


Auf den ersten Blick eigentlich kein so ungewöhnliches Rezept aus dem Buch von Guter Speise. Aber wir würden heute wohl den zarteren Blätterteig verwenden als hier den Brotteig. Auch ist die Gewürzkombination etwas ungewöhnlich. Aber das Ergebnis spricht für sich. Der Fisch war saftig, der Teig herum knusprig und natürlich wesentlich weniger fettig als mit Blätterteig. Man muss allerdings Ingwer möger, da dieser wenig Zeit zu garen hat und daher seht intensiv bleibt. Auch der Anis könnte für einige etwas überraschend sein. Insgesamt aber ein sehr schönes Rezept, das relativ wenig Aufwand braucht und ich duraus öfter machen würde. An meiner Dekorierkunst muss ich aber noch arbeiten:)
Schön ist auch der Hinweis, dass man an "Fleischtagen" (also nicht Fastentagen) das Ganze mit Geflügel oder beliebeigem "guten" Fleisch machen kann. Und natürlich nicht versalzen!
Original Rezept:
Diz ist ein gut spise von eime lahs,
Nim einen lahs, schabe im abe die schuopen, spalde in vnd snit in an stuecke. hacke peterlin, selbey, nim gestozzen yngeber, pfeffer, enys, saltz zvo mazzen, mache eynen derben teyk noch der groezze der stuecke vnd wirf daz krut vf die stuecke vnd bewirke sie mit dem teyge. kanst du sie gestemphen in ein forme, daz tuo. so mahtu machen hechde, foerheln, brasmen, vnd backe ieglichez besunder in sime teyge. ist ez aber eins fleischtages, so mahtu machen huenre, rephuenre, tuben vnd vasande mahtu machen, ab du hast die formen, vnd backe sie in smaltze oder suet sie in den formen. nim von den bruesten der huenre oder ander guot fleisch, so wirt die kunst deste bezzer vnd versaltzez niht.
Übersetzung:
Dies ist eine gute Speise von einem Lachs,
Nimm einen Lachs. Schabe ihm die Schuppen ab. Spalte in und schneide ihn in Stücke. Hacke Petersilie und Salbei. Nimm gestoßenen Ingwer, Pfeffer, Anis und salze angemessen. Mache einen derben (festen) Teig nach der Größe der Stücke und wirf die Kräuter auf die Stücke. Umgebe sie mit dem Teig. Wenn du sie in Formen drücken kannst („wenn du welche hast“, oder die Größe stimmt?), dann tue das. Dies kann man auch mit Hechten, Forellen oder Brassen machen. Backe diese einzeln in ihrem Teig. Ist es aber ein Fleischtage (=kein Fastentag), so kannst du es auch mit Hühnern, Rebhühnern, Tauben und Fasanen machen. Wenn du Formen hast, dann backe sie in Schmalze oder siede sie in den Formen. Nimm von den Brüsten der Hühner oder anderes gutes Fleisch. So wird die Kunst noch besser und versalze nicht.
Von EwigeSuppe
5 Kommentare
Zutaten:
* 150 g Weizenmehl
* 1 Prise Salz
* 1 Prise Trockenhefe
* 90 ml Wasser (ca.)
* 250 g Lachsfilet
* 10 g Ingwer
* 1 Teelöffel Anis (oder Fenchelsamen)
* 1 Teelöffel Schwarzer Pfeffer
* 1 Esslöffel Petersilie, gehackt
* 1 Esslöffel Salbei, gehackt
* ½ Teelöffel Salz
1. Aus dem Mehl, Prise Salz, Prise Hefe und Wasser einen festen Teig bereiten. Das geht gut in der Küchenmaschine. Den Teig ca. 1 Stunde gehen lassen.
2. Den Lachs schuppen oder noch besser, die Haut entfernen und leicht rundherum salzen.
3. Den Ingwer in Scheiben schneiden, mit Anis/Fenchelsamen und Pfeffer zermörsern. Diese Paste mit den gehackten Kräutern vermischen.
4. Den Ofen auf 180 °C vorheizen.
5. Den Teig auf Backpapier dünn ausrollen (ca. 5mm). Den Fisch daraufsetzen und mit der Kräuterpaste rundherum einreiben. Den Teig um den Fisch schlagen aber Teig der doppelt aufliegen würde entfernen (bei mir haben etwa ⅔ der Teigmenge gereicht). Nun kann man dieses Paket mit dem übrigen Teig schön dekorieren (also besser als in den Fotos:). Z.B. in From eines Fisches.
6. Das Teigpaket mit etwas Wasser bestreichen und backen bis die Kerntemperatur 50 °C „erreicht. Das hat bei mir etwa 19 Minuten gedauert. Aus dem Ofen nehmen und heiß servieren.
Bitte mach weiter! Ich bin jedesmal über die Zutaten erstaunt – Ingwer und Anis… is das, was ich als traditionelle deutsche Küche kenne, vielleicht einfach nur Kriegsküche mit reichlich Fleisch und Fett?
Sehr cool, vielen Dank!
Ich liebe deine Posts!
Die Rezepte sind spannend sowohl im Original als auch in der „Übersetzung“.
Immer wieder spannend wie sehr doch anscheinend schon „gekocht“ und nicht nur gebraten/gegart wurde.
Und zusammen mit deinen Garzeiten klingt das auch echt lecker.
Sehr cool und kommt gleich mal auf die Liste fürs Mittagessen.
Aber Warum sieht dein Lachs aus wie ein Remoraid?