
Foto: KBS Anchor: Änderungen eines Gesetzes über Kommunikationsnetze, die mit dem Ziel verabschiedet wurden, Desinformation im Internet auszumerzen, sind jetzt in Kraft. Die Änderungen des Gesetzes zur Förderung der Nutzung von Informations- und Kommunikationsnetzen und zum Informationsschutz traten am Dienstag in Kraft und verpflichten Betreiber von Online-Plattformen mit mindestens einer Million täglichen Nutzern, Verfahren und Richtlinien für die Meldung und den Umgang mit falschen Informationen zu entwickeln. Das Gesetz hat heftige Debatten zwischen der Regierungs- und der Oppositionspartei über die Meinungsfreiheit ausgelöst. Kim Bum-soo hat mehr. Bericht: Das oft als „Fake-News“-Gesetz bezeichnete überarbeitete Gesetz macht große Online-Plattformen für den Schaden verantwortlich, den sie durch die absichtliche Verbreitung nachweislich falscher Inhalte anrichten. Jetzt können diese Plattformen zur Zahlung von Strafschadenersatz in Höhe des Fünffachen des Schadens verurteilt werden, den sie anderen zufügen. Hinzu kommen Geldstrafen von bis zu einer Milliarde Won, also etwa 650.000 Dollar. Zu den Plattformen, die dem überarbeiteten Kommunikationsnetzwerkgesetz unterliegen, gehören Naver, YouTube, Instagram, X, Facebook und alle anderen mit mindestens einer Million täglichen Nutzern. Persönliche Social-Media-Beiträge oder private Gespräche – etwa auf KakaoTalk – unterliegen nicht den verschärften Regelungen. Die konservative Volksoppositionspartei People Power Party ist empört über das Gesetz, das ihrer Meinung nach das Recht auf freie Meinungsäußerung verletze. Mit dem Argument, dass der Staat nicht entscheiden sollte, was wahr oder falsch ist, plant die größte Opposition, eine Verfassungsbeschwerde einzureichen und die Streichung dessen anzustreben, was sie als „toxische Klauseln“ im Gesetz bezeichnet. Die regierende Demokratische Partei hat entgegnet, dass die jüngsten Änderungen lediglich dazu dienten, die Verbreitung von Desinformation zu verhindern und schlechte Akteure zur Rechenschaft zu ziehen. Die Regierungspartei behauptet, die größte Opposition stelle das Gesetz falsch dar, indem sie es als Instrument der Regierungszensur darstelle. Rund 140.000 Menschen haben eine parlamentarische Petition unterzeichnet, die die Aufhebung des Gesetzes fordert. Während sie die Meinungsfreiheit fordern, haben die Petenten auch Unklarheiten in der Gesetzgebung hinsichtlich der Frage angesprochen, wie zu bestimmen sei, was Desinformation sei. Der Journalistenverband Koreas hat in einer Stellungnahme gewarnt, dass das Gesetz zwar Formulierungen enthält, die eine Berichterstattung im öffentlichen Interesse ausschließen, ein wiederkehrender Zyklus von Streitigkeiten und teuren Gerichtsverfahren jedoch unweigerlich eine abschreckende Wirkung auf die Medien haben würde. Kim Bum-soo, KBS World Radio News.