Europäische Netzbetreiberverbände wollen sich mit einer gemeinsamen Initiative in Brüssel für einen geregelten Übergang von Kupfer- zu Glasfasernetzen engagieren. Dazu haben sich sechs Verbände, darunter drei deutsche, zur Digital Networks Alliance Europe (DNA Europe) zusammengeschlossen, wie es in einer Mitteilung vom Montag heißt.
Weiterlesen nach der Anzeige
Zu den Gründungsmitgliedern der Allianz zählen neben den deutschen Verbänden ANGA, Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko) und Verband der Anbieter im Digital- und Telekommunikationsmarkt (VATM) auch der schwedische Verband Svenska Stadsnätsföreningen (SSN) sowie die europäischen Interessenvertretungen Fibre Council Europe und European Competitive Telecommunications Association (ECTA).
Mitwirkung am Digital Networks Act
Der Name der Gruppe verweist auf ein zentrales Ziel der Gruppe: „Die Allianz setzt sich für einen ambitionierten Digital Networks Act (DNA) ein.” Mit diesem Gesetzesvorhaben will die EU den Übergang von Kupfer- zu Glasfasernetzen regeln und weitere Fragestellungen grenzüberschreitender Telekommunikation beantworten.
„Der Digital Networks Act setzt zu Recht dort an, wo es darauf ankommt: nicht bei der Verfestigung bestehender Marktdominanz, sondern bei Investitionen, Wettbewerb und einem verlässlichen Übergang in das Gigabitzeitalter”, betont VATM-Chef Frederic Ufer. „Europas Wettbewerbsfähigkeit hängt von einer leistungsfähigen digitalen Infrastruktur ab”, sagt Breko-Co-Chef Sven Knapp. „Alternative Netzbetreiber leisten einen erheblichen Beitrag zum Glasfaserausbau in Europa. Ihr Engagement ist entscheidend, um die europäischen Konnektivitätsziele zu erreichen.“
Von Kupfer zu Glas
Der Abschied von der alten Kupferinfrastruktur ist dabei die größte Aufgabe. Bis 2035 sollen alle EU-Mitglieder den technischen Schritt in die Neuzeit vollzogen haben, ab 2029 will Brüssel konkrete Pläne sehen. Dabei sind die Voraussetzungen in den Ländern sehr unterschiedlich.
DNA Europe stellt zwei zentrale Forderungen: Einen verbindlichen Fahrplan für die Migration von Kupfer zu Glasfaser, der allen Marktteilnehmern Planungssicherheit bietet. Dazu ein Regulierungsrahmen, der die Handlungsfähigkeit der nationalen Regulierungsbehörden gegenüber dominanten Unternehmen nicht beschneidet.
Weiterlesen nach der Anzeige
Brüssel müsse diese klaren Signale setzen, fordert Anga-Chef Sascha Brok. „Andernfalls werden die Nachzügler unter den 27 Mitgliedstaaten den Rückstand nicht aufholen.“
Der Digital Networks Act wird den rechtlichen Rahmen für die Branche auf Jahre prägen. Der Zusammenschluss der Netzbetreiber ist ein weiteres Indiz dafür, dass in Brüssel die Lobby-Schlacht um den DNA in vollem Gange ist. Zuletzt haben sich die großen Telcos, die aus den ehemaligen Staatsbetrieben hervorgegangen sind, als Lösung für die politisch gewünschte digitale Souveränität angeboten – und ihre Forderungen nach weniger Regulierung gestellt.
(vbr)
Dieser Link ist leider nicht mehr gültig.
Links zu verschenkten Artikeln werden ungültig,
wenn diese älter als 7 Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.
Sie benötigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. Jetzt eine Woche unverbindlich testen – ohne Verpflichtung!
