[SS from essay by Alexander Stubb, President of Finland and the author of the forthcoming book The Triangle of Power: Rebalancing the New World Order.]

    Die Welt hat sich in den letzten vier Jahren stärker verändert als in den 30 Jahren zuvor. Unsere Newsfeeds sind voller Konflikte und Tragödien. Russland bombardiert die Ukraine, der Nahe Osten brodelt und in Afrika toben Kriege. Während Konflikte zunehmen, scheinen Demokratien im Niedergang zu sein. Die Zeit nach dem Kalten Krieg ist vorbei. Trotz der Hoffnungen, die auf den Fall der Berliner Mauer folgten, war sich die Welt nicht einig, Demokratie und Marktkapitalismus zu befürworten. Tatsächlich zerreißen die Kräfte, die die Welt zusammenbringen sollten – Handel, Energie, Technologie und Information – sie jetzt auseinander.

    Wir leben in einer neuen Welt der Unordnung. Die liberale, regelbasierte Ordnung, die nach dem Ende entstand Zweiter Weltkrieg liegt jetzt im Sterben. Die multilaterale Zusammenarbeit weicht dem multipolaren Wettbewerb. Opportunistische Transaktionen scheinen wichtiger zu sein als die Verteidigung internationaler Regeln. Der Wettbewerb zwischen den Großmächten ist zurück, denn die Rivalität zwischen China und den Vereinigten Staaten bestimmt den Rahmen der Geopolitik. Aber es ist nicht die einzige Kraft, die die globale Ordnung prägt. Aufstrebende Mittelmächte wie Brasilien, Indien, Mexiko, Nigeria, Saudi-Arabien, Südafrika und die Türkei sind zu bahnbrechenden Akteuren geworden. Zusammen verfügen sie über die wirtschaftlichen Mittel und den geopolitischen Einfluss, um die Weltordnung in Richtung Stabilität oder größerer Turbulenzen zu lenken. Sie haben auch einen Grund, Veränderungen zu fordern: Das multilaterale System nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich nicht angepasst, um ihre Position in der Welt angemessen widerzuspiegeln und ihnen die Rolle zu geben, die ihnen zusteht. Ein Dreieckswettbewerb zwischen dem, was ich den globalen Westen, den globalen Osten und den globalen Süden nenne, nimmt Gestalt an. Bei der Entscheidung, das multilaterale System zu stärken oder Multipolarität anzustreben, wird der globale Süden entscheiden, ob die Geopolitik in der nächsten Ära auf Kooperation, Fragmentierung oder Dominanz ausgerichtet ist.

    https://www.foreignaffairs.com/united-states/wests-last-chance

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