
Foto: YONHAP News Präsident Lee Jae Myung sagte am Donnerstag, Südkorea müsse geduldig und proaktiv handeln, um die innerkoreanische Feindseligkeit abzubauen und Vertrauen zu fördern, und betonte die Notwendigkeit, die Initiative zur Verbesserung der Beziehungen zu Nordkorea zu ergreifen. Bei einer Grundsatzbesprechung des Außenministeriums und des Wiedervereinigungsministeriums am Freitag sagte Lee, dass die beiden Koreas, die einst nur vorgaben, Feinde zu sein, nun offenbar zu echten Gegnern werden. Der Präsident sagte, die aktuelle Pattsituation in der entmilitarisierten Zone sei beispiellos und nannte dreischichtige Stacheldrahtzäune und abgeschnittene Straßen als Anzeichen dafür, dass unnötige Hardliner-Politik den gegenseitigen Hass vertieft habe. Lee sagte, dass den Südkoreanern zwar seit langem beigebracht worden sei, dass der Norden eine Invasion im Süden anstrebe, Pjöngjangs offensichtliche Angst vor einem Einmarsch aus Seoul jedoch auch dazu getrieben habe, Zäune und Barrieren zu bauen. Lee räumte ein, dass es derzeit fast keinen Spielraum für ein friedliches Zusammenleben und gemeinsamen Wohlstand gebe, betonte jedoch, dass die Sackgasse, auch wenn sie Teil der Strategie Nordkoreas sei, geändert werden müsse und dass das Wiedervereinigungsministerium seine Rolle bei der Veränderung spielen müsse. In Bezug auf die Diplomatie forderte der Präsident das Außenministerium auf, eine stärkere Rolle bei der Förderung des Friedens und der Ausweitung der wirtschaftlichen Reichweite Südkoreas zu spielen, und wies darauf hin, dass die Außenpolitik angesichts der raschen Veränderungen in der Weltordnung immer wichtiger werde.