Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen findet heute am Landesgericht der Prozess gegen einen 15-jährigen Schüler statt. Der mutmaßliche Anhänger der radikalislamischen Terrormiliz Islamischer Staat (IS) soll einen Terroranschlag auf den Westbahnhof geplant haben.

    Der 15-Jährige sitzt seit Mitte Februar wegen Tatbegehungsgefahr in U-Haft. Der damals 14-Jährige war am 10. Februar an seinem Wohnsitz in Währing festgenommen worden. Auf die Spur des laut Anklage gewalt- und anschlagbereiten Schülers war man aufgrund eines Hinweises des deutschen Bundeskriminalamts gekommen. Die deutschen Ermittler hatten ein besorgniserregendes TikTok-Profil mit radikalislamistischen Inhalten entdeckt. Dieses Profil konnte dem Angeklagten zugeordnet werden.

    Daraufhin wurde die Direktion für Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) informiert, die weiter ermittelte und den Burschen mit Hilfe des Wiener Landesamts für Staatsschutz und Terrorismusbekämpfung (LSE) und Kräften der WEGA aus dem Verkehr zog – mehr dazu in Anschlag im Westbahnhof verhindert.

    Im Kinderzimmer Beweismaterial gefunden

    Der Jugendliche lebte bis zu seiner Festnahme bei seinen Eltern und wollte im Herbst eine Lehre beginnen. Beide Elternteile – sie haben türkische Wurzeln – sollen eine liberale gesellschaftliche Einstellung haben und keine strenge Auslegung des Islam praktizieren. Bei einer gerichtlich genehmigten Hausdurchsuchung wurden im Kinderzimmer des Angeklagten bzw. im Kellerabteil mehrere Messer und Propagandamaterial gefunden, das eine IS-Anhängerschaft des Burschen belegte.

    Sichergestellt wurden vor allem auch vom Tatverdächtigen angefertigte Zeichnungen der U6-Station auf dem Westbahnhof. Abgebildet waren Züge, Geleise und Strichmännchen, wobei eine der Figuren mit einem Messer bzw. einer Machete auf andere einsticht. Die Opfer sind mit dem Wort „Kuffar“ (dt.: „Ungläubige“) bezeichnet, einem im Islam gebräuchlichen Ausdruck für Menschen, die Angehörige anderer Religionen sind oder nicht dem Islam angehören.

    Jugendliche ist tatsachengeständig

    Vorgeworfen werden dem 15-Jährigen die Vorbereitung einer terroristischen Straftat im Sinne des Paragrafen 278c StGB, terroristische Vereinigung und weitere Vergehen nach den Terrorbestimmungen des Strafgesetzbuchs (StGB). Er soll sich nach seiner Einlieferung in die Justizanstalt (JA) Josefstadt tatsachengeständig gezeigt haben.

    rot, wien.orf.at/Agenturen

    Online seit 21.07.2025, 06:05

    https://wien.orf.at/stories/3314287/

    Von CasualStockbroker

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