Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) hat ihren Sitz in der Berliner Torstraße (Foto: GamesWirtschaft)
Die USK sieht den EU Kids Act kritisch – und bekommt Rückendeckung durch eine in Auftrag gegebene YouGov-Studie.
Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) sieht sich durch eine aktuelle Erhebung in ihrem Kurs besteht: Demnach halten 9 von 10 der befragten Eltern für richtig und wichtig, dass In-Game-Käufe, In-Game-Chats und „Druck zum Vielspielen“ bei der Alterskennzeichnung berücksichtigt werden.
Seit 2023 werden diese „Nutzungsrisiken“ von den Prüfgremien herangezogen, um eine Alterseinstufung vorzunehmen. Im Einzelfall hat die Neuordnung bereits zu einer angehobenen Freigabe geführt, etwa im Falle des Fußballspiels EA Sports FC und bei der Plattform Roblox.
Die USK hat 1.000 Erwachsene mit Kindern zwischen 6 und 17 Jahren vom Marktforschungsinstitut YouGoV befragen lassen (Details).
89 Prozent halten es demzufolge grundsätzlich für sinnvoll, dass die Begründungen ausgewiesen werden und sehen darin ein wichtiges Instrument bei der Auswahl von Spielen. Gleichwohl sind diese Risiken und Nebenwirkungen vielfach nicht vor dem Kauf ersichtlich, wie ein Blick auf die Produktseiten der einschlägigen Versender und Download-Plattformen zeigt.
Dass die Umfrage gerade jetzt kommt, ist natürlich kein Zufall. Die Studie liefert argumentative Munition mit Blick auf den sogenannten Kids Act der EU-Kommission, der Kinder und Jugendliche besser schützen soll und der auf entschiedenen Widerstand aus der Branche stößt.
Aus Sicht von USK-Geschäftsführerin Elisabeth Secker gefährdet der vorliegende Entwurf „das aktuell bestehende hohe Schutzniveau für Kinder und Jugendliche bei Games in Deutschland.“
Bewährte Einrichtungen wie die USK und PEGI sowie ihre Zusammenarbeit im internationalen Bewertungssystem IARC müssten gestärkt werden, so Secker: „Dafür müssen nationale Zuständigkeiten gewahrt bleiben und Selbst- und Co-Regulierung den nötigen Spielraum behalten, ihre Kriterien eigenständig weiterzuentwickeln.“
