Beim Berliner DevDay Exchange 2026 wiederholte OpenAI vor allem bekannte Ankündigungen aus San Francisco. Ein paar neue Details gab es zum Europa-Start von Dots, zur Codex-Nutzung und in der Fragerunde.
    OpenAIs Leiter für Developer Experience, Romain Huet, stellte in Aussicht, dass der KI-Assistent Dots nach Gesprächen mit Regulierungsbehörden „in wenigen Wochen“ breiter in Europa verfügbar sein soll. Bislang sind persönliche Pro-Konten im Europäischen Wirtschaftsraum, der Schweiz und Großbritannien von dem Dienst ausgeschlossen, während bestimmte Unternehmenskonten bereits Zugriff erhalten können.
    Für Deutschland meldete OpenAI eine Verzwanzigfachung der wöchentlich aktiven Codex-Nutzer seit Januar 2026, nachdem wir bereits im Juni auf Basis von Anbieterangaben über eine mehr als siebenfache Zunahme berichtet hatten. Absolute Zahlen nannte OpenAI erneut nicht. Knapp jeder fünfte Desktop-Nutzer ruft demnach Skills für Dokumente, Präsentationen oder Tabellen auf, nutzt das Programmier-Werkzeug also für allgemeine Büroarbeit.
    In der Fragerunde erklärte das Management auf Nachfrage, warum OpenAI im Gegensatz zu Googles Gemini noch kein Modell für das Verständnis längerer Videosequenzen anbietet: Man habe dafür bislang kaum Bedarf von Kundenseite gehört und die Funktion deshalb nicht über die Einzelbildanalyse hinaus priorisiert.
    Auch das Aus für den Videogenerator Sora im März begründete das Panel erneut mit dem extremen Ressourcenverbrauch, während Kunden vorrangig nach Coding-Modellen und Agenten verlangt hätten. Eine spätere Rückkehr schloss OpenAI jedoch nicht aus.
    Da diese Agenten eigene virtuelle Computer nutzen und KI-generierter Code rasant wächst, steigt auch der Bedarf an klassischer Prozessorleistung. Bei OpenAI durchforstet deshalb ein eigenes Team wöchentlich die internen Codebestände, um die CPU-Last zu senken.
    OpenAI wirbt nicht nur für Modelle, sondern für sein Ökosystem
    Über die einzelnen Produktupdates hinaus zeigte die Veranstaltung, wie eng OpenAI Entwickler und Unternehmen an sein Ökosystem binden möchte. Mit der Agents API übernimmt das Unternehmen den Betrieb der Agenten-Infrastruktur, mit Plugins und Web-Apps eröffnet es zusätzliche Wege, eigene Produkte auf seiner Plattform anzubieten.
    Das Versprechen dahinter ist weniger technischer Aufwand und der Zugang zu einer potenziellen Kundschaft von laut OpenAI 1,2 Milliarden wöchentlichen ChatGPT-Nutzern. Die Logik erinnert an frühere App-Store-Ansätze: Entwickler liefern die Anwendungen, OpenAI stellt Infrastruktur und Vertriebskanal.
    Dass die zugrunde liegende Laufzeitumgebung (Codex Harness) quelloffen bleibt, steht dieser Strategie nicht entgegen. Entwickler können den Code zwar einsehen und selbst betreiben. Wer jedoch auf verwaltete Dienste, plattformspezifische Integrationen und die Kundengewinnung über ChatGPT setzt, dürfte das Ökosystem später kaum ohne Weiteres wechseln können.
    Die Berliner Botschaft lautete entsprechend nicht nur, dass die Modelle leistungsfähiger werden, sondern dass Entwickler ihr Geschäft direkt auf OpenAIs Infrastruktur aufbauen sollen.

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