


Ich nutze Satelliten-Infrarotdaten, um industrielle Aktivitäten für Investitionsforschung, Raffinerieproduktion, Stahlproduktion und dergleichen zu verfolgen. Als es also zu den Angriffen am 8. März kam, hatte ich bereits die Pipeline eingerichtet, um die Branderkennungsdaten der NASA FIRMS abzurufen. Nach den Streiks vom 8. März hat jeder die Raffinerievideos in den sozialen Medien gesehen. Ich wollte sehen, was die Daten über einen bestimmten Kamerawinkel hinweg tatsächlich zeigen – wie viele Standorte getroffen wurden, wie intensiv die Brände waren und wie lange sie brannten.
Die NASA betreibt ein System namens FIRMS, das mithilfe von Infrarotsensoren (VIIRS mit einer Auflösung von 375 m und MODIS mit einer Auflösung von 1 km) alle paar Stunden aktive Brände aus dem Weltraum erkennt. Es misst die Feuerstrahlungsleistung (Fire Radiative Power, FRP) in Megawatt – im Grunde wie viel Energie jedes Feuer abgibt. Vom 6. bis 10. März habe ich sämtliche Erfassungen im Großraum Teheran durchgeführt.
Ausgangslage vor dem Angriff (6.–7. März): 11 Branderkennungen, insgesamt 13 MW. Normaler städtischer/industrieller Hintergrund.
Nach dem Streik (8.-9. März): 49 Brandmeldungen, insgesamt 963 MW. 76-fache Erhöhung der Feuerkraft.
Ich zähle die 49 Erkennungen nach Nähe (alles im Umkreis von 1,5 km = gleicher Standort). 11 Verschiedene Feuerstellen* sind über das gesamte Stadtgebiet verteilt. Zwei bekannte Infrastrukturen im Umkreis von 3 km: Teheraner Raffinerie (Shahr-e Rey) und das Öllager Aghdasieh.
Allein die Raffinerie ist für 17 der 49 Entdeckungen verantwortlich 80 % der gesamten Feuerkraft (777 MW). Spitzenwert: 181,6 MW um 06:01 UTC am 9. März – zum Vergleich: Eine typische Industriegasfackel hat eine Leistung von 1–5 MW.
Das Brenndauerdiagramm fand ich am interessantesten. Der Raffineriebrand wurde am 9. März von sieben separaten Satellitenpässen erfasst:
- 06:01 – 181,6 MW (Spitze, Sensor nahe der Sättigung)
- 09:32 – 95,9 MW (7 Untererfassungen auf dem gesamten Gelände)
- 09:54 – 31,3 MW
- 11:21 – 70,6 MW
- 11:23 – 103,7 MW (zweiter Höhepunkt)
- 22:14 – 5,1 MW (im Absterben)
- 10. März, alle Pässe – nichts erkannt
Das Feuer brannte also etwa 16 Stunden lang intensiv (vom frühen Morgen bis zum späten Abend des 9. März) und blieb dann völlig unsichtbar. Dieses Muster steht im Einklang mit dem Abbrennen des gelagerten Kraftstoffs und nicht mit einem anhaltenden Gebäudebrand – sobald die Tanks leer sind, erlischt das Feuer.
Von stockist420