„Europa lebt vor Ort“, sagt Oberbürgermeister Stefan Hebbel. Der Opladener Geschichtsverein (OGV) leiste dazu einen bedeutenden Beitrag mit dem Projekt des europäischen Städte-Netzwerkes „StadtRäume/UrbanSpaces“, das aus der Zusammenarbeit des OGV und des Jülicher Geschichtsvereins 1923 hervorgegangen ist.
Wie können Städte über nationale Grenzen hinweg zusammenarbeiten, um Demokratie, Erinnerungskultur, europäische Verständigung und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken? Mit dieser Frage beschäftigte sich ein international besetzter Workshop im Vorfeld des diesjährigen Geschichtsfestes im September. Dort wurde ein konkretes Papier erarbeitet und von den anwesenden Vertretern unterschrieben, die „Leverkusener Erklärung 2026“. Mittlerweile verbindet das Netzwerk zwölf Städte aus zehn europäischen Nationen. Dazu gehören neben Leverkusen und Jülich die europäischen Partnerstädte Leverkusens (Schwedt/Oder, Bracknell/Großbritannien, Delphi/Griechenland, Oulu/Finnland, Racibórz/Polen, Villeneuve-d’Ascq/Frankreich, Ljubljana/Slowenien, Nikopol/Ukraine) und zwei weitere europäische Kommunen. Das italienische Battipaglia und Gabrovo in Bulgarien seien aktiv auf den OGV/JGV zugekommen, nachdem man das Projekt auf EU-Ebene vorstellen konnte, sagt der stellvertretende Vorsitzende der wissenschaftlichen Kommission im Verein, Guido von Büren. Er hofft, dass das Netzwerk weiter wächst. Anschließen können sich nicht nur Städte, sondern auch Vereine, Organisationen oder Einzelpersonen mit ihrer Unterschrift unter die Leverkusener Erklärung. Der OB hat es am Freitag in der Leverkusener Geschichtsgalerie bereits getan.
Die Erklärung formuliert gemeinsame Grundsätze und zugleich ein konkretes Arbeitsprogramm für die Fortsetzung und Weiterentwicklung des europäischen Städtenetzwerks bis 2030 nach dem Motto „Stadtgeschichte lokal verankert – europäisch vernetzt“. Im Mittelpunkt stehen Demokratie und europäische Werte, die gemeinsame Auseinandersetzung mit Geschichte und Erinnerungskultur, Stadtgeschichte und Stadtentwicklung sowie Bildung, kultureller Austausch und die aktive Beteiligung junger Menschen.
Als Mitglied der Arbeitsgruppe StadtRäume/Urban Spaces hat sich Michael Schmidt Gedanken gemacht, wie das über eine Absichtserklärung hinaus konkret aussehen könnte. Vereine und Organisationen beispielsweise im kulturellen Bereich, Sport oder Bildung könnten das Netz nutzen für internationale Begegnungen und Gemeinschaftsprojekte, die das Miteinander stärken und Vorurteile abbauen. Eventuell könne man dafür Fördermittel akquirieren. Schmidt hofft, dass sich insbesondere die jüngere Generation künftig nicht nur an einzelnen Projekten teilnimmt, sondern die europäische Zusammenarbeit gleichberechtigt mitgestaltet. Im OGV-Shop in der Rathausgalerie wird man künftig für die „Leverkusener Erklärung 2026“ werben, im Wortlaut steht sie bereits auf der Homepage des OGV, über die sich auch Kontakt aufnehmen lässt: www.ogv-leverkusen.de.
