
Ich bin über Zahlen aus Massachusetts gestolpert und fand das ganz interessant, weil bei dem Thema ja sonst immer ziemlich dramatisch diskutiert wird.
Dort gibt es seit 2022 eine Zusatzsteuer von 4 Prozent auf Einkommen über 1 Million Dollar. Damals wurde vorhergesagt, dass Reiche massenhaft wegziehen und die Wirtschaft leidet.
Jetzt, drei Jahre später:
Der Staat hat damit rund 5,7 Milliarden Dollar zusätzlich eingenommen. Das Geld ist in kostenloses Schulessen, gebührenfreie Community Colleges und in Öffi- und Infrastrukturprojekte geflossen. Soweit ich gesehen habe, ist auch niemand in größerer Zahl „geflohen“ – im Gegenteil, die Zahl der Millionäre scheint sogar gestiegen zu sein.
Ich will das gar nicht ideologisch aufladen, aber es wirkt schon so, als wären viele der damaligen Horrorszenarien einfach nicht eingetreten.
Mich würde ehrlich interessieren:
Gibt es eigentlich ähnliche Beispiele in Europa oder im deutschsprachigen Raum? Oder warum ist das hier politisch immer noch so ein absolutes Tabuthema?
Gratis Studium und Öffi-Ausbau: Massachusetts widerlegt Mythen zu Millionärssteuern
Von die_mexify_suchtet
18 Kommentare
Weil wir eh schon 55% Spitzensteuersatz haben. MA hat 5% Flat Tax. Alles klar?
Wir haben ja genau das gleiche gemacht, nur haben wir den Spitzensteuersatz von 50 auf 55 % angehoben für Einkommen über 1 Mio EUR.
Super hohe Einkommen kann man schon besteuern. Eine echte Veränderung brächte aber nur eine Besteuerung von Bestandsvermögen.
Achtung die Begriffe Einkommen und Vermögen nicht vermischen.
Die Millionärssteuer in Massachusetts wird auf das jährliche Einkommen gezahlt und ist mit 4% eigentlich niedrig.
Die bei uns in Österreich diskutierten Modelle einer Millionärssteuer, insbesondere der Vorschlag der SPÖ, sieht eine Steuer auf das Vermögen (Substanz) vor. Das sind zwei völlig unterschiedliche Ansätze.
Naja klar treten diese Propagandaprognosen nicht ein. Nie und nirgendwo.
Wer würde wegen 4% Steuer sein soziales Umfeld, sein Haus, seine gewohnte Umgebung und seine Routinen aufgeben?
Eben. Niemand.
In Massachusetts hast eben generell wie in den ganzen USA weniger Steuern https://states.aarp.org/massachusetts/state-taxes-guide
Und in der EU ist das meiste was damit finanziert haben schon „gratis“
Oh nein, der Sozialismus macht sich breit! MAGA hilf!
Dazu sollte man sagen das bis zu der ersten Million das Einkommen mit 5% Versteuert wird, alles was darüber ist mit 4% Surtax, also insgesamt 9%. Jemand der bei uns wirklich diese 1 Million Einkommen im Jahr knackt, bezahlt 55% auf jeden Euro drüber und wir haben trotzdem all die tollen Sachen nicht von denen der Kontrast spricht.
Die Argumentation ist immer dieselbe:
– es würden Arbeitsplätze verloren gehen
– aber aber aber Trickle-Down-Effect!!11!11
– die wandern alle aus!! :O
Mehrfach alles widerlegt.
Dazu wäre es zusätzlich sinnvoll, Vermögen ordentlich zu besteuern, nicht das Einkommen.
Quelle: kontrast.at Bist du dir sicher die Quelle seriös und unparteiisch ist?
Klassische KP-/SPÖ „Normalisierungsstrategie“. Dann lass und doch die Einkommenssteuertabelle von diesen Bundesstaat einführen. Ich wäre dafür zu haben!
Wo genau Österreich Bezug?
Komisch, oder? Fast als wär das ganze gerede von „Kapitalabzug“ eine verarsche welche hauptsächlich Reiche erzählen um nicht besteuert zu werden.
LOL ja genau weil die Steuersysteme ja identisch sind. Was für ein Schwachsinns-Post.
Natürlich ziehen die nicht weg. Eine Millionärssteuer ist die einfachste, gerechteste Maßnahme um Reiche zu zwingen ihren Beitrag zu leisten die es gibt. Nahezu ALLE Argumente dagegen sind Nebelgrabaten.
Zur Frage ob es ähnliche Beispiele gibt in europe – ja Österreich zb – in Österreich zahlst du ab einem Einkommen von 1 million 55% Steuer statt 50 – also quasi eine 5% extra Steuer für Einkommen über 1 million.
Aber das Problem is – die wirklich reichen haben alle ja kein Einkommen – die erhalten ihr Geld großteils durch firmenanteile – welche allerdings bei uns mit 27.5% kest auch bereits recht stark versteuert sind im Vergleich zu anderen Ländern (vorallem auch ohne Freibetrag wie in de zb)
Was bei uns dafür extrem niedrig ist ist Grundsteuer – die ist in den USA im Durchschnitt 10x so hoch wie bei uns
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https://youtube.com/shorts/aPIkEOvJLe4?si=8YOtyZzU0DBkCFWe
https://www.arbeiterkammer.at/interessenvertretung/steuergerechtigkeit/Vermoegenssteuer.html
Mal ein paar Mythen behoben.
Man sollte aber auch bedenken, dass Massachusetts eines der höchsten BIPs/Kopf in den USA hat (zirka doppelt so hoch wie Österreich), bei einem jährlichen Wachstum von 2,4%. Reiche würden sich also selbst ins Bein schießen, wenn sie stattdessen nach South Dakota oder Wyoming ziehen. Wer den wirtschaftlichen Anreiz hingegen nicht hat, wird mir solchen Reformen auch schneller einfahren.