(S+) Brandkatastrophe von Crans-Montana: Der Druck auf die Ermittler steigt | Verschleppte Durchsuchungen, verschwundene Videoaufnahmen, verzögerte Vernehmungen: Die Behörden im Wallis geraten in Kritik. Die Haftentlassung der Hauptverdächtigen rief einen diplomatischen Skandal mit Italien hervor.

https://www.spiegel.de/ausland/brandkatastrophe-von-crans-montana-der-druck-auf-die-ermittler-steigt-a-33ac9e06-ab88-49e6-a7b8-f3647ab679d2?sara_ref=re-so-app-sh

5 Kommentare

  1. **https://archive.ph/v25qK**

    >Verschleppte Durchsuchungen, verschwundene Videoaufnahmen, verzögerte Vernehmungen: Die Behörden im Wallis geraten stärker in Kritik. Die Haftentlassung der Hauptverdächtigen rief einen diplomatischen Skandal mit Italien hervor.

  2. Ok-Campaign-2088 on

    Wie immer zeigt die Aufarbeitung, ob das Ganze ein vermeidbares Unglück, aufgrund von Fahrlässigkeit war – oder zum Verbrechen wird. Die Schweiz soll sich schämen!

  3. SwissPewPew on

    Das Strafverfahren ist jetzt auch auf den ehemaligen Sicherheitsbeauftragten der Gemeinde ausgeweitet worden. [Quelle](https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/brandkatastrophe-in-crans-montana-ermittler-leiten-strafverfahren-gegen-sicherheitsbeauftragten-der-gemeinde-ein-15194800.html)

    Er (wohl der verantwortliche und durchführende Inspekteur 2018/2019) und der Feuerwehrkommandant (anwesend wohl an mind. einer der Kontrollen 18/19 und auch First Responder beim Feuer) sollen wohl Anfang Februar befragt werden. Ob der Feuerwehrkommandant als Zeuge oder als Angeschuldigter befragt werden soll (seitens Staatsanwaltschaft), ist aktuell nicht bekannt.

    Verantwortlich für die Behebung der Brandschutz-Mängel 2018 und 2019 war im Übrigen (laut dem Aufdruck auf dem Inspektions-Bericht) nicht Jacques M., sondern der damalige Eigentümer der Bar-Lokalität, ein Herr J.B, der zu diesem Zeitpunkt auch der STWEG-Verwalter (in DE wäre das ein WEG-Verwalter) war.

    Ob das Ehepaar M. überhaupt über die 2018 und 2019 festgestellten Brandschutz-Mängel informiert war, ist aktuell nicht bekannt. Die GmbH des Ehepaars M. hat die Bar-Lokalität erst 2022 von J.B. erworben.

    Herr M. war wohl bei den Inspektionen anwesend, aber ob die Gemeinde ihm überhaupt eine Kopie des Berichts zugestellt hat (oder hätte zustellen müssen) – er war ja damals nicht der verantwortliche Eigentümer – ist nicht bekannt.

    Auch ob Herr J.B. im 2018 und 2019 eine Kopie der Inspektions-Berichte erhalten hat ist nicht bekannt. Auch nicht bekannt ist, ob Herr J.B. – wenn er denn überhaupt selber eine Kopie hatte – dann im 2018 und/oder 2019 (dannzumal als Vermieter von Herrn und Frau M.) bzw. im 2022 (dann als Verkäufer der Bar-Lokalität an die Betreiber-GmbH von Herrn und Frau M.) das Ehepaar M. über die Mängel informiert hat.

    Wen noch mehr Details interessieren, ich habe das [hier](https://www.reddit.com/r/askswitzerland/comments/1qianay/comment/o0r8mwj/?context=3) (auf English) mal etwas zusammengefasst, dort findet sich auch ein Link auf den RTS-Artikel mit dem Video der Inspektions-Berichte 2018/2019 sowie des kantonalen „Brandschutzmassnahmen“-Formulars 2015 (mit Vorgaben für das Projekt der Gemeinde und des Kantons) aus den Unterlagen zum Baugesuch für die verglaste Veranda, wo auf dem Verteiler – erstaunlicherweise – nur der Sicherheitsverantwortlichen der Gemeinde aufgeführt ist. Und dies, obwohl es beim Verteiler als erste – aber nicht angekreuzte – Checkbox auch den „Antragssteller“ gab. Antragssteller war die STWEG Constellation (auf französisch „PPE Constellation“ – Hinweis: das ganze Gebäude mit Wohnungen, Laden und Büroräumen heisst auch „Constellation“, nicht nur die Bar), vertreten durch J.B.

    Der Kanton hat übrigens auf dem Formular 2015 verlangt, dass man beim ihm (Amt für Feuerwesen des Kantons) die Pläne der ganzen Bar vor Baubeginn einreichen solle, was aber wohl nicht passiert ist. Der Kanton ist dann (laut anderen Presse-Berichten) wohl davon ausgegangen, dass das Baugesuch (das bei der Gemeinde eingereicht worden ist) gar nicht weiter verfolgt (geschweige denn von der Gemeinde bewilligt) wurde.

    Daher: Auch beim Umbau 2015 (Baugesuch war für „Anbau verglaste Veranda/Terrasse“ vor dem Eingang) ist nicht klar, ob J.B. und das Ehepaar M. damals überhaupt über die behördlichen Brandschutz-Auflagen – oder dass der Kanton auch die Pläne der ganzen Bar sehen wollte – informiert worden sind.

  4. Das wundert mich nicht. Ich war vor 20 Jahren mal, muss aber wegen einer Knieverletzung solche Sportarten meiden. Aber Freunde fahren regelmäßig nach Österreich und die Schweiz. Und das sieht auf Fotos überall aus wie früher. Klein, beengt, unsicher, aber mit dem Fünffachen an Touristen.

    All diese kleinen Orte sind quasi an der Nadel des Skitourismus, der durch die globale Erwärmung auch zunehmend austrocknet. Crans-Montana ist dort nicht nur eine menschliche Tragödie, sondern eine wirtschaftliche Katastrophe und natürlich weiß da jeder, dass das ohne Vertuschung immense Folgen haben wird.

    Aber deren Problem ist, die Opfer waren mehrheitlich wohlhabende Personen. Und die werden dieses schreckliche Geschehen nicht einfach mit ein paar Hunderttausend Franken als Trostpflaster vergessen.

  5. Training-Accident-36 on

    Der diplomatische Skandal mit Italien ist aber auch ein bisschen lächerlich – die Italiener fordern, dass sie auf Schweizer Territorium polizeiliche Ermittlungen anstellen dürfen, weil manche der Opfer Italiener waren.

    Das ist ein so eklatanter Verstoss gegen Schweizerisches Hoheitsrecht, dass die Schweiz das natürlich abgelehnt hat. Umgekehrt würde Italien das natürlich auch nicht gewähren, wenn ein Schweizer in Mailand ums Leben kommt. Aber Italien hat seinen Botschafter aus der Schweiz abgezogen und weigert sich, diesen zurück nach Bern zu schicken.

    Über die Mafia-Zustände im Kanton Wallis müssen wir aber nicht diskutieren, ich bin auch der Meinung, dass Ermittlungen gegen die Gemeinde aufgenommen werden sollten. Das Problem ist, dass im Föderalismus der Kanton schützend seine Hand über die Gemeinde halten kann.

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