
[SS from essay by Deng Yuwen, Deputy Senior Editor at the Chinese Communist Party’s Central Party School from 2002 to 2013 and worked as a political affairs consultant at Eurasia Group from 2023 to 2025.]
Seit einem Jahr kursieren in Peking immer mehr Gerüchte über den chinesischen Staatschef Xi Jinping. Einige Quellen behaupten privat, dass Xi seine wirkliche Macht verloren hat und ins Abseits gedrängt wurde. Andere flüstern, dass sich Xis Gesundheitszustand verschlechtert habe; Der in der Öffentlichkeit auftretende Politiker sei lediglich ein Doppelgänger, während in Wirklichkeit eine Gruppe der ehrwürdigsten Elder Statesmen der Partei das Sagen habe. Wieder andere Geschichten stellen sich sogar ein Bündnis ungewöhnlicher Bettgenossen vor – einst mächtige liberale politische Reformer und konservative Generäle der Volksbefreiungsarmee zum Beispiel –, die sich zusammenschließen, um Xi zu ermahnen oder ihn zu ersetzen.
Solche fantasievollen Gerüchte kommen in autoritären Systemen häufig vor, insbesondere im Vorfeld großer politischer Ereignisse – wie der vierten Vollversammlung der Kommunistischen Partei Chinas, die im Oktober stattfand und deren Ergebnisse voraussichtlich die Entwicklungsrichtung des Landes für die nächsten fünf Jahre bestimmen werden. Da es nur wenige klare Signale darüber gibt, wer Einfluss hat und wie Entscheidungen getroffen werden, sind die Machthallen in Peking ein fruchtbarer Boden für politische Vermutungen. Der rote Faden all dieser Gerüchte ist die Vorstellung, dass eine mächtige Gruppe von Parteiältesten mit Zugang zu Insiderinformationen – Führer und hochrangige Kader, die sich normalerweise von aktiven politischen Rollen zurückgezogen haben, aber hinter den Kulissen weiterhin einflussreich sind – immer noch über genügend Einfluss verfügen, um Xi zu überstimmen und Chinas politischen Kurs zu beeinflussen.
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