Genossen von Mullahs und Mördern: Die neue autoritäre Linke

https://taz.de/Genossen-von-Mullahs-und-Moerdern/!6163550/

23 Kommentare

  1. Ich bin Genosse von Terroristen wenn ich nicht will dass Krankenhäuser und Schulen bombardiert werden?

    Die TAZ verliert immer mehr an Glaubwürdigkeit wenn sie weiterhin solche Artikel schreiben lässt.

  2. Express-Hedgehog4602 on

    In Berlin hatte ich auch schon auf Palästinademos Fahnen des iranischen Regimes gesehen. Was eigentlich allen linken Werten widerspricht. Sind erschreckende Entwicklungen

  3. GateExciting3753 on

    Der Autor ist Nicholas Potter der sich die Verteidigung von Israel und die Rechtfertigung und Verharmlosung vom Genozid an den Palästinensern zur Hauptaufgabe gemacht hat. Dass es 99,9% der linken die er als autoritär bezeichnet beim Iran darum geht die Übergriffigkeit des US/ westlichen Imperialismus zu verurteilen und dass USA/Israel mit Bomben keinen Frieden für das Iranische Volk bringen können, verschweigt er bewusst. Es gibt einzelne verwirrte Gruppen die auch das Mullahregime verteidigen aber Potter macht diese Position zum allgemienen Standpunkt. Man kann sehr gut die Niederlage der USA und Israels bei diesem Angriffskrieg fordern/wünschen und trotzdem gegen das Mullahregime sein. Vor allem nach den unzähligen Kriegen der USA, die nie fortschritt gebracht haben für unterdrückte anderer Länder. Potters Kritik dient immer dazu die sozialistische Linke und ihre Kritik an der heuchlerischen Westlichen Weltordnung und ihrem Anführer USA zu delegitimieren.

  4. AntiImps kleiden sich in einen Vorhang der Solidarität mit Unterdrückten um Regime zu unterstützen, die *(checks notes)* ihre eigene Bevölkerung unterdrücken.

  5. So neu ist das nicht, die nehmen nur grad wieder die kulturelle hegemoniestellung innerhalb der Linken ein, davor waren es jahre lang die ideologiekritischen Linken die dann massenweise nach Rechts abgewandert sind.

  6. Ich denke schon, dass die Linke sich da gut genug distanziert.
    Nicholas Potter, der Autor des Artikels und diverser Bücher scheint ja wenigstens Israel-Kritik nicht pauschal als Antisemitismus zu sehen wie es so oft geschieht bei anderen Medienschaffenden.
    Die größere Quelle des Antisemitismus ist nach wie vor von Rechts.

  7. strg_alt_octopus on

    Sein neues Buch kam übrigens gestern raus, da kann er hier nochmal schön Werbung machen. Ist auch gut für die Verkaufszahlen.

  8. The fuck did I just read

    Können wir bitte anfangen, zumindest minimal differenziert zu argumentieren? Ich hätte das ehrlich gesagt von der Taz erwartet. Stattdessen wirkt der Text wie ein Sammelsurium an Buzzwords ohne saubere Einordnung und mit einer völlig schiefen Gewichtung.

    Wenn es um demokratiefeindliche Bewegungen geht, dann gehört das an den Anfang und nicht als halbherzige Randnotiz ans Ende.

    Was mich wirklich stört ist diese unsaubere Verwendung von Begriffen. Anti-Zionismus wird einfach reingeworfen, ohne zu klären, wovon überhaupt die Rede ist. Die aktuelle israelische Regierung spricht selbst von Zionismus und verbindet das mit territorialer Expansion und Machtprojektion. Wenn man das ernst nimmt, reden wir über eine Politik, die mit Völkerrecht kaum vereinbar ist. Wenn ich das ablehne, lehne ich dann das Existenzrecht Israels ab oder die Rechte von Jüdinnen und Juden? Offensichtlich nicht. Genau diese Differenzierung fehlt aber komplett und stattdessen wird alles in einen Topf geworfen.

    Ich habe kein Problem damit, mich klar zu positionieren. Ich bin gegen Angriffskriege. Deshalb bin ich gegen den russischen Überfall auf Ukraine und der Meinung, dass Ukraine unterstützt werden muss. Deshalb bin ich auch gegen militärische Angriffe Israels und der USA auf Iran. Und ja, ich hoffe, dass solche Interventionen scheitern. Nicht weil ich autoritäre Regime feiere, sondern weil externe militärische Eingriffe in dieser Region historisch fast immer zu mehr Instabilität, mehr Gewalt und mehr Leid geführt haben. Wenn man ernsthaft an Veränderung interessiert ist, dann sollte man aus dieser Geschichte vielleicht etwas lernen.

    Gleichzeitig heißt das nicht, dass ich den Iran verteidige. Das Regime ist repressiv und für viele Menschen vor Ort eine Katastrophe. Aber die Vorstellung, man könne durch Bomben Demokratie importieren, ist spätestens seit Irak und Afghanistan als Illusion entlarvt.

    Was komplett unter den Tisch fällt ist die Rolle von Doppelmoral und politischem Versagen bei der Entstehung von Radikalisierung. Linke extreme Gruppen wachsen nicht einfach aus dem Nichts, weil Leute plötzlich Lust auf Eskalation haben. Sie wachsen dort, wo offensichtliche Ungerechtigkeiten nicht benannt oder relativiert werden. Nach dem 7. Oktober gab es breite internationale Solidarität mit Israel. Diese ist nicht einfach verschwunden, sondern wurde durch die massive militärische Reaktion, die Zerstörung ziviler Infrastruktur, das Leid der Zivilbevölkerung in Gaza und die fortgesetzte Siedlungspolitik in der Westbank massiv untergraben. Wenn man darüber nicht spricht, versteht man auch nicht, warum sich Stimmungen verschieben.

