joerg_geiger_autorenprofil_bild28.10.202610:05Die EU setzt neue Regeln für Barzahlungen und die greifen bald auch in Deutschland. Wo das Maximum liegt und ab wann Sie sich ausweisen müssen.Beim Thema Bargeld wird es schnell emotional. Viele Bürger zücken mittlerweile zwar lieber Karte oder Handy zum Bezahlen, aber Bargeld ist vielen Menschen heilig. Dementsprechend gab es schon 2024 Aufregung um die Verabschiedung einer neuen EU-Verordnung, die eine EU-weite Bargeldobergrenze einführt.Maßgebend ist hier Artikel 80, der sich mit „Begrenzung von Barzahlungen großer Beträge für Güter oder Dienstleistungen” beschäftigt.Kernpunkt: 2027 soll in der kompletten EU im geschäftlichen Bereich eine Barzahlungsgrenze von 10.000 Euro greifen, um Geldwäsche und Terrorfinanzierung zu erschweren. Barzahlungen im privaten Bereich und der Besitz von Bargeld über 10.000 Euro bleiben aber weiterhin erlaubt.ANZEIGENeue Bargeldregeln ab Mitte 2027
Demnächst sind mehr Pflichten schon bei Barzahlungen ab 3.000 Euro nötig. Wolfilser/Imago Bar bezahlen bleibt erlaubt und Bargeld ist auch weiterhin ein gesetzliches Zahlungsmittel, aber in Deutschland wird erstmals eine Obergrenze für gewerbliche Barzahlungen gezogen. Mit dem neuen EU-Geldwäschepaket (unter anderem EU-Verordnung 2024/1624) verschärft die Europäische Union ab Mitte 2027 gezielt die Regeln für Bargeldzahlungen im Geschäftsverkehr.Die neuen Regeln sind Teil eines umfassenden Maßnahmenpakets, das ab 10. Juli 2027 verbindlich in der EU gilt. Ziel ist es, den Missbrauch von Bargeld für illegale Zwecke einzudämmen. Die neue EU-Regel sieht einen europaweiten Höchstwert von 10.000 Euro für Barzahlungen im Geschäftsverkehr vor, also für Zahlungen von und an Unternehmen oder Selbstständige.ANZEIGEWichtiges Detail: Das gilt nicht nur, wenn Beträge in einer Transaktion fließen. Sprich die Regel besagt auch, dass Sie nicht mehrfach hintereinander Teilbeträge von 9.999 Euro bezahlen können, wenn die Zahlungen miteinander zu tun haben.Zusätzlich eröffnet die Verordnung den Mitgliedstaaten ausdrücklich die Möglichkeit, noch niedrigere Schwellenwerte einzuführen, wenn dies im öffentlichen Interesse gerechtfertigt ist. Deutschland hat hier aber bisher keine Pläne für eine härtere Gangart vorgelegt.Ein besonders wichtiger Punkt für Verbraucher und Unternehmen: Für Bargeldzahlungen ab 3.000 Euro sollen verstärkte Kontroll- und Identifizierungspflichten gelten (Artikel 19, Anwendung der Sorgfaltsmaßnahmen gegenüber Kunden). Das heißt konkret:ANZEIGEGewerbliche Verkäufer müssen die Identität des Kunden feststellen und dokumentieren, wenn sie Barzahlungen ab diesem Schwellenwert annehmen.Privatpersonen kaum betroffen
Private Käufe sollen auch weiterhin mit mehr als 10.000 Euro in bar möglich sein. dpa Bisher gibt es in Deutschland keine Obergrenze für Barzahlungen. Jedoch sind 10.000 Euro auch heute schon ein relevanter Betrag, denn ab diesem Betrag gibt es die Pflicht, sich bei Barzahlungen auszuweisen. Außerdem müssen diese Käufe dokumentiert und die Herkunft des Geldes nachgewiesen werden.Privatpersonen sind von den neuen Regelungen eher in Ausnahmefällen betroffen. Im Netz kursieren zwar Aussagen, dass Barzahlungen über 10.000 Euro in der EU mit den neuen Regeln generell illegal werden, das ist aber schlicht nicht der Fall.ANZEIGEANZEIGEDie Obergrenze gilt nur für geschäftliche Transaktionen. Privatpersonen dürfen weiterhin beliebig viel Bargeld besitzen, abheben, einzahlen und untereinander tauschen. Eine Privatperson kann also privat auch weiterhin ein Auto für mehr als 10.000 Euro in bar bezahlen. Bei gewerblichen Händlern wird diese Zahlungshöchstgrenze ab 2027 jedoch gelten.Für bestimmte Bereiche gelten aber heute schon andere Bargeldgrenzen in Deutschland:Für den anonymen Kauf von Edelmetallen gilt seit Januar 2020 ein Barzahlungslimit von 1.999,99 Euro. Bei Edelmetallkäufen, die darüber liegen und bar bezahlt werden, muss der Händler die Identität des Kunden feststellen.Seit dem 1. April 2023 ist die Barzahlung beim Kauf von Immobilien verboten.
Add A Comment
