Im Juni wurde der Kryptomarkt durch die Nachricht erschüttert, dass Binance Holdings Ltd. – der Betreiber der weltweit größten Kryptobörse – im Begriff sei, die Europäische Union (EU) zu verlassen, nachdem es dem Unternehmen nicht gelungen war, eine Regulierungslizenz gemäß dem MiCA-Gesetz zu erhalten. Doch auch Monate nach dem Vorfall wird die Handelsplattform weiterhin von Millionen von Nutzern in den 27 Mitgliedsländern des Staatenbundes genutzt. Laut Bloomberg hat die Lizenzierungshürde auf dem EU-Markt für die Kryptowährungsbörse Binance bisher lediglich als administrative Barriere gedient. Binances „Schlupfloch“-Taktiken Der erste Hebel ergibt sich aus dem Mechanismus der „umgekehrten Kundenansprache“ im europäischen Recht. Diese Regelung erlaubt es nicht lizenzierten Kryptowährungsbörsen, weiterhin Nutzer zu akzeptieren, solange diese proaktiv Konten eröffnen, ohne auf die Werbe- oder Marketingkampagnen des Unternehmens zurückzugreifen. Binance hat diese Gesetzeslücke konsequent ausgenutzt, um weiterhin neue Investoren in der gesamten Region zu gewinnen. Gleichzeitig hat diese Börse stillschweigend die Handelsaktivitäten eines Teils ihrer EU-Kunden auf eine juristische Person in Abu Dhabi (VAE) umgeleitet – einem Land mit einem Rechtsrahmen, der völlig unabhängig von Europa ist. Diese Realität offenbart einen gravierenden Mangel des Crypto Asset Markets Regulation Act (MiCA) – eines Regelwerks, das die Regulierung digitaler Vermögenswerte in der gesamten EU standardisieren soll, aber bisher nicht in der Lage war, die größte nicht lizenzierte Börse auf dem Markt zu eliminieren. Nina-Luisa Siedler, Dozentin an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin und Compliance-Beraterin für MiCA, analysierte: „Das Fehlen einer Lizenz bedeutet nicht, dass Binance gezwungen ist, alle europäischen Kundenkonten zu schließen.“ Als Reaktion auf diese Angelegenheit bekräftigte ein Vertreter von Binance, dass das Unternehmen in allen Ländern, in denen es tätig ist, stets die Gesetze einhält und sich zu einer langfristigen Präsenz auf dem EU-Markt auf der Grundlage der vollständigen Einhaltung des MiCA-Rechtsrahmens verpflichtet hat.Das könnte Sie interessieren Binance stieß jedoch bei seinem Lizenzantrag auf erhebliche Hindernisse seitens hochrangiger Finanzbehörden in der Region. Quellen aus dem Umfeld von Bloomberg enthüllten, dass Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), direkt intervenierte, um die Lizenzierungsbemühungen der Kryptowährungsbörse in Griechenland zu blockieren. Da Binance die Möglichkeit einer Ablehnung seines Antrags erkannte, zog das Unternehmen seinen Antrag am 16. Juni eilig zurück, nur einen Tag bevor die griechische Kapitalmarktkommission (HCMC) in ihrer Vorstandssitzung über die Angelegenheit abstimmen sollte. Binance behauptet sich weiterhin auf dem Markt. Kürzlich forderte die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) Binance in einem Schreiben auf, ihren Fahrplan für eine systematische Reduzierung ihrer Geschäftstätigkeit innerhalb der EU zu bestätigen. Die größte Herausforderung für die EU-Regulierungsbehörden im Umgang mit nicht lizenzierten Plattformen besteht jedoch im Risiko, das Vermögen inländischer Verbraucher zu schädigen. In sechs Ländern, in denen Binance vertreten war – Frankreich, Spanien, Italien, Polen , Schweden und Litauen – verschickte die Kryptowährungsbörse zahlreiche E-Mails mit der Aufforderung an die Nutzer, Guthaben von ihren Konten abzuheben. Von diesen Konten konnten in der Regel nur Vermögenswerte abgehoben, aber nicht aktiv gehandelt werden. Dank des Mechanismus, der es Nutzern ermöglicht, sich proaktiv erneut zu registrieren, gelingt es jedoch vielen Investoren weiterhin, die Beschränkungen zu umgehen und auf der Plattform aktiv zu bleiben. Trotz einer Reihe von juristischen Auseinandersetzungen – von einer Rekordstrafe von 4,3 Milliarden US-Dollar in den USA über eine Untersuchung von Bankkonten von Nutzern in den VAE bis hin zu Vorwürfen bezüglich Geldflüssen – ist der Marktanteil von Binance in Europa kaum zurückgegangen. Daten des Kryptowährungsforschungsunternehmens Kaiko zeigen, dass Binance Ende August immer noch über 45 % des gesamten globalen Spot-Handelsvolumens ausmachte. Auf dem europäischen Markt schwankt der Marktanteil der Börse bei Euro-Transaktionen zwischen 3 und 4 % und zeigt damit keinen signifikanten Rückgang im Vergleich zum Zeitraum vor Inkrafttreten der MiCA-Frist am 1. Juli. Im Apple App Store in den EU-Ländern zählt Binance weiterhin zu den am häufigsten heruntergeladenen Kryptowährungshandelsplattformen. Da Binance nicht die Absicht hat, den lukrativen europäischen Markt aufzugeben, bereitet das Unternehmen Berichten zufolge einen Antrag auf eine MiCA-Lizenz in einem anderen Mitgliedsland vor, als Alternative zu seinem ursprünglichen Plan in Griechenland.Das könnte Sie interessieren Die Suche nach einem neuen rechtlichen „Pass“ wird als entscheidender Schritt für die weltweit größte Kryptowährungsbörse angesehen, um ihre Präsenz zu legitimieren und offiziell aus der regulatorischen Grauzone des alten Kontinents herauszutreten. Quelle: https://znews.vn/cach-binance-ton-tai-o-chau-au-post1681157.html
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