    Genau das wäre Aufgabe eines solchen Artikels gewesen. Begriffe sauber klären, Machtverhältnisse einordnen, Widersprüche benennen und den eigenen normativen Maßstab offenlegen. Stattdessen bleibt ein Text, der viel behauptet, wenig erklärt und an den entscheidenden Stellen ausweicht. Das ist nicht nur unbefriedigend, das ist im aktuellen politischen Klima auch ziemlich fahrlässig.

  9. No_Hay_Banda_2000 on

    Stimmt leider. Viele sind auch nicht einfach nur gegen den Krieg, sondern ganz offen pro Mullah Diktatur.

  10. magnetic_pudding on

    Was mich immer wieder wundert ist, dass man bei Teilen der dt. Linken den Eindruck bekommen könnte, Israel/Gaza wäre der einzige Konflikt auf der Welt.

    Genozid in Biafra? Kein Kommentar. Krieg im Yemen? Nur interessant, wenn Raketen in Richtung Israel fliegen. „Umerziehungslager“ in Xinjiang? Kaum der Rede wert.

  11. strawberry_l on

    Was ist das den für ein Rotz Kommentar, den die TAZ da veröffentlicht hat?

  12. Ok das mag jetzt vermutlich nicht auf viel Gegenliebe stoßen, aber meiner Erfahrung nach ist der Islam – oder genauer: die radikalen Auslegungen des Islams in den letzten Jahren oder Dekaden die größte Achillesferse linker Bewegungen. Aus diversen Gründen werden Dinge die ansonsten konsistent und vollkommen zu Recht kritsiert werden (Entrechtung von Frauen, LGBTQ-Feindlichkeit, authoritäre Regime, Terrorismus) entweder direkt entschuldigt, totgeschwiegen oder mit „aber der Westen ist schlimmer/schuld/hat diese Organisation zu verwantworten“ abgeschmettert.

    Das erlaubt es rechten Demagogen genüßlich „Heuchlerei“ zu schreien und sich selber als wahre Unterstützer der zB. Frauenrechte zu feiern. Sieht man bei der AFD oder bei rechten Influencern wie Asmongold und ist völlig unerträglich. Und ich verstehe einfach nicht, warum man sich immer und immer wieder selber schadet. Neben erfolgreicher, durch Milliadärsgelder gestützter rechter Propaganda ist leider das Fahrrad-Stock-Meme linker Bewegungen ein weiterer Grund warum die Wahlen in letzter Zeit so schlimm aussehen..

    Es ist so symptomatisch, dass Greta aller Springerpresse zum trotz die Klimabewegung erfolgreich „angeführt“ hat, bis dann der Nahostkonflikt wieder entflammt ist..

  13. Um von „dogmatische Splittergruppe“ auf „die Linke“ zu kommen, muss man sich journalistisch ziemlich verbiegen.

  14. Present-Menu6798 on

    Links sein bedeutet in der heutigen Zeit gegen alles zu sein, was weiß und westlich ist.

    Deshalb hat man weit weniger Probleme mit dem radikalen Islam als mit dem konservativen Christentum.
    Ich frage mich nur wie man so einen Selbsthass erklärt und verteisigen kann.

  15. toilet_m_a_n on

    In einer Gesellschaft, in der die politischen Meinungen so polarisiert und emotional aufgeladen sind, ist diese Entwicklung nicht überraschend.

    Perfekt zu sehen am aktuellen Krieg im Iran. Die berechtigte Kritik an Israel, dass der anfängliche Verteidigungskrieg nach dem 07. Oktober jegliche Grenzen überschritten hat (ich lasse hier bewusst weitere berechtigte Kritikpunkte an der israelischen Regierung weg), lässt eine komplexe Auseinandersetzung nicht mehr zu. Schwarz-Weiß-Denken ist die neue Normalität.

    Nun wird eine repressive Regierung – weit entfernt von freiheitlich demokratischer Grundordnung – wie das islamische Regime im Iran, von eben jenem Staat, der für die Ermordung unzähliger Zivilisten in Gaza verantwortlich ist, zerschlagen. Das führt zu paradoxen Ansichten in der heutigen Normalität.

    Aus diesem Grund meinen viele, insbesondere Linke, dass sie deshalb auf der Seite des islamischen Regimes stehen müssten. Hierbei wird völlig außer Acht gelassen, wofür das islamische Regime steht. Hauptsache es passt in das schwarz-weiß Weltbild.

    Auf der anderen Seite verhält es sich ähnlich. Die Angriffe auf das iranische Regime verleiten Gegner eben jenes Regimes dazu, die USA und Israel – besonders in Persona Trump und Netanyahu – nahezu (leicht überspitzt) zu vergöttern. Auch hier werden die etlichen berechtigte Kritikpunkte gegenüber der USA und Israel komplett ausgeblendet, um das schwarz-weiß-Bild aufrecht zu erhalten.

  16. DialecticNovember17 on

    Eine völlig verrückte Verbiegung der Realität. Eine allzu offensichtliche politisch motivierte Diffamierung der linken Bewegung.

    Aus der sicherlich fehlgeleiteten Reaktion einiger Gruppen auf den imperialistischen Raubzug der USA und Israels – der Solidarisierung mit der islamischen Republik Iran – eine „Genossenschaft mit Mullahs und Mördern“ abzuleiten, und das dann auch noch auf die gesamte Linke Bewegung auszuweiten, ist völlig verrückt.

    Lasst euch nicht verarschen.

  17. Fabulous_Pressure_96 on

    „Die Linke(n)“ gibt es nicht. Wenn es verschiedenste Strömungen gibt, dann im linken Spektrum

Leave A Reply