[SS from essay by Robert E. Kelly, Professor of Political Science at Pusan National University; and Paul Poast, Associate Professor of Political Science at the University of Chicago and a Senior Nonresident Fellow at the Chicago Council on Global Affairs.]

    Der Aufstieg von Donald Trump hätte die liberale internationale Ordnung auf den Kopf stellen sollen. In seiner ersten Amtszeit verunglimpfte Trump offen langjährige europäische Verbündete, kündigte internationale Verträge wie das Pariser Klimaabkommen und kritisierte, dass die Vereinigten Staaten ihre Verbündeten durch militärische Unterstützung und Handelsdefizite subventionierten. Doch wie wir dargelegt haben Auswärtige Angelegenheiten Im Jahr 2022 hat Trumps aggressiver Unilateralismus die US-Allianzen nicht gebrochen. Die Verbündeten waren erschüttert und oft verärgert über Washingtons Einschüchterungsversuche, doch sie entfernten sich dennoch nicht von der überragenden Supermacht der Welt. Die außenpolitischen Doktrinen, Verteidigungsausgaben und geopolitischen Ausrichtungen wichtiger US-Partner wie Frankreich, Deutschland, Japan und Südkorea haben sich während der ersten Trump-Regierung in keiner nennenswerten Weise verändert. Stattdessen kamen diese Länder Trump entgegen, weil sie das Gefühl hatten, dass eine Lockerung der Beziehungen zu den Vereinigten Staaten für ihre Wirtschafts- und Sicherheitsinteressen gefährlicher wäre, als zu versuchen, sich gegen seine Misshandlungen zu wehren.

    Trumps zweite Amtszeit hat diese Dynamik auf eine noch härtere Probe gestellt. Die Verachtung des Präsidenten gegenüber den Verbündeten und Partnern der USA ist dieses Mal viel größer. Er hat über die Annexion Kanadas und Grönlands, die Bombardierung Mexikos, die Rückeroberung des Panamakanals und die Aufgabe der Ukraine und Taiwans gesprochen, um nur einige zu nennen. Trump behauptet, dass seine Verbündeten die Vereinigten Staaten übers Ohr hauen und fordert große, unklare Investitionen in den Vereinigten Staaten, die wie Bestechung aussehen. Beispielsweise möchte er, dass die Investitionsgarantie der Europäischen Union in Höhe von unglaublichen 600 Milliarden US-Dollar nach eigenem Ermessen genutzt werden kann. Er scheint sich der Vorstellung zuzuwenden, dass Allianzen keine Säulen eines für beide Seiten vorteilhaften Netzwerks, sondern Elemente einer Schutzgelderpressung seien – und dass es höchste Zeit sei, dass die Vereinigten Staaten die Früchte ernten.

    https://www.foreignaffairs.com/united-states/how-much-abuse-can-americas-allies-take

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