolivien sind die Folgen des Klimaphänomens bereits jetzt bemerkbar. Präsident Rodrigo Paz rief wegen der drohenden Überschwemmungen und Dürren am Samstag (31. Oktober) den Notstand aus. Nach einem in dieser Woche veröffentlichten Regierungsbericht sind in sechs der neun Verwaltungsregionen Boliviens mehr als 78.000 Familien von Dürre betroffen. Zudem gingen mehr als 75.000 Nutztiere verloren. Auch anderswo hat El Niño bereits Folgen: In Peru kam es infolge von hohen Temperaturen zu Waldbränden. In Santiago, der Hauptstadt Chiles, fiel im Oktober so viel Niederschlag wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen.Diese Auswirkungen hat El Niño auf EuropaEl Niño tritt etwa alle zwei bis sieben Jahre auf. Dabei erwärmt sich das Oberflächenwasser im zentralen und östlichen tropischen Pazifik. Das wiederum hat Auswirkungen auf die Wind- und Niederschlagsmuster weltweit. Im kommenden europäischen Winter werden sich „die großräumigen atmosphärischen Zirkulationsmuster im Laufe des Winters wahrscheinlich verändern“, heißt es vom Erdbeobachtungsinstitut Copernicus der Europäischen Union zu den Auswirkungen. Genaue Prognosen für Europa sind allerdings schwierig, da weitere Faktoren der Atmosphäre das Phänomen überlagern können, wie Wetterexperten betonen.Tornados, Wüstenstürme, Zyklone: Wetterphänomene, die Sie kennen sollten
Fotostrecke ansehenEine Folge des Klimaphänomens El Niño werden laut Copernicus-Leiter Carlo Buontempo anhaltend hohe Temperaturen bis ins nächste Jahr sein. „Wir befinden uns in einer neuen Serie von Monaten mit Werten über der Schwelle von 1,5 Grad“, sagte Buontempo dazu. Das Überschreiten der im Pariser Abkommen festgelegten langfristigen Obergrenze sei nur noch eine Frage der Zeit. „Wie weit und wie lange wir diese Grenze überschreiten, liegt noch in unserer Hand“, so der Copernicus-Leiter weiter.Deutliche Auswirkungen dürfte das Phänomen zudem auch auf die Weltwirtschaft haben. „Die Schäden werden nicht auf die Länder beschränkt bleiben, die unmittelbar von diesem El Niño betroffen sind“, warnte der UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher. „Sie werden wirtschaftliche Schocks für die Weltwirtschaft auslösen und zu weiteren Konflikten, Vertreibungen und Migration führen“, so der Experte. (Quellen: Copernicus, WMO, dpa) (bme)
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