
Foto: YONHAP News Der Gouverneur der Bank of Korea (BOK), Rhee Chang-yong, sagte, dass die südkoreanische Wirtschaft in diesem Jahr voraussichtlich um ein Komma acht Prozent wachsen werde, was nahe an ihrem Potenzial liegt. Er warnte jedoch davor, dass das Wachstum außerhalb des IT-Sektors mit ein Komma vier Prozent deutlich schwächer bleiben würde, was auf eine zunehmend ungleichmäßige Erholung hindeutet. In seiner am Freitag veröffentlichten Neujahrsansprache warnte Rhee, dass eine solche „K-förmige Erholung“, die durch die Polarisierung zwischen den Sektoren gekennzeichnet sei, nicht als nachhaltig oder vollständig angesehen werden könne. Er betonte die Notwendigkeit fortgesetzter Strukturreformen, um die Wachstumsmotoren zu diversifizieren und wiederholte Zyklen sektorspezifischer Expansion zu vermeiden. An der Währungsfront wies Rhee darauf hin, dass der Won-Dollar-Wechselkurs Ende letzten Jahres auf den hohen Bereich von 1.000 400 Won gestiegen sei, was die Bedenken des Marktes hoch halte. Er sagte jedoch, es sei unangemessen, die Situation mit früheren Krisen zu vergleichen, und verwies auf die starke Auslandsposition Südkoreas als Nettogläubiger. Dennoch warnte er davor, dass ein schwächerer Won den Inflationsdruck verstärken und inlandsorientierte Unternehmen benachteiligen könnte, was möglicherweise die zuvor erwähnte Polarisierung verschärfen könnte. Rhee fügte hinzu, dass das aktuelle Wechselkursniveau erheblich von den wirtschaftlichen Fundamentaldaten des Landes abweiche, und verwies auf Wachstum und Zinsunterschiede gegenüber den Vereinigten Staaten sowie den sogenannten „Korea-Abschlag“ als Schlüsselfaktoren für die Abwertung der lokalen Währung.