Die EU-Kommission hat am Montag die Wettbewerbsprüfung für den geplanten Verkauf von Anglo Americans brasilianischem Nickelgeschäft an MMG verlängert. Als Entscheidungsfrist gilt Medienberichten zufolge der 21. Dezember 2026 statt des bisherigen 30. November. Damit steht die Genehmigung weiter aus, obwohl der Käufer Zusagen zur Versorgung europäischer Kunden eingereicht hat.Der geplante Kauf hat ein Volumen von 500 Millionen $. Die Verlängerung folgt auf Verpflichtungsangebote von MMG. Sie ist damit ein weiterer Schritt im Prüfverfahren, aber noch keine Entscheidung über die Transaktion.Für Anglo American bleibt die Unterscheidung wichtig: Die Einreichung von Zusagen ist nicht mit einer Freigabe gleichzusetzen. Der zusätzliche Prüfungszeitraum verschiebt den Termin, bis zu dem die Kommission über das Vorhaben entscheiden soll. Eine Zustimmung lässt sich aus der Fristverlängerung allein nicht ableiten. Garantie für europäische KundenMMG hatte am Freitag eine rechtlich durchsetzbare und unabhängig überwachte Liefergarantie angeboten. Medienberichten zufolge soll sie die bestehenden Ferronickel-Lieferungen an europäische Edelstahlkunden über die gesamte Lebensdauer der brasilianischen Mine sichern.Das Angebot zielt auf die europäischen Wettbewerbsbedenken gegen die Übernahme. Im Mittelpunkt steht damit nicht nur der Eigentümerwechsel, sondern auch die Versorgung der bisherigen Abnehmer. Die vorgeschlagene unabhängige Überwachung soll die Einhaltung der Garantie kontrollierbar machen.Anglo American erklärte, der Vorschlag sollte zur Genehmigung führen. Das ist die Einschätzung des Unternehmens, keine Zusage der Wettbewerbsbehörde. Für Anleger sind deshalb zwei Ebenen auseinanderzuhalten: die angebotene Absicherung der Lieferungen und die weiterhin ausstehende behördliche Bewertung.Operativer Druck bleibt ein zweites ThemaParallel zur Verkaufsprüfung muss Anglo American operative Belastungen bewältigen. Am 20. Oktober meldete das Unternehmen für das dritte Quartal 2026 einen Rückgang der Kupferproduktion.Als Ursachen nannte Anglo American Rekordschneefälle und damit verbundene ungeplante Wartungsarbeiten in Chile. Trotz der Belastungen hielt das Unternehmen insgesamt an seiner Produktions- und Stückkostenprognose fest, nahm jedoch einzelne Anpassungen vor.Der Nickelverkauf und die Produktionsentwicklung betreffen unterschiedliche Fragen für Anleger. Beim Verkauf entscheidet die Wettbewerbsprüfung über den nächsten Schritt. Im laufenden Geschäft geht es darum, die operativen Belastungen innerhalb der bestätigten Prognosen aufzufangen. Die angebotene Liefergarantie konkretisiert den Weg zur möglichen Freigabe; abgeschlossen ist dieser Weg noch nicht.
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