Nachdem ich neulich unter diesem Pfosten von den Pfaden in unserem Garten erzählt habe und sie mehr schlecht als recht beschreiben konnte, wurde ich nach Fotos gefragt, die ich mit diesem Pfosten nachliefere.

Die Bilder zeigen:

1 – Kräuterwall, begeh- und besitzbar, von 2025
2 – Backsteinweg zum Kompost von 2024
3/4 – neuer Backsteinrundweg zwischen den Hochbeeten mit frisch gesätem Kleemix und Wildkräutern (Klee zwischen den Steinen, an den Rändern Wildkräutermischung)
5 – Strauchbeet mit Häckselauslage
6 – Quizfoto: Wie nennt der Volksmund in eurer Gegend diese Pflanze?

Wir haben unseren Garten von zwei Jahren im absoluten Wildwuchszustand übernommen. Der Garten war quasi eine einzige Hecke mit schmalem Pfad in der Mitte und einer verfallenen Waschbärenhütte am Ende, die als allerletztes Großprojekt saniert werden wird. In den letzten zwei Jahren haben wir uns den Garten urbar gemacht, (leider) viele Sträucher und kranke Bäume entfernt und dafür viele gesunde Sträucher und Bäume gepflanzt, Beete und Hochbeete angelegt und sehr viel gebuddelt. Beim aktuellen Großprojekt entsteht ein 12 m² großes, festes Gewächshaus.

Im ersten Jahr haben wir Unmengen an Müll aus dem Garten entfernt. Auch daher haben wir uns entschieden, wo immer möglich auf Plastik etc. beim Anlegen zu verzichten. Unsere Hochbeete aus Paletten sind daher nicht mit Folie innen ausgekleidet, sondern mit Stöckern ausgestopft (sichtbar auf Bild 3 und 4). Mitte des letzten Jahrhunderts mochte ein voriger Pächter offenbar riesige Gehwegmonsterplatten besonders gern. Auch davon haben wir Unmengen im Garten eingesammelt. Und dies ist ein Grund dafür, dass wir selbst keine Plattenwege anlegen möchten.

Stattdessen haben wir uns dafür entschieden, Pfade aus Backsteinen anzulegen. Die Steine markieren die Wege und befestigen sie. Bei Nässe kann man auf den Steinen entlangtippeln, sie werden aber nicht glatt. Man bekommt Backsteine ständig zu verschenken auf Kleinanzeigen, sie sind nicht schwer und einfach zu verlegen. Zerbricht ein Stein, ist der Ton für den Boden nicht unproblematisch. Wir mögen auch die Optik der denkelroten kleinen Steine gern.

Auf dem Bild 1 seht ihr ein Highlight unseres Gartens: den ca. 4 m langen und 1,50 m hohen Kräuterwall, den wir mit eigener Spatenkraft aufgetürmt haben. Dafür mussten wir vorher an gleicher Stelle einen riesigen Sandkasten entfernen. Aktuell ist der Wall noch etwas nackt, da einige Kräuter sich noch in der Erde verstecken. Der Wall hat eine Südseite für mediterrane Kräuter und eine Nordseite für Pimpinelle, Petersilie, Schnittlauch, ewigen Kohl etc. Hinter dem Wall ist ein Beet, dazwischen Bäuchen und Sträucher (wir setzen gern Sträucher in Beete und pflanzen Gemüse dazwischen) und dorthin führt natürlich wieder ein Backsteinpfad.

Wir sind große Häckselfreunde und bedecken den Boden zwischen Sträuchern und rund um Bäume immer mit Häckselgut (5). Mit Wegen aus Häckselgut haben wir schon experimentiert, aber nicht so gute Erfahrungen gemacht. Das Häckselgut gammelt über kurz oder lang, es ist bei Nässe sehr rutschig und Laub haken kann man vergessen. Aktuell haben wir noch Wege aus Häckselgut, die aber nach dem Winter wirklich nicht mehr gut aussehen.

Und jetzt zur Quizfrage:

Auf Bild 6 seht ihr eine Pflanze, die bei uns aktuell blüht. Der eigentliche Ausdruck ist "Lungenkraut". Bei uns (Süd-Niedersachsen) sagt man dazu auch "Brüderchen und Schwesterchen", aber ich meine, dass es in anderen Gegenden noch andere Ausdrücke dafür gibt. Wie sagt man bei euch und aus welcher Region kennt ihr den Namen?

Ich freue mich über Rückmeldung zu den Bildern und natürlich euren Namen für das Lungenkraut. 🙂

***

Info an alle, die unter dem Pfosten neulich an den Backsteinpfaden interessiert waren: u/kruemel594, u/Ill-Adagio6538, u/Straight-Wave-5257, u/Fabulous-Log-148

Von RemarkableAppleLab

6 Kommentare

  1. kreativ_unkreativ on

    Wow. Danke für die Inspiration 😍 gerade das mit den Hochbeeten mit Stöckern ausstopfen finde ich eine interessante Idee, wie alt sind die Beete?

  2. No-Title-8770 on

    Also insgesamt eine sehr schlüssige Gestaltung, welche lesbar ist nur anhand der Fotos, sehr gelungene.
    Kleine Anmerkung: ich find’s sehr cool das ihr den Apfelbaumstummel stehen lassen habt, aber: ihr könnt beim nächsten Mal viel mehr stehen lassen. Totholz hat eine enorm hohe Biodiversität, mehr noch als lebendige junge Bäume. Was mega kommt in toten Bäumen : ramblerrosen (dh spreizllimmende kletterrosen) an die toten bzw sterbenden Obstbäume pflanzen. Gerne mehrere Sorten. Ihr habt dann Blühende Pflanzenskulpturen mit hoher Buodiverser Wirksamkeit in eurem Garten. 🙂

  3. No-Title-8770 on

    Zu der Pflanze sag ich pulmonaria oder Lungenkraut. Bin auch aus südniedersachsen.

  4. Ill-Adagio6538 on

    Als einer derjenigen die darum im anderen Post baten: Ganz lieben Dank für die Fotos und die Beschreibungen dazu. Ich finde es total inspirierend, gerade auch den Kräuterwall. Wie genau halten denn diese Backsteine für die Bank daran? Es sieht aus wie einfach nur hingelegt?

    Wir haben auch einen großen Garten seit einiger Zeit und ich versuche im Rahmen unserer Möglichkeiten langsam einen Umbau zu einem naturnahen und abwechslungsreichen Gesamtbild. Auch hier finden wir immer wieder alte Reste von Plastik oder Eisen/Metall’schrott‘. Schön ist anders! Euer Ansatz da nachhaltig vorzugehen ist toll und entspricht unseren Ansprüchen

    Zur Frage: in meiner familiären Sprachherkunft (Mittel/Ostdeutschland) sind das auf deinem Bild Lungenblümchen oder Fleckenkraut.

    Es würde mich sehr freuen im Verlauf noch andere Einblicke in euren Garten zu bekommen – wenn es passt.

  5. Straight-Wave-5257 on

    Danke. Bin auch eine, die um deinen Post gebeten hatte.
    Mir gefällt deine kreative Verwendung der Backsteine. Gerne mehr.

    Auf Bild 6 kenne ich die Blumen nur am Waldrand unter dem Namen „Franzosen“, so hat es mir mein Vatter beigebracht. Da waren in der Nähe auch Buschwindröschen.

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