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14 Kommentare
Für ein (ehemaliges) demokratisches Staatsoberhaupt ein durchaus interessantes Verhältnis zur Gewaltenteilung
Mir scheint der Mann kennt nicht ganz die Bedeutung von Journalismus in einer Demokratie.
> In Medien dürfe durchaus kritisch über Politik berichtet werden, jedoch sei es bedenklich, wenn dabei das gesamte demokratische System in Misskredit gebracht werde, warnte Gauck bei einem Kongress in Hannover.
Ist ja nett, dass er es den Medien erlaubt kritisch zu berichten. Aber bitte nicht zu kritisch.
Und die Berichtenden bringen das System in Misskredit? Ernsthaft? Nicht etwa das Verhalten einiger Parteien und Politiker? Mir fallen da direkt ein paar Namen ein..
Jetzt wird noch vom alten Pfaffen am Rest der journalistischen Unabhängigkeit gesägt.
Die Menschen lieben es von den Medien erzogen zu werden
Um hier mal eine Lanze für den Typen zu brechen: Er hat schon nicht Unrecht.
Journalisten sollen bitte kritisch ggü. der Politik sein. Aber ich beobachte in den letzten Jahren auch immer wieder, dass Journalisten der Demokratie sehr direkt schaden. Konkretes Beispiel: Clickbait, der die Leute wütend machen soll, aber eigentlich bewusst so formuliert ist, dass er leicht falsch verstanden werden kann. Bonuspunkte, wenn die Richtigstellung dann hinter einer Bezahlschranke ist.
Sowas führt dazu, dass Leute einfach nur die Überschrift lesen, falsche Schlüsse ziehen, wütend werden und sich dann immer weiter radikalisieren. Ich selbst sehe das immer wieder in der Familie. Und das geht mMn nicht. Ich sage schon lange, dass wir dringend etwas gegen Clickbait tun müssen und dass Journalisten hier mehr in die Verantwortung gezogen werden sollten, weil das der Demokratie offensichtlich schadet und den Informations- und Bildungsauftrag des Journalismus schlicht nicht mehr erfüllt.
https://www.rnd.de/politik/alt-bundespraesident-gauck-nimmt-medien-in-die-pflicht-mich-befaellt-staatsbuergerliches-unbehagen-H74JFTG5ZNCYNHSMR4IFUWQ2LE.html
hier mal etwas mehr kontext
Hier einmal ein Artikel, der das Gespräch umfassender wiedergibt. Dadurch wird Gaucks Meinung auch etwas differenzierter abgebildet:
[https://www.rnd.de/politik/alt-bundespraesident-gauck-nimmt-medien-in-die-pflicht-mich-befaellt-staatsbuergerliches-unbehagen-H74JFTG5ZNCYNHSMR4IFUWQ2LE.html](https://www.rnd.de/politik/alt-bundespraesident-gauck-nimmt-medien-in-die-pflicht-mich-befaellt-staatsbuergerliches-unbehagen-H74JFTG5ZNCYNHSMR4IFUWQ2LE.html)
Nicht die Maskenaffäre von Spahn ist das Problem, sondern die kritischen Berichte der Medien. Lol.
> Dafür müsse man neue Formate schaffen und das Publikum nicht nur als Medienkonsumenten ansprechen, sondern auch Motivation auslösen, die die Menschen zum Mitmachen an der Gesellschaft bewegen.
Ja, da gibt es natürlich nur ein Problem. Demokratie befindet sich in einem direkten Spannungsfeld mit Kapitalismus. Solange wir den nicht wieder einfangen, hat sich die Sache auf mittlere Frist gegessen. Man schaue nur in die USA. Überreiche besitzen die Medien und wollen nur, dass die Menschen konsumieren. Am besten mal mehr mal weniger subtil die Meinung der Besitzenden, um darüber überproportional Einfluss auf die Politik nehmen zu können. Da müsste man mehr Einhalt gebieten.
Man bräuchte auch einen öffentlcihen Rundfunk mit mehr Unabhängigkeit, mehr Biss und hinter dem mehr Bürger stehen. Aber denen schäumt schon der Mund, wenn sie an den Rundfunkbeitrag nur denken. Das haben Bild und Nius ganz gut eingefädelt.
Allgemein muss Bildung und gessellschaftliches Engagement wieder höher gewichtet werden in unserer Gesellschaft, davon lebt Demokratie. Aber wer um halb sechs nach Hause kommt und sich nur noch auf die Couch setzen kann, um auszuschalten, der hat halt keinen Kopf für sowas, dan lieber ne Runde TikTok Propaganda.
Wäre schön wenn die Regierung der Demokratie auch mal beistehen würde…
Hat nicht unrecht. Es gibt zwar kein Bundespressegesetz, aber im Pressegesetz des Landes NRW heißt es bspw.:
„(1) Die Presse ist frei. Sie ist der freiheitlichen demokratischen Grundordnung verpflichtet.“
Unter dem Gesichtspunkt, dass die Presse Klassischerweise die „vierte Gewalt“ ist, ist das alles andere als verkehrt.
Die vielen Berichte über Korruption und kriminelles Verhalten, Inkompetenz, Steuerverschwendung, menschenverachtende Aussagen und Lobbyismus, der an Landesverrat grenzt, könnten das Vertrauen in das demokratische System erschüttern.
Gauck sollte viel eher hinterfragen, wie sehr er selbst mit seinem „Wir müssen die Sorgen von Pegida und Schwurblern ernst nehmen“ die FDGO unterhöhlt hat.