Vorab an die Mods: Sorry wenn dieser Beitrag gegen Regel 5 verstößt. Ich weiß, nach meinem kürzlichen Post zur Teilzeitdebatte ist das grenzwertig. Ich glaube trotzdem, dass es wertvoll sein könnte, sich – nur – mit diesem folgenden spezifischen Aspekt zu beschäftigen, nachdem das Thema Teilzeit bei uns jetzt so massiv hochkocht.

    Worum geht es? Ich bin kürzlich auf ein Youtube Video gestoßen, wo Oliver Burkeman erläutert, dass in der Menschheitsgeschichte viele bedeutende Personen aus Wissenschaft und Kunst lediglich 3-4 Stunden pro Tag – und das dafür intensiv – gearbeitet haben.

    https://www.youtube.com/watch?v=gm1ofxhmxey

    Artikel zu dem Thema:

    https://www.oliverburkeman.com/fourhours

    https://www.theguardian.com/lifeandstyle/2017/aug/11/oliver-burkeman-four-hour-working-way

    All das ist eigentlich nicht wirklich neu. Insbes. wird es auch durch neurowissenschaftliche Untersuchungen unterlegt, dass unser Gehirn zwingend ordentliche Pausen braucht, um vernünftig zu funktionieren.

    https://hbr.org/2017/05/your-brain-can-only-take-so-much-focus

    Viele von uns kennen das wahrscheinlich. Egal ob man komplizierte Probleme aus der Arbeit oder ausm Privatleben vor sich hat. Nach etwas Sport, etwas Gartenarbeit, oder einem Spaziergang in der Natur ist der Fokus auf einmal wieder da. Bzw oft kommen einem gerade da zündende Ideen.

    Was hat das jetzt mit R/Österreich bzw mit der Teilzeitdebatte zu tun? Liegt eigentlich fast auf der Hand, oder? Der absurde Fokus auf eine 40h-Vollzeit-Woche für Alle, an der uninformierte Business-Experten und dumme Politiker nach wie vor eisern festhalten wollen, ist bei Tätigkeiten, in Jobs, wo primär das Gehirn gefordert ist, nicht nur überkommen, unnötig, sondern sogar direkt kontraproduktiv. Auf die Spitze getrieben: Die Firma sollte uns eigentlich tatsächlich dafür zahlen, zB zu Mittag eine Runde laufen zu gehen und danach einen ordentlichen Mittagsschlaf zu machen. Weil die Wahrscheinlichkeit tatsächlich größer ist, in diesen Phasen des bewussten "Nichtstuns" Lösungen für komplexe Fragestellungen unbewusst zu erarbeiten bzw vorzubereiten.

    MaW: Entgegen dem, was im anderen Thread bzw in anderen Konstellationen immer wieder fälschlich verbreitet wird, geht es bei drastischer Reduktion der Wochenarbeitszeit keineswegs nur um die Gemütlichkeit von Arbeitnehmern. Es geht, ganz im Gegenteil, auch darum, die Effizienz der eigentlichen Arbeit zu steigern. Für die Firma. Für die Gesellschaft. Für uns Alle.

    Und klar, es gibt heute immer noch viele Tätigkeiten, wo eine geleistete Stunde direkt im Output mündet. Diese Tätigkeiten sind in den letzten Jahrzehnten aber schon signifikant zurückgegangen und Dank Robotics und AI wird das noch massiv zunehmen.

    Ich rege daher an, in Diskussionen, die ihr selber mit Freunden, Familie, Arbeitskollegen, etc. führt, auch Bewusstsein dafür zu schaffen, dass eine Reduktion der quantitativen täglichen Büro/Bildschirm-Arbeitszeit tatsächlich sogar positiv für den Output sein kann. Ein Win/Win für Alle.

    "The 3-4 hour rule" – Teilzeitdebatte Teil 2
    byu/Odra_dek inAustria



    Von Odra_dek

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