
[SS from essay by Rebecca Lissner, Senior Fellow for U.S. Foreign Policy at the Council on Foreign Relations. She was Deputy Assistant to the President and Principal Deputy National Security Adviser to the Vice President during the Biden administration.]
Während seines erfolgreichen US-Präsidentschaftswahlkampfs 2024 versicherte Donald Trump den Wählern, dass er die Kriege in der Ukraine und im Gazastreifen beenden werde, vielleicht sogar noch vor seinem Amtsantritt. Doch beide Konflikte zogen sich unter hohen menschlichen Verlusten hin und die Diplomatie verlief nur stoßweise. Neun Monate nach Beginn seiner Präsidentschaft vermittelte Trump schließlich einen Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas – allerdings erst, nachdem er den Bruch des Waffenstillstands, den er von Präsident Joe Biden übernommen hatte, und eine eskalierende humanitäre Krise in Gaza herbeigeführt hatte. Der Krieg in der Ukraine geht unterdessen unvermindert weiter.
Diese Herausforderungen sind nicht einzigartig Trumpf; Sie haben auch Biden verteufelt. Tatsächlich verdeutlicht die Schwierigkeit, beide Kriege zu beenden, die strategischen Dilemmata, mit denen die Vereinigten Staaten bei der Verwaltung einer kleinen, aber kritischen Untergruppe ihrer Partner konfrontiert sind: der sogenannten Quasi-Verbündeten. Quasi-Verbündete – die die Vereinigten Staaten seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs beim Aufbau ihres Bündnissystems gepflegt haben – sind mehr als nur Partner, aber weniger als Vertragsverbündete. Sie haben in Washington einen Sonderstatus, aber es fehlt ihnen das wichtigste Merkmal eines Bündnisses: eine formelle US-Sicherheitsgarantie.
https://www.foreignaffairs.com/united-states/americas-quasi-alliances